Windows Defender – ein neuer Internet-Explorer-Moment?

Hat Microsoft seine Monopolstellung mit dem Defender ausgenutzt?

  • Ja, der Fall erinnert stark an die Integration des Internet Explorers

    Stimmen: 13 19,7%
  • Nein, beim Virenschutz sollten andere Regeln gelten

    Stimmen: 53 80,3%

  • Umfrageteilnehmer
    66
Shio schrieb:
Der Virenscanner ist ein integraler Service des OS und deshalb ist es meiner Ansicht nach nicht vergleichbar mit dem "IE Problem".

Ist es bei Windows erst seit Windows 7 (und bei den Linux-Distributionen, die ich benutze, gar nicht). Durch die Virenvielfalt bei Windows hat sich daher vor Windows 7 ein Markt fuer Virenscanner etabliert.

Warum hat Konkurrenz nicht geklagt hat, als der Windows Defender mit Windows mitgeliefert wurde? Wer weiss? Mein Eindruck ist, dass der Windows Defender anfangs nicht fuer voll genommen wurde, weder von der Konkurrenz, noch von den Kunden. Vermutlich wollte die Konkurrenz diesen Eindruck aufrechterhalten, und eine Klage haette diesen Eindruck zerstoert.

P.S.: Moeglicherweise hatte die Konkurrenz auch Angst, dass sie im Fall, dass sie verlieren, die Moeglichkeit verlieren wuerden, sich in das Betriebssystem einzunisten.

Ergänzung ()

Oli_P schrieb:
Das war echt ne Wohltat... [...] und auch nix mehr mit Werbepopups.

Also mich nervt der Windows Defender seit Windows 10 gelegentlich mit Popups, die nicht lang genug angezeigt werden, um sie lesen zu koennen. Aber als ich einmal im log nachgeschaut habe, stand in der Meldung drinnen, dass Windows Defender nichts gefunden hat. Und dafuer nervt er mich mit einem Popup! Sorgt dafuer, dass ich die Popups seither ignoriere; steht da vielleicht inzwischen was anderes drin? Moeglich, aber ich werde sicher nicht nachschauen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Tornhoof schrieb:
War aber auch eine andere Zeit damals, Browser und das Internet waren etwas neues und MS konnte nachgewiesen werden dass sie technologisch sich nicht an die Standards gehalten haben.

Heutzutage würde da keiner mehr nach krähen, siehe Chrome bei Google
Ironischerweise, Google sind jetzt diejenigen, die wegen 'Standards verletzen und ignorieren' von den Behörden weltweit wie ein Stück Vieh auseinandergenommen werden müssten.
 
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finley schrieb:
Auffällig ist, dass die Kritik daran deutlich leiser ist als damals beim Internet Explorer. Dennoch wirkt es widersprüchlich: Während die Integration des Browsers als Missbrauch von Marktmacht galt, wird ein ähnliches Vorgehen beim Virenscanner weitgehend akzeptiert. Man könnte darin durchaus eine gewisse Doppelmoral sehen.

Wie steht ihr dazu?
1 Minute nachgedacht und die Frage beantwortet sich von allein: Der Browser ist das Tor in die digitale Welt. Quasi alles was Menschen im Internet tun, tun sie im Browser. Der Browser ist damit an einer Schaltstelle und diese zu beherreschen bedeutet den Zugriff der User auf Informationen steuern und überwachen zu können.
Der Defender wehrt nur ab, zudem behält derUser die Kontrolle indem er Dateien ausschliessen kann.
Das Defender-Quasi-Monopol gibt MS schlicht nicht die Machtposition die ein Quasi-Monopol bei Browsern gegeben hätte. Insbesondere und vor allem in Kombination mit dem Quasi-Monopol beim OS.
Deshalb ist auch bei Chrome die Kritik leiser (obwohl Googles sonstige M8nopole an sich noch gefährlicher als die von MS sind, aber scheinbar ist das nicht ganz so offensichtlich, oder die Menschen sind inzwischen abgestumpft).

Ein anderer Faktor sind die Alternativen: Firefox und Chrome habens besser gemacht als der IE, die meisten Antivirenprogramme für Privatrechner waren dagegen tatsächlich viel schlimmer als der Defender. Macht ein Monopol im Prinzip nicht besser, aber es leichter auszuhalten.

Und wie du schon sagst, ist die Kritik am Defender Monopol zwar leiser aber vorhanden.
Schlicht entsprechend den weniger dramatischen Auswirkungen und den weniger vorhandenen Alzernativen.
 
Schinken42 schrieb:
Das Defender-Quasi-Monopol gibt MS schlicht nicht die Machtposition die ein Quasi-Monopol bei Browsern gegeben hätte. Insbesondere und vor allem in Kombination mit dem Quasi-Monopol beim OS.
Deshalb ist auch bei Chrome die Kritik leiser (obwohl Googles sonstige M8nopole an sich noch gefährlicher als die von MS sind, aber scheinbar ist das nicht ganz so offensichtlich, oder die Menschen sind inzwischen abgestumpft).

Ich schaetze letzteres. Bei Netscape gegen IE war die pro-Monopol-Einstellung noch nicht so weit verbreitet wie zu Zeiten von Windows Defender und Google Chrome, und daher konnte man noch dagegen vorgehen. Zu Zeiten von Google Chrome und Windows Defender war das offenbar nicht mehr aussichtsreich, und MS und Google haben sich wohl auch zum Gutteil an die Einschraenkungen gehalten, die die fruehere Browser-Entscheidung verlangt hat.
 
finley schrieb:
Dadurch ist Defender auf Milliarden Geräten vorinstalliert, standardmäßig aktiv und kostenlos.
Da ich gerade ein neues Lenovo Gerät hier habe, mit vorinstallierten Windows: McAfee ist da vorinstalliert
 
@andi_sco McAfee war auch auf unserem Lenovo Laptop mit AMD Ryzen 7 Prozessor drauf das vergangenen September wegen Windows 11 gekauft wurde und ich bat den PC Diensleister der das Notebook einrichtete in meinem Beisein, das McAfee durch F-Secure zu ersetzen: https://techno360.in/f-secure-internet-security-2024-free-license-giveaway/
https://my.f-secure.com/register/pcwelt/NOHZG-OVZYH-SKNKJ-QCSPZ
Funktioniert immer noch.
Ergänzung ()

Oli_P schrieb:
Ja, das stimmt. Aber schon in Win7 hab ich MSE genutzt. Das musste man sich aber nachträglich installieren. Aber es existierte und war kostenlos. Das waren aber auch die Zeiten, als ich Software von Avast, Avira und so probiert hatte. Das war eben so, weil ja erstmal kein Schutz vorinstalliert war und man eine gewisse Auswahl hatte. Seit Win10 ist Defender standardmäßig installiert und ich nutz auch nix anderes mehr.
Das war echt ne Wohltat... keine Falschmeldungen bzw. überempfindliche Warnungen mehr und auch nix mehr mit Werbepopups.
Erinnerst du dich noch? damals gab es auch als Freeware PC Tools Antivirus, PC Tools Firewall und von gleicher Firma ThreatFire:D
 
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Ich kenn nur ZoneAlarm 🤪
 
Ich finde es schon sinnvoll, dass man das System einfach verwenden kann und dazu gehört ein bereits integrierter Virenschutz hinzu. Zumindest, wenn man an den Otto-Normal-Verbraucher denkt.
Falls man doch eine andere Antiviren-Lösung verwenden möchte, deaktiviert sich der Defender selbst. Daher sehe ich kein Problem.

Mir persönlich reicht der Defender aus den bekannten Gründen.
 
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Ich fand das Thema damals beim Internet Explorer schon bescheuert. Und aktuell ist Microsoft mit dem Edge noch viel dreister unterwegs.
 
Warum ist MS mit Edge dreister unterwegs? Die bewegen sich auf dem Stand der heutigen Technik und nutzen dafür die Engine des in weitem Abstand dominierenden Browsers von Google.
 
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Das geht so bis heute, weil niemand eine Klage durchgezogen hat, ganz einfach. Hätte durchaus Erfolgsaussichten gehabt. Heute kann man seine Standardprogramme recht einfach auswählen, was auch auf den Gesetzgeber zurückzuführen ist. Die Entscheidung, Windows ohne IE ausliefern zu müssen, hielt ich damals und auch noch heute für falsch.

BTW:
Windows Defender kam zu einer Zeit groß raus, als die SSDs auf den Markt kamen. Der Defender war das einzige kostenlose AV Programm, dass das System nicht spürbar verlangsamt hat. Damit hatten sie einen dicken Pluspunkt in dieser Computerwelt Revolution.
 
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Ich hab da nie ein Problem gesehen, den Internet Explorer auch ohne späteren, erzwungenen Hinweis von Microsoft, auf ein Browser meiner Wahl zu wechseln.
Ich sag mal so: Microsoft hat Geld und Mühe investiert, um ein Betriebssystem auf den Markt zu werfen.
Ist jetzt egal ob es um den IE, den Media Player oder halt jetzt um den Defender geht.
Es bestand immer die Möglichkeit, zu wechseln.
Einzig was manchmal nervt, ist die Tatsache, daß nach einem Update der IE wieder als Standardbrowser gesetzt ist, aber da reicht dann auch ein Klick.

Wie läuft das eigentlich bei Linux: da ist doch meist auch der Fuchs vorinstalliert? Zumindest bei meinen damaligen Versuchen, mich mit Linux anzufreunden.
Damals wurde niemals darauf hingewiesen, daß auch andere Browser zur Verfügung stehen 😉
 
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halbtuer2 schrieb:
Ich hab da nie ein Problem gesehen, den Internet Explorer auch ohne späteren, erzwungenen Hinweis von Microsoft, auf ein Browser meiner Wahl zu wechseln.
Ich sag mal so: Microsoft hat Geld und Mühe investiert, um ein Betriebssystem auf den Markt zu werfen.
Ist jetzt egal ob es um den IE, den Media Player oder halt jetzt um den Defender geht.
Es bestand immer die Möglichkeit, zu wechseln.
Einzig was manchmal nervt, ist die Tatsache, daß nach einem Update der IE wieder als Standardbrowser gesetzt ist, aber da reicht dann auch ein Klick.
Ja du und ich wissen wie einfach das ist, aber nicht OttonormalOtto.
Erst Recht nicht zu der Zeit als es Thema war.
halbtuer2 schrieb:
Wie läuft das eigentlich bei Linux: da ist doch meist auch der Fuchs vorinstalliert? Zumindest bei meinen damaligen Versuchen, mich mit Linux anzufreunden.
Damals wurde niemals darauf hingewiesen, daß auch andere Browser zur Verfügung stehen 😉
Nicht immer Firefox, da jede Distro das macht wie sie will.
Aber meistens doch FF oder Derivate.

Für die fehlende Meldung gibts mehrere gute Gründe:
1. MS wurdenicht verurteilt weil sie den IE mit ihren OS ausgeliefert haben, sondern weil sie das getan haben während sie ein Monopol im OS Markt hatten. Hätte es 5 andere, annähernd ähnlich grosse OS Entwickler gegeben von denen jeder seinen Browser mitgeliefert hätte, wärs nie zu einem Urteil gekommen.

2. Linux ist keine Organisation, verdient kein Geld und kann nicht verklagt werden. Linux kann auch keinen Nutzen aus einem Monopol ziehen und durch den FOSS Ansatz ist auch Datensammeln als Geschäftsmodell raus. Kurz: Linux kann dir so keinen finanziellen Schaden zufügen.

3. Wer von Linux weiss und es installiert braucht die Info einfach nicht. Der weiss, dass es andere Browser gibt.
 
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finley schrieb:
Windows Defender – ein neuer Internet-Explorer-Moment?


Im Kartellverfahren um den Internet Explorer wurde Microsoft vorgeworfen, seine dominierende Stellung mit Windows zu nutzen, um den Browsermarkt zu erobern. Der Browser war fest ins Betriebssystem integriert und damit automatisch auf praktisch jedem PC vorhanden.


Beim Windows Defender zeigt sich ein ähnliches Muster. Microsoft stieg relativ spät in den Antivirusmarkt ein, konnte seinen Virenscanner aber einfach direkt in Windows integrieren. Dadurch ist Defender auf Milliarden Geräten vorinstalliert, standardmäßig aktiv und kostenlos.


Auffällig ist, dass die Kritik daran deutlich leiser ist als damals beim Internet Explorer. Dennoch wirkt es widersprüchlich: Während die Integration des Browsers als Missbrauch von Marktmacht galt, wird ein ähnliches Vorgehen beim Virenscanner weitgehend akzeptiert. Man könnte darin durchaus eine gewisse Doppelmoral sehen.

Wie steht ihr dazu?
Der Vergleich mit dem Internet Explorer greift aus technischer Sicht etwas zu kurz.
Der Hauptgrund, warum Microsoft Defender Antivirus direkt in Microsoft Windows integriert wurde, liegt in der Sicherheitsarchitektur früherer Antivirenlösungen.

Früher mussten viele Drittanbieter-Antivirenprogramme sehr tief in den Kernel eingreifen, um Dateizugriffe, Netzwerkverkehr oder Prozessstarts überwachen zu können. Diese Kernel-Hooks und Treiber waren selbst häufig eine erhebliche Angriffsfläche. Es gab über die Jahre zahlreiche Sicherheitslücken in AV-Treibern, die es Angreifern ermöglichten, Systemrechte zu erlangen oder Schutzmechanismen zu umgehen.

In vielen Fällen wurde ein Antivirenprogramm dadurch paradoxerweise selbst zum zusätzlichen Risiko, weil es mit höchsten Rechten im System lief.
 
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Keine Ahnung, kostenloser Virenscanner, statt irgendeinen Norton/Avira/Kaspersky Schrott ständig zahlen zu müssen. Warum genau beschwert man sich da?!?
 
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Ich bin froh, dass Windows 11 den Microsoft Defender integriert hat. So kommen auch unbedarfte User zu einem ordentlichen Schutz, ohne dass sie sich darum gekümmert haben.
 
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Shio schrieb:
Der Virenscanner ist ein integraler Service des OS und deshalb ist es meiner Ansicht nach nicht vergleichbar mit dem "IE Problem".
Ein Betriebssystem ohne Internet Browser ausliefern wäre aber auch irgendwie fragwürdig. Also integral ist das Ding schon gewesen und sei es nur zum Downloaden von Firefox.

Ich sehe den Virenscanner aber auch anders, denn so lange Microsoft nicht plötzlich Software von Drittanbietern per Defender blockt o.Ä. hilft ihnen die Marktmacht ja nicht so wirklich, anders als beim Browser damals. Darüber hinaus sind Browser fast immer kostenfrei während AV-Lösungen Abokosten haben oder den Kunden zumindest dahin drängen. Ich möchte nicht, dass Windows in Zukunft mit 10 Installern für Adware ausgeliefert wird.
 
thrawnx schrieb:
Keine Ahnung, kostenloser Virenscanner, statt irgendeinen Norton/Avira/Kaspersky Schrott ständig zahlen zu müssen. Warum genau beschwert man sich da?!?
Security Essentials war auch kostenlos und hatte sogar ne bessere UI.
 
Die GUI vom Microsoft Defender finde ich vollkommen ausreichend!

Es gibt Antimalware-Scanner auf dem Markt, die sich über ihr GUI statt über die Leistung definieren, um modern zu wirken…

Da ist mir die Einfachheit vom Microsoft Defender um vieles lieber!
Ich will keinen Klick-Bunti-Scanner, ich will Leistung/Erkennung/Systembelastung.

Das Geniale am Defender ist, out of the box liefert er >99% Erkennungsraten, ohne dass ich eine Einstellung gemacht habe.

Und wem das nicht reicht: Es gibt auf GitHub Projekte und Zugriff auf die Scanengine. Aber wie gesagt, brauchen tut der Microsoft Defender das nicht.
 
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Schinken42 schrieb:
2. Linux ist keine Organisation, verdient kein Geld und kann nicht verklagt werden. Linux kann auch keinen Nutzen aus einem Monopol ziehen und durch den FOSS Ansatz ist auch Datensammeln als Geschäftsmodell raus. Kurz: Linux kann dir so keinen finanziellen Schaden zufügen.

3. Wer von Linux weiss und es installiert braucht die Info einfach nicht. Der weiss, dass es andere Browser gibt.
Gibt es nicht Distro's die auch Geld kosten?
Und irgendwie, nein, daß lass ich so nicht stehen. Hier wird Linux immer als das Allheilmittel gegen das böse Windows dargestellt, jetzt kommt Jemand und behauptet, daß ein Linux- User weiß, daß es andere Alternativen gibt?
Um ehrlich zu sein, ich nutze Opera, leider ja auch mittlerweile ein wenig mit Werbung verseucht, auch Chromium- Engine mittlerweile, aber schon zu meinen Anfängen des Internets im Jahre 1998 war mir bekannt, daß es andere Browser gab.
Wann ich schlußendlich zu Opera gegangen bin, weiß ich nicht mehr genau, aber hatte vorher auch nicht wirklich ein Problem mit dem IE.
Nur halt gewisse Komfortfunktionen schon damals haben mich zum Umstieg bewogen, leider waren damals aber auch gewisse Seiten nicht wirklich darstellbar von Opera, daran kann ich mich auch erinnern, aber im Gegensatz zu Firefox und auch IE war der Opera damals sowas von sauschnell.

Aber völlig abgeschweift, ging ja mehr um den Defender und auch da muss ich sagen: mein Favorit.

Und nicht nur weil kostenlos dabei, sondern auch einfach zu bedienen und nicht noch ewig ein Pop- Up irgendwo in der Taskleiste, verrichtet still und leise seinen Dienst, und das meiner Meinung nach richtig gut.
 

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