Wird "Aufstacheln" gegen den Staat künftig geahndet?

Abe81 schrieb:
Was ich wirklich gruselig finde, das die einzige Stimme der Vernunft hier Teralios ist, weil er es schafft, den wirr hingeworfenen Begriffsmist von Diktatur/autoritärem System etc. nicht zu aktzeptieren.
Danke für diese Blumen, ich muss hier dazu aber sagen, dass ich die Methoden, die der Staat und die EU fordern, alles andere als gut finde.

Ich ziehe aber keine Vergleiche zu der NS Zeit oder zur SED und DDR-Zeit, da ich für mich hier eine klare Linie schaffen will und sogar muss. Ich studiere neben der Arbeit nicht umsonst jetzt Geschichte.

Ich werde unseren Politikern also keine Unterstellungen machen, die ich eventuell nicht halten kann, ich versuche die Fakten, die ich habe, zu bewerten und daraus meine Schlüsse zu ziehen.

Das heißt aber auch für mich, dass ich auf populistische Medien, aber auch Parteien nicht hören sollte und in dem Fall muss ich sogar sagen, dass die Linken, im übrigen sind dort viele ehemaligen SED-Mitglieder drin, genau in diese Schiene fallen.

Die Piraten heben sich für mich zwar davon ab, haben aber andere Ansichten, die ich nicht teilen kann, für mich gibt es aktuell in diesem Punkt also allgemein keine Partei, die ich wählen kann. Dies befreit mich etwas, andere überzeugen zu müssen oder eine "reaktionäre" Meinung zu verbreiten oder zu vertreten.

Die Frage, weswegen ich z.B. auch den Begriff StaSi 2.0 falsch finde, ist doch, aus welchem Grund wird so ein System geschaffen.

Welche Motive sollen damit verfolgt werden.

Ich denke schon, dass viele unsere Politiker dem demokratischen Gedanken folgen und wirklich die Bevölkerung schützen wollen. Dass dies der falsche Weg ist, da stimme ich aber jedem zu. Und auch muss man klar sagen, ist so ein System erst mal implementiert, wird er sich später von einer Diktatur ausgenutzt.

Doch der Populismus und die Ängste, die gezielt von einigen geschürt werden, kann und werde ich nicht unterstützen oder für gut befinden.
 
@Teralios

Ich teile Deine Auffassung, nicht auf populistische Medien und Parteien zu hören, im Sinne von unkritisch zu konsumieren, allerdings sollte man das grundsätzlich ohnehin nicht, egal woher die Information stammt. Hin und wieder zuhören (auch zwischen den Zeilen) hat allerdings noch keinem geschadet. Ich frage mich bespielsweise bist heute, warum 2007, 2000 Wissenschaftler im Rahmen des Weltklimarates nötig waren um ein 23(!)-seitiges Handout über den Klimawandel zu veröffentlichen, welches angstschürend von den öffentlich-rechtlichen Medien (Tagesschau) aufgegriffen wurde.

Ein ander Punkt:
Gerade "Die Linke" sehe ich mittlerweile am Unkritischten (sieht man von den "Sonstigen" ab und so traurig das ist), nennt sie die Dinge die vorgehen doch beim Namen, fernab der wirtschaftlichen "Alternativlos"-Parolen und kreuzzugartigen Demokratisierungsversuchen, die bis heute, unabhängig von der Bewertung der vorher existierenden Regime, ganze Regionen destabilisiert haben. Ob deren Rezepte (und Lafontaines Dauergrinsen :-)) allerdings so greifen wie sie sich das vorstellt, halte ich auch in vielerlei Hinsicht für fragwürdig. Hier auf den SED-Kader zu verweisen, halte ich mittlerweile für überholt, liegen doch schon einige Jährchen dazwischen und zuletzt müsstest Du als Student der Geschichte auch wissen, dass die Entnazifizierung der SPD und CDU nach (Neu)gründung 1945 auch noch eine Weile gedauert hat. Im Hinterkopf behalten, gerne, alles andere halte ich für übertrieben.

Im Gegensatz zu Dir sehe ich sehr wohl Politiker "dem demokratischen Gedanken" folgen, allerdings sehe ich sie auch leider in der Minderheit, zudem es bei den großen politischen Entscheidungen auch nicht um unseren Schutz, gleich welcher Art, geht. Falls Dich der aktuelle Zustand des Parlaments und die umfassende Vernetzung mit (Finanz)Wirtschaft, Medien über Lobbyisten, Sponsoring (der aktuelle G20 wird erneut von der Hochfinanz "gesponsort") und den vielen weiteren Facetten der Einflussnahme interessieren, empfehle ich Dir ruhig ein Blick in dieses Buch zu werfen. Keine Sorge, der Schreiber ist ebenfalls eine "Frontsau", beschreibt daher auch bei und durch seine Recherchen "Erlebtes", noch dazu druckfrisch und wir alle wissen, was geschähe, würde das Inhaltliche aus den Fingern gesogen. Mit Sicherheit allerdings eine Bereicherung, egal in welcher Hinsicht (ich bin per Zufall darüber gestolpert).

Ich sehe hier auch keine Ängste geschürt, sondern Hinweise, Links, Meinungen, Argumente etc., die jeder für sich selbst bewerten kann und sollte. Mit unklaren Andeutungen wie" Angste, die gezielt von einigen geschürt werden" ist da nicht geholfen. Konkret oder gar nicht.

Wenn ich mir die EuroFarce im Allgemeinen (das sollte man ggf. an anderer Stelle vertiefen), und den heutigen Werdegang zur Absage des Griechenland Referendums anschaue, gibt es auch keine Notwendigkeit zum "Schüren", das schaffen die "Damen und Herren" schon ganz alleine.

VG
 
Zuletzt bearbeitet: (Teil des Beitrags verlegt :-) #44)
... per Zufall darüber gestolpert ?
Der Begriff Finanzoligarchie ist mindestens 90 Jahre alt - ich gratuliere zum Auffinden !

Interessant hingegen die zu erwartende Diskussion des ansich neutralen Begriffes "Diktatur", ohne Bezug auf NS-Regime oder SED.
Der Diktatur des Souveräns, gegenüber ca. 10 % könnte ich selbst einiges abgewinnen, selbst wenn es "Anti-T-Gesetze" zu toppen scheint !

MfG.
 
Na über das Buch bin ich gestolpert, nicht über den Sachverhalt/Begriff der Oligarchie, wobei die in den Vereinigten Staaten noch viel weiter fortgeschritten ist und, bei aller Perversität dieser Aussage, in nahezu allen Belangen transparenter als in Deutschland :-)
Mir ging es dabei eigentlich eher um den ganz alltäglichen Wahnsinn im und um das deutsche Parlament.
Ergänzung ()

JohnnyBerlin schrieb:
Der Diktatur des Souveräns, gegenüber ca. 10 % könnte ich selbst einiges abgewinnen, selbst wenn es "Anti-T-Gesetze" zu toppen scheint !

Zumindest wäre dieses Experiment bisher einmalig, sofern ich das richtig verstanden hab :-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Zitat laryllan

Gerade "Die Linke" sehe ich mittlerweile am Unkritischten (sieht man von den "Sonstigen" ab und so traurig das ist), nennt sie die Dinge die vorgehen doch beim Namen, fernab der wirtschaftlichen "Alternativlos"-Parolen und kreuzzugartigen Demokratisierungsversuchen, die bis heute, unabhängig von der Bewertung der vorher existierenden Regime, ganze Regionen destabilisiert haben.

Darin steckt der Wunsch nach politischen Alternativen.

Politische Alternativen wird es in einer global-marktwirtschaftliche organisierten Welt nicht geben.

Alles was wir oder andere mit "Vernunft" oder "menschlichem Befinden" an unser System herantragen findet nur insoweit Beachtung, als es dem marktwirtschaftlichen System und seinen Aktueren auf "kapitalistischer" Ebene "nutzt".

Alles andere perlt ab.

Daraus aus meinem Post im Weltanschauungen Thread:

Zum Thema Kapitalismus und Vernunft:

Ich denke, man kann sich darauf einigen, dass die Vernunft Ausgangspunkt und wichtigste Instanz des menschlichen Handelns und Denken sein sollte.

Habe Vorgestern einen Beitrag über Kant gesehen; der Redner - ein Kant Experte - meinte, man könne den Begriff Vernunft (im Sinne von Kant) noch weiter fassen / ergänzen; nämlich "selber denken".

Das schien mir erst mal einleuchtend. Bezogen auf unsere heutige Marktwirtschaft finde ich, das diesem Leitspruch ("selber denken") nicht mehr ausreichend Rechnung getragen werden kann:

Viele Entscheidungen, die wir heute treffen beruhen nicht auf der eigenen Vernunft, dem "selber nachdenken" - die meisten Entscheidungen der Akteure, lassen sich auf eine einfache oder auch komplexere Kosten / Nutzen Rechnung runterbrechen, ganz im Sinne der Mechanismen und Sachzwänge unseres Sytems.
Die meisten Probleme kennen eigentlich nur eine richtige Lösung, bspw. bei der Wahl der geeigneten Kranken - oder Kapitalversicherung, oder Entscheidungen im Betrieb.
Es gilt die Kosten und Nutzen richtig abzuwägen - wer das Handwerkszeug beherrscht, der trifft die vermeintlich richtige Entscheidung - nur:

Bedeutet das "selber nachgedacht" ?

Haben wir das "nachdenken" nicht schon längst den bekannten Mechanismen der Marktwirtschaft überlassen; den Gesetzen von Angebot und Nachfrage, dem Effizienzprinzip, usw...?

Haben wir wirklich selber nachgedacht, oder haben wir nur eine Rechenschablone auf unsere Probleme angewandt?

Was bedeutet eigentlich "selber nachdenken" heute - und was sollte es Bedeuten?

In diesem Zusammenhang lässt sich auch die generelle "Alternativlosigkeit" vieler politischer Problemfelder erklären:
Da wird eben "nachgerechnet" und zum Schluss steht ein Ergebnis - das ist in unserer marktwirtschaflich organisierten Gesellschaft wohl auch ok so - es soll hinterher bloß keiner erzählen, er hätte über irgendetwas "nachgedacht"


Ich kann nicht nachvollziehen, wie man bei einer vernünftigen Analyse unseres politischen und marktwirtschaftlichen Systems zu dem Schluss kommen kann, dass irgendeine Gruppe oder Partei hier etwas grundlegendes ändern könnte.

Es ist ja schön, dass ein Herr Gysi bei vielen Themen den Finger in die Wunde legt, nur, gehört es auch zur Wahrheit, dass wir hier im Kapitalismus leben.
Und da sind alle Akteure auf allen Märkten auf optimierung aus - und zwar auf die persönliche optimierung.
 
Welch ein Glück, dass man Euch Verschwörungstheoretikern und Aufhetzern demnächst noch einfacher per IPv6 und eventuell Klarnamenzwang in Foren beikommt.

Besser wäre es noch, wenn es einen Auskunftsanspruch oder eine Schnittstelle zwischen den zuständigen Behörden und Google und Facebook gäbe, dann wäre das Netz endlich frei von dieser graunvollen Negativkritik, abweichenden Meinungen und Motzerei und man könnte Euch Freidenker endlich und mühelos dingfest machen.

(ACHTUNG: IRONIE/SARKASMUS)
 
Die GeStaPo und die Stasi brauchten auch keine Beweise, sie haben Beweise geschaffen, wobei beide sicher gerne die heutigen Möglichkeiten der Überwachung gehabt hätten.

Das kenne ich doch von Irgendwo... Ah ja der Bundestrojaner!

Oder auch:
http://www.dubistterrorist.de/

Schön das wir in einem freien Land gelebt haben und mal frei unsere Meinung äussern durften!
Das gilt natürlich nicht fürs Internet...
bzw. doch es gilt auch da, aber man muss schon vorsichtig sein was man wem schreibt!
 
Zuletzt bearbeitet:
@Fischkopp:
Danke für den Link, lange nicht mehr so gela...chen im Halse stecken geblieben.
 
Hi
Fischkopp schrieb:
Schön das wir in einem freien Land gelebt haben und mal frei unsere Meinung äussern durften!

na ja, wenn du Heute ne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung abgibst, dann musst du ja mittlerweile damit rechnen das deine Wohnung/Haus vom Arbeitgeber durchsucht wird.

http://www.hr-online.de/website/rub...ik=34954&key=standard_document_43100978&tl=rs
*letzter Absatz*

Es ist halt zukünftig wichtig, bei solchen Vorgehen die Geheimhaltungsstrategien zu erhöhen und bei Inanspruchnahme von rechtlichen Schritten jemanden gleich verurteilen zu können. ;)

Cu
 
Solche Gesetzte oder Verordnungen empfinde ich als Anfang vom Ende einer Demokratie wie sie momentan noch halbwegs am Laufen ist, auch wenn sie jetzt auch schon teils fragwürdig ist bei manchen Entscheidungen mal sehen wie sich sowas weiterentwickelt.
Vor allem was als nächstes für Auswüchse in die Richtung kommen, ich bekomme immer mehr das Gefühl das meine Vorahnungen irgendwann eintreten.

Die Geschichte hat schon mehrfach gezeigt in welche Richtung sowas gehen kann leider.
 
Ich glaube ich wähle Anonymous bei der nächsten Wahl!

Wenn ich mir die örtlichen Piratenpartei "Auswüchse" ansehe, sehe ich Schwarz für die Partei.
Also was bleibt ist der Schnitt, weg von den Leuten die durch Macht korrumpiert sind und den Bürger nicht ernst nehmen. Auch die Piraten vertreten nur ihre Standpunkte ohne über ihren Tellerrand zu blicken, traurig aber Wahr!

Was bleibt ist die Hoffnung das unser Grundgesetz irgendwann auch mal wieder Anwendung findet und nicht immer mehr in den Boden getreten wird.
Bei jedem Punkt müsste mittlerweile ein "Aber" dahinter stehen.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar... ABER...!"
"Jeder hat das Recht seine Meinung frei zu äussern... ABER..."
Usw.

Eigentlich müssten Politiker UNSERE Marionetten sein, die tun was wir sagen bzw. mit unserer Stimme angekreuzt haben, aber das ist noch zu keiner Zeit und in keinem Land so gewesen und zeigt nur wie verlogen das ganze System Demokratie ist!

In den über 20 Jahren in denen ich jetzt wählen darf wurde ich immer enttäuscht und das befürchte ich auch bei den Piraten. Bestes Beispiel waren die Grünen, kaum an der Macht war von den alten Versprechungen nicht mehr viel übrig. Zuviele Kompromisse, zuwenig Bewegung und ein paar der schlimmsten Gesetze in der Geschichte der Bunten Republik!
Seit dem ist es eher schlimmer statt besser geworden und mir tut es ehrlich leid ein Kind in eine Welt gesetzt zu haben in der Freiheit bald nicht mal mehr das Papier Wert ist auf das die Grundrechte mal gekritzelt wurden!
 
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