Wo ist die Grenze von einem Glasfaserkabel?

MikeMüller

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Bei Kupferkabel kommt man ja offensichtlich an die Grenzen mit der aktuellen Internetgeschwindigkeit.

Wie sieht das aus, wenn ich Glasfaser bis zu meinem Haus hätte?

Was wäre dann möglich?

Liegt dann wiederrum an dem Kabel die Mögliche Grenze, oder geht über Glasfaser so viel, dass die Grenzen der Geschwindigkeit durch andere Dinge begrenzt werden?
 
Glasfaserkabel basiert auf Licht. Da es nichts schnelleres als Licht geben kann, wird die Geschwindigkeit nicht durch das Kabel limitiert, sondern nur durch die anderen Geräte limitert.
 
grenzen von kupferkabel ?
definitiv nein!

was wäre hätte wenn spielchen ?
unsinnig, ein typischer mikemüller mal wieder.

eigeninitiative ist gefragt!
 
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ach die 200Mbit Leitung der Telekom macht schon Spass und am Limit bei den Servern bin ich noch nicht angekommen
 
T0B3Y schrieb:
Glasfaserkabel basiert auf Licht. Da es nichts schnelleres als Licht geben kann, wird die Geschwindigkeit nicht durch das Kabel limitiert, sondern nur durch die anderen Geräte limitert.

Das hat doch nichts miteinander zu tun! :D

Aber die Frage ist auch technisch falsch gestellt, man muss hier unterscheiden.

Das eine ist das Medium. Kupferkabel, Glasfaserkabel, und so weiter...
Was man auf diesem Medium macht ist dann die nächste Frage. Das ist sozusagen eine Protokollfrage bzw. eine Frage der Art der Nutzlast, wenn man so will.

Und dann gibt es Unterschiede, z.B. bei der Stabilität der Signale bei der Übertragung über Distanz. Hier lokal bei mir im Netz mache ich Ethernet über Kupfer und schiebe darüber 10 Gbit/s. Das würde bis 100 Meter Kabellänge gesichert funktionieren. Und die Entwicklung geht weiter, 40 Gbit/s über Kupfer kommt und 100 Gbit/s ist in Entwicklung.

Was die Bandbreite angeht sind wir also noch lange nicht am Ende von Kupfer, da geht viel mehr drüber als dir ein Provider in absehbarer Zeit zur Verfügung stellen könnte. Es ist nur einfacher eine hohe Bandbreite über eine größere Distanz zu erreichen, wenn man Glasfasern verwendet. Daher ist der Backbone des Internets ja sowieso schon lange auf Glasfasern basierend.

Was dann den restlichen Weg zum Kunden angeht, so ist hier Kupfer noch in weiten Teilen der Standard und hier findet auch noch Entwicklung statt. Selbst in diesem konkreten Use Case ist Kupfer also noch nicht am Ende.

Du kannst dir nicht ohne weiteres Glasfaser in dein Haus legen lassen. Du brauchst ja jemanden am anderen Ende, der dir darauf etwas bereitstellt. Ist nicht anders als bei Kupfer. Und schon bei Kupfer gibt man dir nicht so viel wie möglich wäre. Bei Glasfaser sähe das genau so aus. Die Telekom macht in ihren Versuchsgegenden maximal 200 Mbit/s über Glasfaser, was gemessen an den Möglichkeiten fast nichts ist.
 
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T0B3Y schrieb:
Glasfaserkabel basiert auf Licht. Da es nichts schnelleres als Licht geben kann, wird die Geschwindigkeit nicht durch das Kabel limitiert, sondern nur durch die anderen Geräte limitert.

die lichtgeschwindigkeit ist hier ein schlechtes argument, denn die signalgeschwindigkeit in kupferleitungen ist nahezu identisch mit der lichtgeschwindigkeit, wenn nicht sogar gleich der lichtgeschwidnigkeit ;)

pardon: es waren 2/3 lichtgeschwindigkeit. aber imme rnoch schnell genug

die probleme sind hier andere, zum beispiel die leitungsdämpfung die die signale immer schwächer werden lassen (aber nicht langsamer)
 
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ronny_kruse schrieb:
pardon: es waren 2/3 lichtgeschwindigkeit. aber imme rnoch schnell genug

Es schwankt, je nach dem wen man fragt :)

Die Signalgeschwindigkeit in Kupfer ist eher so ~3/4c und ~2/3c gilt für Glasfasern.

Ja, Signale aus Licht in Glasfasern sind langsamer als z.B. Licht im Vakuum und außerdem sogar noch langsamer als Signale in Kupfer.

Aber wie gesagt, dass hat für den praktischen Anwendungsfall der Datenübertragung keinen Einfluss auf die zu erreichende Bandbreite, da hier andere Effekte greifen, die mehrere Größenordnungen darunter liegen.
 
In Richtung des Glasfaserkabels ist die Geschwindigkeit deutlich kleiner als die Lichtgeschwindigkeit, da die Wegstrecke des Strahls nunmal durch die Reflexionen von Wand zu Wand deutlich länger ist.

Die Datenübertragungsrate einer Faser ist nicht so entscheidend (könnte man ja "Googlen"). Es ist schließlich relativ einfach möglich, mehrere Fasern als Bündel zu führen und so beliebige Raten zu erreichen. Glasfaserkabeln beeinflussen sich ja nicht gegenseitig.

Hier liegt auch der eigentliche Vorteil von Glasfaser, es wird nicht von den allgegenwärtigen EM-Feldern gestört - eben auch nicht von den durch Nachbarkabeln verursachten.
Die ständige Störung der Kupferadern führt halt irgendwann dazu, dass man außer dem durch die EM-Felder erzeugten Rauschen nciht mehr viel "hört". Dieses Problem tritt bei Glasfaser nicht auf (bei Telefonkabeln wird es durch die sprialisierte Kabelführung stark vermindert, da sich durch die ständige Richtungsänderung die induzierte Spannung möglichst wieder aufhebt).
 
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Immer wieder gerne

Der begrenzende Faktor ist hier im Allgemeinen zumeist schlicht die verarbeitende Peripherie, daher die Leistungselektronik respektive derer Latenzen in der Signalverarbeitung. Die algorithmische oder vielmehr Verarbeitungsverzögerung – dessen Verzögerung mit der Taktfrequenz bestimmt wird, ist hier limitierend (vgl. → Laufzeit).

Und da in optischer (Tele-) Kommunikation prinzipbedingt verarbeitende Elektronik eingesetzt wird, ist diese hier beschränkend. Weiters bestimmend durch Signalabschwächung (→ sinkende Verarbeitungswahrscheinlichkeit) ist in geringerem Maße die Materialgüte der jeweiligen Filamente (→ Glasfaser).
Das zudem die Signalgüte mit steigender Leiterlänge sukzessiv abnimmt, sollte ebenso naheliegend sein wie andere Einflüsse durch Materialbeschaffenheit (Lichtbrechung, Absorption durch Trübung et cetera), das aber nur am Rande …

Auch kann das Lichtsignal nicht beliebig hoch gepulst oder besser emittiert werden, da aufseiten der aufnehmenden Empfangselektronik bei zu hoher Lichtfrequenz eine fehlerfreie Unterscheidung der Totzeiten (Zeiten ausbleibenden Lichtes) nicht länger nachvollziehbar ist – bedingt durch die Schaltzeiten der Empfangsdiode.


Lektüre:
Wikipedia → Verzögerung (Telekommunikation)
Wikipedia → Laufzeit
Wikipedia → Lichtwellenleiter [Grenzen der Übertragung ff.]



In diesem Sinne

Smartcom

PS: Man verzeihe mir die möglicherweise zwecks Erläuterung erhebliche simplifizierung der jeweiligen Sachverhalte.
 
@TE: diese Frage ist alles andere als einfach zu beantworten.

Irgendwo im Internet habe ich mal eine Berechnung gesehen bei der alle Limitierungen vernachlässigt wurden und Wellenlängen vom Infraroten bis in das Ultraviolette Spektrum verwendet wurden. Ergebnis waren etwa 160.000 Tb/s bei einer einzigen Faser.
Dieser Wert wird in der Praxis jedoch niemals auch nur annähernd erreicht werden.

Glasfasern haben bei bestimmten Wellenlängen eine relativ niedrige Dämpfung (1260nm - 1675nm) und in diesen Bereichen werden in der Praxis die Signale übertragen.
Diese Wellenlängen liegen alle im Infraroten Spektrum.
Neben der Dämpfung ist noch die Dispersion ein beeinträchtigender Faktor. Da gäbe es die Modendispersion, Profildispersion, Materialdispersion, Wellenleiterdispersion, Polarisationsmodendispersion und die Chromatische Dispersion (Setzt sich zusammen aus Materialdispersion und Wellenleiterdispersion).

Nachdem die Technische Entwicklung bei der optischen Datenübertragung sich in voller Fahrt befindet werden jedes Jahr dank besserer Laser und Lichtwellenleiter neue Rekorde aufgestellt.
Nach einer kurzen Google Suche dürfte der aktuelle Rekord bei 43Tb/s liegen.

Leider werden die Rekorde meist auf sehr kurzen Übertragungsstrecken erzielt die in der Praxis keine Anwendung haben.

Die höchste Übertragungsrate auf langen Strecken und einer einzigen Faser erreicht man heutzutage mit DWDM-Systemen und dort dürfte die Geschwindigkeit im niedrigen einstelligen Terabit-Bereich liegen.
Diese Technik ist allerdings so teuer das ein Privatkunde auf absehbare Zeit nicht in den Genuss derselbigen kommt.

Für Privatkunden gäbe es diverse GPON-Varianten über die man theoretisch in den Gigabit-Bereich vorstoßen könnte. Da es sich bei dieser Technik jedoch um ein Shared-Medium handelt wird auch das noch einige Zeit dauern.

Edit: Die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts in der Glasfaser spielt für die Datenrate keine Rolle.
Außerdem kann man die Ausbreitungsgeschwindigkeit ganz einfach berechnen: Die Vakuumlichtgeschwindigkeit geteilt durch den Brechungsindex ergibt die Lichtgeschwindigkeit im Medium.
 
Zuletzt bearbeitet: (Ergänzung)
Na ja, wie man der Fragestellung des TEs entnehmen kann, geht es hier um die Geschwindigkeit in seinem Haus. Und da spielen Glasfaser oder Kupferdiskussionen keinerlei Rolle. Wenn man von dem theoretischen Überbau der Übertagungsmedien spricht.

Wenn man Dinge von A nach B transportieren will, dann limitieren nie die theoretischen Geschwindigkeiten der Transportwege. Die Limitierungen fangen ganz viel früher an. Sehr viel früher.
 
Danke an die meisten hier.

Meine Frage ist schon beantwortet.

Mir war nicht klar, warum Glasfaser der bessere Weg ist.

Dass es die Dämpfung bei den Kupferkabeln ist die über lange Entfernungen entsteht, ist mir die Sache jetzt klar.
 
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