Das Problem an wirklich gutem 3D Sound ist das man ihn selbst erlebt haben muss.
Bei neuen Grafikwunder-Games kann ich Screenshots machen, Demos rausbringen oder kleine Videos basteln, den guten Sound kann man nicht vorführen ohne die passende Hardware bereits zu haben.
Wenn ein Onboardsound-User sagt "mir reicht das, ich bin völlig zufrieden" , dann glaub ich ihm das, aber er kennt ja auch nicht mehr. Der Blick über den Rand der Suppenschüssel ist verbaut und von Hörensagen/Mund zu Mund Propaganda kann man so schnell niemanden überzeugen.
Zumal die meisten User auch ein "enges Verhälntis"zu ohrem PC haben und sich meist verpflichtet fühlen "ihr" Setup als toll zu verteidigen.
Hinzu kommt das Problem das in Foren wie diesem hier JEDER mitreden will.
Für den der sich informieren will ist es schwierig herauszufinden hinter welcher Aussage eine reifere Persönlichkeit mit evtl. entsprechendem Know How und hinter welcher das Fanboy Kiddie mit Klischees/Markenbashing sitzt.
Ich bin mir jedenfalls sicher das wenn einige Vorraussetzungen stimmen, niemand mehr zum Onboardsound zurückkehren würde.
Wer z.B. Bioshock schonmal mit ner X-Fi und nem GUTEN Kopfhörer gespielt hat weiss das man viel intensiver ins Geschehen eintaucht. Die Stimmung wird echter, mitreissender und macht somit um einiges mehr Spaß. Bei manchen Soundeffekten hat man einen ähnlich guten Adrenalinschub wie bei ner guten Explosion auf ner Kinoleinwand.
Leider ist das Interesse und somit auch jegliches Verständnis an gutem Sound gering.
Noch geringer ist die Bereitschaft Geld dafür auszugeben.
Überspitzt sage ich immer: Alle 6 Monate 600€ für ne Grafikkarte verballern, aber dann Onboardsound, Plastikbrüllwürfel und Billigheadset. Das passt einfach nicht zusammen.
Ok, es gibt verschiedene Bedürfnisse, aber man sollte sich doch irgendwann mal zumindest probehalber mal darum kümmern seinen "Sound-Horizont" zu erweitern.
Wer noch nie richtig gute Boxen gehört hat meint halt wirklich der 50/60€ Kram von Logitech & co wäre das Maß der Dinge.
Andererseits haben sich viele Teens & Twens schon derart ihr Gehör zerschossen das ein Hörerlebnis auf der Strecke bleibt. Der Musikgeschmack spielt auch eine wichtige Rolle.
Die Grenzen eines Soundsystems wird man kaum heraushören indem man elektronische Mukke oder den kaputtgemasterten Kram der "Bravo Top20" hört.
Wer nur schnelle "Beeps" und "Bumms" hört der braucht ausser nem halbwegs potenten bass und nem billigen Hochtöner nicht viel. Bitte nicht falsch verstehen, ich weiss gute House Musik selbst zu schätzen, aber der technische anspruch an die Soundhardware ist bei elektronischer Musik nunmal ein Witz.
Es gibt aber auch die andere Seite der Medaille.
Ein von Haus aus zu Schrott gemastertes Album klingt überall schlecht.
Gutes Beispiel Red Hot Chili Peppers: Californication. 90% in Mono, völlig überzogen, Rekordhalter in Sachen "Loudness Wars", 0 Dynamik. Natürlich wird einem das als "Stilmittel" verkauft, es ändert aber nichts daran das es klingt wie sch...e .
Wer also auf sowas abfährt sollte diese Musik nicht heranziehen um damit ne Aussage über Soundhardware zu machen.
Ähnlich verhält es sich mit Spielen. Es gibt Spielehersteller die den Sound ebenso Stiefmüttlerlich behandeln. Wer bei Crysis die Augen schliesst fühlt sich soundtechnsich doch auf dem Stand eines mindestens 6 Jahre alten Shooters oder ? War nur ein Beispiel, da gibts noch genug andere schwarze Schafe. Letztlich kommts immer auf den Content an bevor man
1. weiss ob man soviel Sound "braucht"
2 . tatsächlich eine Aussage über die Qualität treffen kann.