Zeugnissprache, Frage zu einem Satz

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ssj3rd

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Hallo Leute,

habe hier in meinen Abschlusszeugnis der Ausbildung folgenden Satz stehen:

"Wir erwarten von unseren Auszubildenden jederzeit absolute Vertrauenswürdigkeit und Ehrlichkeit."

Der kommt mir etwas komisch vor, für welche Benotung steht dieser Satz ? Klingt irgendwie sie so als ob man mir nicht vertrauen könnte, ich ein verlogenes Arsch bin und ständig Lüge...

Mfg
ssj3rd
 
Eine sehr schlechte. Ausgedrückte erwartungen spiegeln stets das gegenteil von erfüllten fähigkeiten/leistungen wider.

Aber: Ohne den kontext zu kennen, kann man hier nicht abschliend beurten. Wenn z.B. noch folgt, dass du diesen erwartungen stets/immer/jederzeit in vollster weise entsprochen hast, kehrt sich dieser satz natürlich ins äußerst positive um
 
Davor : "Sein Verhalten gegenüber unseren Kunden war stets einwandfrei"

Danach: " Wir danken Herrn xxx für die angenehme Zusammenarbeit während der Ausbildungszeit und wünschen dieser jungen Kraft weiterhin alles Gute"

Mfg
ssj3rd
 
Tja, da warst du wohl nicht gerade der Zuverlässigste, nicht wahr? ;)
 
sehr schlechtes zeugnis.

d.h. dein verhalten gegenüber dem chef und mitarbeitern was mies, du bist nicght vertrauenswürdig und ehrlich und zu guter letzt bedauert man dein ausscheiden auch nicht. Diese Passagen deuten auf ein 5er Zeugnis hin.


EDIT: Wichtig: unbedingt einspruch einlegen, wenn diese punkte nicht zutreffen. Lass dich nicht abspeisen, häufig hat man sehr gute chancen auf änderungen, wenn man offen und konstruktiv auf die leute zugeht. Gerade kleinere betriebe wissen oft nicht, was in ein vernünftiges zeugnis reingehört.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe letztens auch meine erste Beurteilung schreiben dürfen, halbwegs Einblick in die Materie und insofern kann ich dir garantieren, daß dein (EX)-Chef dich nicht weiter empfiehlt.

Das nennt man dann "Auslassung", ein gutes Zeugnis wäre so:
Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war stets einwandfrei.

Allein die Reihenfolge ist manchmal entscheidend, Vorgesetzte nicht an erster Stelle ist bereits auffällig. Allerdings beachten das gerade in kleinen Betrieben nicht alle Zeugnisschreiberlinge.

So wärs 'ne 4, der letzte Satz wünschen dieser jungen Kraft weiterhin alles Gute geht leider noch eine Note darunter.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ist das jetzt hier nen Scherz oder sieht nen offizielles Zeugnis wirklich so aus ??

Da versteht ja niemand was gemeint ist oO
 
@ZEUSofEnse: Ja, das ist so durchaus üblich! Hier siehst du ein Beispiel, wie es besser nicht aussehen sollte!
 
@ZEUSofEnse: Das muss so sein man darf keine negativen Bewertungen abgeben :freak:
 
Bürokratie eben.
 
Sorry, wusst ich nicht. Bin noch in der Schule und da stehen halt Noten, bzw. Punkte. Wenn da ne Mangelhaft steht weiß jeder was gemeint ist ^^.

Das ist doch total lächerlich, dass man keine negativen Bedeutungen abgeben darf. Man schreibt jetzt halt "Wir erwarten von unseren Auszubildenden jederzeit absolute Vertrauenswürdigkeit und Ehrlichkeit.", anstatt Mangelhaft. Gemeint ist doch das gleiche. Ich finds lächerlich xD
 
Lekio schrieb:
[...]man darf keine negativen Bewertungen abgeben :freak:

Das ist nicht ganz wahr. Die Leitsätze beim erstellen eines qualifizierten Arbeitszeugnisses lauten Wahrheit und Wohlwollen. Dummerweise ist die Wahrheit nicht immer wohlwollend und das Wohlwollende nicht immer ganz wahr. Das gipfelt in solche Formulierungen.
 
Sein Verhalten gegenüber unseren Kunden war stets einwandfrei

Hattest du Streit mit deinen Vorgesetzten und Kollegen?

Im Idealfall würde der Satz: "Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war jederzeit einwandfrei."

heißen. Da weder die Vorgesetzten noch die Mitarbeiter im Satz genannt werden, tippe ich darauf, dass irgendetwas vorgefallen sein muss.

und
" Wir danken Herrn xxx für die angenehme Zusammenarbeit während der Ausbildungszeit und wünschen dieser jungen Kraft weiterhin alles Gute"

ist die sogenannte Abschlussformel. Diese sollte im Idealfall aus drei Punkten bestehen:

1. Der Grund des Ausscheidens
2. Dank für die Mitarbeit
3. Beste Wünsche für Berufs- und Lebensweg

z. B. Mit Ablauf vom ... scheidet Herr ... entsprechend dem auf dieses Datum befristetem Arbeitsvertrag aus unserem Unternehmen aus. Wir danken Herrn ... für seine Mitarbeit und wünschen ihm für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute.

Da du jedoch Azubi warst, denke ich, kann sich jeder Personalchef denken, warum dein Arbeitsverhältnis endete.
 
Firma ist nicht klein . Ist die Deutsche Telekom AG
 
Klein oder groß spielt nicht immer eine Rolle.
Ohne jetzt zu beleidigend zu werden: Du warst bei dem was du gemacht hast nicht mal annähernd gut!
Das ist jetzt leider wenig wohlwollend meinerseits formuliert, dafür allerdings wahr.
 
Zumindest sagt das Zeugnis das aus. Über wahr oder nicht sollten wir uns eher kein Urteil erlauben ;)
 
Unabhängig davon ob die verkappten Andeutungen nun stimmen oder nicht, ist zu erwähnen, daß Du das RECHT auf ein wertungsfreies Zeugnis hast. Wertungsfrei meint auch FREI von solchem "Code". In deinem Fall würde ich mich in dieser Richtung beraten lassen und dieses auch vom Arbeitgeber erbitten/verlangen.

Wie Du jetzt natürlich vorgehst hängt von den Umständen ab. Klärende Gespräche wirken manchmal Wunder. Wie oben schon erwähnt gibt es aber auch Beratungmöglichkeiten in dieser Richtung. Eventuell ist es einfach ein wenig schief gelaufen und es wurde von jemandem geschrieben, der nicht wirklich wußte was er tat. Wobei dies in der Regel nicht vorkommt, die Zeiten wo so etwas unbewußt passiert sind vorbei.

Gerade weil es wohl dein erstes Zeugnis ist und der Berufseinstieg bei Dir erst noch bevorsteht kann solch eine Zeugnis unagahnte Probleme hervorrufen und Du hast nichts, womit Du es negieren könntest (weiteres Zeugnis eines anderen Arbeitgebers, usw.).

flipp
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
guru-online schrieb:
Im Idealfall würde der Satz: "Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war jederzeit einwandfrei."

heißen



Ich glaube allein das Wort "einwandfrei" hat einen negativen Touch. Die Vokabel für den Idealfall lautet hier ehr "vorbildlich".
 
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