Zittern bei Lauftext im Video

Geleb

Lt. Junior Grade
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Okt. 2009
Beiträge
497
Habe mir nach vielen Jahren einen neuen PC gebaut und verzweifel an der Video-Wiedergabe.

Beispielsweise im Abspann eines Films fällt auf, dass die Schrift "zittert". Auch bei Schwenks kann ich das ausmachen. Mal mehr, mal weniger. Bei 1080 etwas ausgeprägter als bei 720. Aber an der Hardware kann es nicht liegen (i5-3470 + GTX 660). Auch alle Treiber sind auf dem neusten Stand und der Effekt tritt bei allen Playern (VLC/Media Player Classic/PowerDVD) auf.

Mir fallen nur noch zwei Gründe ein, woran es liegen könnte:

1. Am "neuen" Monitor: LG L227WTP (???)

2. An der Bildrate von HD-Videos bzw. an meinen empfindlichen Augen. Damals bei Röhrenmonitoren konnte ich sofort erkennen, ob ein Monitor mit 60, 75 oder 100hz lief, während andere nicht mal einen Unterschied zwischen 60 und 100hz erkannt haben. Ich weiß auch nie, ob ich da 1080 24p Videos schaue und auf die Schnelle habe ich keine Videodatei mit 50p finden können.

Ich bin sonst ratlos. Fällt das sonst noch jemandem auf, kann man da mit Einstellungen gegensteuern? Der Effekt wird auch schwächer, wenn ich mich einige Schritte vom Monitor entferne, also liegt es evtl. doch an mir?

Kann keine Videos mehr genießen, weil ich als darauf schaue. Wenn niemand eine Erklärung hat, wäre ich schon mal dankbar für einen Link zu einer 50p FullHD Video-Demo, damit ich vielleicht einen Unterschied ausmachen kann.
 
Der Monitor ist ja 1680 x 1050 @ 60 Hz. Man müsste irgendwo die genauen Spezifikationen finden (vielleicht Handbuch). Es klingt plausibel, dass er weder 50p noch 24p nativ unterstützt.
 
klar liegt das an den verschiedenen Bildraten!
eine BD liegt zu 99% in 24p (23,976Hz vor) und sollte auch so wiedergegeben werden. Wenn die mit 60Hz abgespielt wird, dann kann man noch mit 3:2 Pulldown arbeiten (5*24=2*60), das ist nicht schön, geht aber noch. Richtig übel wird es halt, wenn du das irgendwie auf 50Hz zwängen willst.

Du musst doch wissen in welchen Quellformat deine Videos vorliegen?
 
powerfx schrieb:
Der Monitor ist ja 1680 x 1050 @ 60 Hz. Man müsste irgendwo die genauen Spezifikationen finden (vielleicht Handbuch). Es klingt plausibel, dass er weder 50p noch 24p nativ unterstützt.

Ich steige bei diesen ganzen Standards nicht durch. Sind nicht alle PC-Monitore, abgesehen von 3D Gaming-Modellen, mit 60hz Wiedergabe ausgestattet.

Mein Anliegen erklärt zumindest, warum manche TV-Hersteller mit 200hz werben für flüssigere Bewegungen. Meinen alten 19" Samsung tft konnte ich auf 75hz betreiben, da hatte ich das Gefühl nicht, obwohl ich darauf auch kein FullHD gesehen habe. Da es aus einiger Entfernung besser aussieht, vermute ich tatsächlich, dass meine Augen diesbezüglich einfach sehr empfindlich sind. Wobei es mir im Kino andererseits nicht auffällt.
Ergänzung ()

Mickey Mouse schrieb:
klar liegt das an den verschiedenen Bildraten!
eine BD liegt zu 99% in 24p (23,976Hz vor) und sollte auch so wiedergegeben werden. Wenn die mit 60Hz abgespielt wird, dann kann man noch mit 3:2 Pulldown arbeiten (5*24=2*60), das ist nicht schön, geht aber noch. Richtig übel wird es halt, wenn du das irgendwie auf 50Hz zwängen willst.

Du musst doch wissen in welchen Quellformat deine Videos vorliegen?

Ja, also das sind schon 24p, deshalb fragte ich nach einer Demo in 50p zum Ausprobieren.

Ist 24p an FullHD gebunden oder waren Filme schon immer in 24p? Bei einem PC-Game würde man bei 24fps doch fast schon sagen können, dass es eben nicht flüssig läuft.

Verstehe ich das richtig? Wenn mein Monitor nur 24hz hätte, würden Videos flüssiger aussehen? Wozu gibt es dann beispielsweise diese irren 600hz bei manchen TV-Geräten?
 
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PAL-DVDs haben eine Bildfrequenz von 25 Hz, während NTSC-DVDs eine Bildfrequenz von 29,97 Hz aufweisen. Die Blu-Ray Spezifkation erlaubt heute maximal 24 Bilder pro Sekunde bei 1080p (und bis zu 59,94 Bilder pro Sekunde bei 720p - wie bei NTSC-DVDs früher [29,97*2 = 59,94]). Das digitale SD Fernsehsignal wird wiederum mit 25 Bilder pro Sekunde übertragen.

All diese unterschiedlichen Spezifikationen muss ein heutiges TV-Gerät wiedergeben können. Je mehr "virtuelle" Hz ein TV-Hersteller angibt, umso mehr Zwischenbildberechnungen und sonstige Berechnungen werden im TV durchgeführt, um das Bild zu "verbessern"/"flüssiger" aussehen zu lassen etc. Im LCD-TV Bereich hat ein 600HZ TV kein 600HZ Panel, sondern bestenfalls ein 200Hz, meistens eher ein 100Hz Panel, und der Hersteller rechnet sich diese Hz-Zahl dann marketinmäßig hoch, um zum Ausdruck zu bringen, dass seine software-seitigen Bildverbesserungen "so gut sind wie 600Hz". Bei PC-Monitoren findet keine solche Bildverbesserung statt - diese sind ja auch nicht zum Filme/TV schauen konzipiert, sondern als Wiedergabegerät für den Computer.

Ein PC-Spiel läuft im Übrigen dann "augenscheinlich" flüssig, wenn die fps im Spiel ein gerades Vielfaches von der Hz-Frequenz des Monitors sind. Bei einem 60Hz TFT also 30fps, 60fps, 120fps usw. In Spielen kann man deshalb auch "VSync" aktivieren, sodass die fps im Spiel auf die TFT-Bildfrequenz limitiert werden (wenn deine Grafikkarte also so gut ist, dass sie im Spiel 87fps schaffen würde, dann würden die Grafikkartentreiber die Ausgabe auf 60fps limitieren; wenn deine Grafikkarte zu langsam ist und die fps unter diese Grenze fallen, dann kann VSync natürlich auch nichts machen ^^). Ohne VSync ist also die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass du bei schnellen Bewegungen in Spielen auch mal ein mehr oder minder starkes Ruckeln sehen könntest, obwohl deine Grafikkarte ja "eigentlich genügend fps" liefert - aber eben kein gerades Vielfaches deiner Monitor-Bildfrequenz.

Lange Rede kurzer Sinn: Bei TVs macht es schon Sinn ein 100Hz oder gar 200Hz Panel zu haben, da dieses mit den unterschiedlichen Formaten umgehen können muss und durch erweiterte Berechnungen dann meist auch tatsächlich ein ruhigeres Bild zu Stande kommt. Bei PC-Bildschirmen gibt's sowas nicht und du müsstest das komplett software-seitig regeln.

Anmerkung: Ich glaube die Hz Frequenz war bei Röhrenbildschirmen variabel. Bei TFT-Bildschirmen ist diese fest bei 60Hz. Das dürfte auch erklären, warum das Bild bei deinem alten Röhrenbildschirm evtl. ruhiger gewirkt hat (vorausgesetzt dieser war entsprechend eingestellt).
 
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ähm du verwechselst da was... bei alten röhri wurden durch anheben der herzzahl die linienabtastung auf die fluoreszente mattscheibe erhöht.
lcd oder plasma funktionieren komplett anders... da werden pixel..... egal...

dein problem ist die BD im zusammenhang mit dem monitor/fernseher.... bei 24bilderprosekunde wird das bild nun mal ruckelig bei bewegungen.. das kannst du aber mit dem bildprozessor des fernsehers kompensieren.... schau mal bei bildeinstellung, welche voreinstellungen (kino, sport, landschaft...) für dich passt. zudem kommt auch noch darauf an, ob im hintergrund noch tools vom pc alle daten untersucht und welches kabel du benützt, und ob bei dem benutzten player auch alles korrekt läuft... (seit wann funktioniert vlc mit bd-scheiben)
 
Wow, vielen Dank für die ausführlichen Antworten! Ich bin nun zumindest dahingehend beruhigt, dass ich anscheinend nicht viel daran ändern kann und von meiner Seite aus alles richtig gemacht habe.

Das Thema ist sehr interessant, aber auch leicht verwirrend. Ich habe bis heute noch nicht komplett verstanden, warum "Der Hobbit" in HFR 3D so seltsam aussieht, obwohl er effektiv nur mehr Bilder pro Sekunde hat als ein standardmäßiger Kino-Film.

Eine kurze Nachfrage noch: Weil Fernseher ja anscheinend per Software gegensteuern können, kann das nicht auch meine PC-Software. Wonach müsste ich da schauen, hat Deinterlacing mit dem Phänomen etwas zu tun?
 
software ist gegenüber hardware ziemlich unterlegen.
3D filme sehen halt so komisch aus, weil zwei bilder "übereinander/verschoben" sind... dazu brauchst du ein monitor mit 120herz, der beide teile einzeln auf 60herz umwandelt, damit deine shutterbrille es stereoskopisch darstellen kann.
 
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