Sokolino schrieb:
Es geht darum, das ein Kumpel eine E-Mail bekommen hat, das er vor 2 Monaten einen Film Gestreamt hat und deswegen jetzt eine kleine Geld Strafe verhängt wurde.
Zum einen muss dein Kumpel ja wissen ob das zutrifft oder nicht. Filme streamen sich nicht von allein. Entweder war er es selbst oder ein Mitglied des Haushalts. Das gilt es als erstes zu klären, eindeutig, mit offenen Karten, keine Geheimnisse.
Zum anderen wurde ja bereits geschrieben, dass sowas üblicherweise per Post kommt. Das liegt einfach daran, dass die Daten, die der Provider auf richterlichen Beschluss herausgibt, vorwiegend aus Name und Anschrift des Anschlussinhabers bestehen. eMail-Adressen sind kein zuverlässiges Kommunikationsmittel, da gar nicht sichergestellt ist, dass der Kunde die eMail-Adresse des Providers überhaupt nutzt, und ggfs kommt noch der Spamfilter ins Spiel.
Aber: Dein Kumpel muss ja wissen ob der Vorwurf plausibel ist. Hat er sich vor ~2 Monaten den neuen Spiderman angeschaut hat und in der Mail wird ihm genau das vorgeworfen, mahne ich doppelt zur Vorsicht. Einerseits würde ich auf keinen Fall sofort zahlen (aus den bereits mehrfach genannten Gründen), andererseits würde ich es aber auch nicht einfach links liegen lassen und ignorieren. Sollte die eMail wider Erwarten legitim sein und etwaige Fristen werden ignoriert und laufen ab, kann es im schlimmsten Fall tatsächlich vor Gericht gehen.
Im Zweifelsfalle bietet die örtliche Verbraucherschutzzentrale eine Rechtsberatung an. Das kostet um und bei pauschal 50€ und man bekommt Unterstützung bei der Reaktion auf das Schreiben - wenn es denn legitim ist.
Sokolino schrieb:
Der Provider speichert ( nach eigenen Angaben 14 Tage die IP und Personalisierten Daten). Doch ich kam auf die Idee, das der Provider ja durch das Datum der Zwangstrennung (alle 180 Tage) ja bescheid wissen muss, wie lange die Ip vom User XY betrieben wird, obwohl die Daten zur Ip nur 14 Tage gespeichert werden.
Du gehst fälschlicherweise davon aus, dass die IP kurz vorm Abschicken der eMail geprüft wurde. Weder du, noch dein Kumpel noch ich wissen aber wie der Arbeitsablauf beim Rechteinhaber bzw. der beauftragten Firma aussieht. Man merkt nicht erst 2 Monate später, dass jemand etwas illegal runtergeladen oder gestreamt hat, sondern das ist eine Live-Überwachung. Die Daten können daher sehr wohl innerhalb der 14 Tage beim Provider abgerufen worden sein und das Schreiben mit der Forderung wurde eben erst 2 Monate später verschickt - ggfs auch ganz bewusst, damit der Beschuldigte Schwierigkeiten hat, glaubhaft zu nachzuweisen, dass das nicht stimmen kann.