Zweite LAN-Verbindung parallel einrichten?

Klassikfan

Commodore
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Ich versuche hier, ein Problem komfortabel zu umgehen. Folgendes Szenario:

Ich benutze einen kleinen, sparsamen PC (Server-PC) als "Videorekorder". Darin verbaut sind zwei DVB-Karten für DVB-S und DVB-T von Digital Devices und als zentrale Software DVB-Viewer Mediaserver von Hackbart. Bekannter ist die Software DVB-Viewer, die ich parallel auf meinem PC nutze, wo ich über diese Verbindung zB. fernsehe. Aufnahmen macht der Mediaserver auf dem Server-PC.

Wenn ich nun diese Aufnahmen über das Netzwerk (beide PCs hängen am selben Netgear-Switch) auf den Haupt-PC kopiere, um zB. die Filme zu schneiden, bricht das zeitgleiche Live-TV-Bild mit Klötzeln in sich zusammen, so lange die Übertragung läuft. Meine anfängliche Vermutung, daß hier schlicht die Netzwerkverbindung ausgelastet ist, hat sich nicht bestätigt. Es erschien logishc, den mehr als 110 MB/s bringt so ein GBit-LAN nunmal nicht. Und ungefähr diese Datenrate erreicht das Kopieren übers Netz.

Lösungsversuch: Ich habe aufgerüstet. Der neue Switch verfügt nun über zwei Ports, die bis zu 10GBit/s leisten. Außerdem haben die beiden PCs USB-LAN-Adapter mit bis zu 2,5GBit/s erhalten, die jetzt an die 10GBit-Ports gehen. Das Geschwindigkeitslimit ist damit passè. Aber es klötzelt leider immer noch!

Meine Frage lautet nun folgendermaßen: Ist es möglich, die nun freien LAN-Anschlüsse der PCs zu nutzen, um eine zweite Verbindung zu etablieren, die exklusiv für die Live-TV-Übertragung des DVB-Mediaservers/DVB-Viewers eingerichtet wird, so daß diese beiden Datenströme getrennte Wege gehen?
 

TriggerThumb87

Lt. Junior Grade
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Was du eigentlich bräuchtest, wenn es hier tatsächlich ein Engpass wäre, ist QoS, oder ein hartes Geschwindigkeitslimit beim Dateitransfer.
 

Raijin

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Spricht denn irgendwas dagegen, die Aufzeichnungen mittels robocopy, o.ä. einfach über Nacht zu synchonisieren? Ein banales Skript im Taskplaner, das neue Dateien kopiert und den PC anschließend runterfährt. Am nächsten Tag sind dann alle aktuellen Aufnahmen auf dem Schneide-PC und man kann sich austoben.
 

Mr. Robot

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Kann der Switch überhaupt 2.5 Gb/s? Das ist bei 10 Gb/s nicht zwangsläufig mit dabei, das sind verschiedene Standards.

Den zweiten Netzwerkanschluss kannst du als "Direktverbindung" benutzen. Du musst ihr dafür nur eine (private) IP-Adresse aus einem anderen Subnetz geben. Und dem Server ebenfalls eine zusätzliche Adresse aus diesen Subnetz. Also wenn dein LAN die 192.168.0.0/24 hat, gibst du den beiden Rechnern z.B. 192.168.2.1 und 192.168.2.2, Subnetz 255.255.255.0, kein Standardgateway.
Du musst den Server dann natürlich über seine neue Adresse ansprechen.
 

KeyKon

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Es könnte möglich sein (hab sowas selbst nie ausprobiert).
Einfach beide PCs extra einstecken und den Adaptern entsprechend andere, feste IP-Adressen (am besten in einem eigenen Netzbereich) geben.
Du musst dann natürlich den Server mit dieser IP-Adresse ansprechen anstatt seinem Hostnamen.

Ob das dann was an deinem Problem ändert steht auf einem anderen Blatt. Schließlich hat die Bandbreitenerweiterung ja scheinbar nix gebracht.

Gruß KeyKon
 

snaxilian

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@chrigu Wenn du bonding schreibst meinst du dann lacp/802.3ad? Falls ja bringt das dem TE wenig denn über welches Interface der Traffic am Ende geht entscheidet ja nach Feineinstellung source mac, source ip, destination mac oder destination ip. Bei zwei Beteiligten (Server sowie PC) wird Stream als auch der Kopiervorgang das gleiche Interface verwenden...

Ich würde dem TE auch vorschlagen, dem PC über die zweite noch vorhandene Netzwerkkarte eine zweite IP zu geben und das kopieren über den 2,5 GBit/s Adapter zu machen und den Stream dann über die andere IP bzw. dafür einen zweiten Hostname zu verwenden.
 

Klassikfan

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Was du eigentlich bräuchtest, wenn es hier tatsächlich ein Engpass wäre, ist QoS, oder ein hartes Geschwindigkeitslimit beim Dateitransfer.
Dürfte nix bringen, da das Geschwindigkeitslimit ja dann beide Datenströme durch denselben Engpaß quetschen müßte. Und QoS ist im Switch für beide Ports aktiv.

Spricht denn irgendwas dagegen, die Aufzeichnungen mittels robocopy, o.ä. einfach über Nacht zu synchonisieren?
Ja! Schlicht daß ich die Daten haben will, wenn ich das will und natürlich soll der Haupt-PC nicht jede Nacht an sein. Ich mache das ja "live" - das heißt, ich öffne die aufgenommene Datei auf dem Server mittels der Schnittsoftware (TMPGEnc Smart Renderer), schneide Überhänge raus und kopiere sie in dem Durchgang auf den Haupt-PC rüber. Das dauert je nach Filmlänge zwischen 2 und 5 Minuten. Und während dieser Zeit ist eben das Live-TV-Signal gestört.

Ja, kann er. Das Produkt ist Netgear GS110EMX. Der hat 8 GBit-Ports und zwei "Multi-GBit"-Ports, die 100MBit, 1, 2,5, 5 und 10GBit/s unterstützen.
Ergänzung ()

Es könnte möglich sein (hab sowas selbst nie ausprobiert).
Einfach beide PCs extra einstecken und den Adaptern entsprechend andere, feste IP-Adressen (am besten in einem eigenen Netzbereich) geben.
Du musst dann natürlich den Server mit dieser IP-Adresse ansprechen anstatt seinem Hostnamen.
Nur, wie teile ich dann die Netzwerkaufgaben auf? Die Idee wäre ja, Live-TV und normalen Datentransfer über zwei verschiedene Wege zu schicken.
 
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TriggerThumb87

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Dürfte nix bringen, da das Geschwindigkeitslimit ja dann beide Datenströme durch denselben Engpaß quetschen müßte. Und QoS ist im Switch für beide Ports aktiv.
Naja, die Limitierungen sollten entsprechend anwendungs- oder portbasiert sein.
Ohne Differenzierung ist das natürlich Murks.
Ich finde aber die Situation etwas komisch. Präsentiert sich als Bandbreitenproblem, deinen Messungen nach ist es aber keines, oder übersehe ich da etwas? Oder du? Oder wir alle?
 

Klassikfan

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Ich schätze mal, daß der Controller einfach keinen Unterschied macht und die Ströme wechselweise abarbeitet. Wenn sich damals Firwewire als Netzwerkstandard durchgesetzt hätte, gäbe es das Problem wohl gar nicht, da das Protokoll Audio-Video-Streams automatisch priorisierte. Aber das Steve Jobs versaut.... ;)
 

TriggerThumb87

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Sehe hier kein Problem des Standards, sondern der Implementation. Bei den Geräten und vielleicht auch bei dir.
Kann da jetzt einiges zu sagen, verkneife mir das aber, weil man nicht schlecht über Tote reden sollte.
 

snaxilian

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Nur, wie teile ich dann die Netzwerkaufgaben auf? Die Idee wäre ja, Live-TV und normalen Datentransfer über zwei verschiedene Wege zu schicken.
Ich würde dem TE auch vorschlagen, dem PC über die zweite noch vorhandene Netzwerkkarte eine zweite IP zu geben und das kopieren über den 2,5 GBit/s Adapter zu machen und den Stream dann über die andere IP bzw. dafür einen zweiten Hostname zu verwenden.
 

Klassikfan

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Gibt es dafür irgendeine Anleitung im Netz?

Bislang hab ich ja IPs immer per DHCP von der Fritzbox vergeben lassen.
Und könnte man die PCs da auch direkt verbinden oder muß man es über den Switch gehen lassen?
 

Mr. Robot

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Gibt es dafür irgendeine Anleitung im Netz?
Bestimmt...
Ansonsten einfach in den Einstellungen vom Netzwerkadapter die IP-Adressen so einstellen, wie ich es oben beschrieben habe, anstatt DHCP.

Und könnte man die PCs da auch direkt verbinden oder muß man es über den Switch gehen lassen?
Ja, das geht auch direkt. Das hab ich bei mir auch so gemacht, um die 2.5 Gb/s ohne extra Switch zu schaffen.
 

KeyKon

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[...]

Nur, wie teile ich dann die Netzwerkaufgaben auf? Die Idee wäre ja, Live-TV und normalen Datentransfer über zwei verschiedene Wege zu schicken.
Indem du gezielt über die entsprechende dem Adapter vergebene IP-Adresse zugreifst.
Wie man IP-Adressen Fest zuweist gibt es bestimmt endlos Anleitungen im Netz. Was dabei wichtig ist hat ja Mr.Robot schon erwähnt.
 

Klassikfan

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Anleitungen gibts in der Tat endlos. Aber welche ist für meine Situation die passende? Hab mal den Dialog zur manuellen Zuweisung aufgerufen, ohne jetzt schon was zu ändern. Im Anhang ist das Bild davon.

Also IP verstehe ich noch. Ím Grunde kann ich da ja eintragen, was ich will, so lange es einem zulässigen Schema folgt. Also 192.168.xxx.xxx. Die Fritzbox hat 192.168.24.1. Sollte ich im Raster bleiben und nur die letzte Zahl frei wählen? Die anderen Punkte sind für mich rätselhafter. Und irgendwie hab ich das dumme Gefühl, daß es mir Windows übelnimmt, wenn ich da gar nichts eintrage?
 

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KeyKon

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Naja, da du für die zweite "direkte" Verbindung zum Streaming in ein eigenes Netzwerk willst (damit sich die zwei Adapter nicht in die Quere kommen bzw. dein Router diese Verbindung schön ignoriert) solltest du eben nicht nur die letzte Zahl ändern.

Zum Hintergrund:
Grob gesagt legt die Subnetzmaske fest welcher Teil der IP das Netzwerk bildet und welcher Teil die einzelnen Adapter im Netzwerk. Bei 255.255.255.0 (= Subnetzpräfixlänge 24) sind dabei die ersten drei Blöcke das Netzwerk (Netz-ID) und der letzte unterscheidet die einzelnen Hosts im Netzwerk (Host-ID).

Du solltest also entsprechend eine andere Netz-ID wählen (z.B. 192.168.25.xxx) deine zwei Geräte könntest du dann hinten z.B. mit 1 und 2 Identifizieren (es geht im Prinzip jede Zahl außer 0 und 255)
Bei Subnetzmaske bzw. Subnetzpräfixlänge musst du dann wieder 255.255.255.0 bzw. 24 angeben. (Ist das gleiche, nur unterschiedliche Notationen)

Gateway lässt du leer (hier würde bei einer normalen Konfiguration die IP des Routers hinkommen, der PC sendet dann alle Anfragen die nicht ins eigene Netz gehen dorthin, weil der Router weiß was zu tun ist)

DNS Einträge kannst du dir auch sparen (hier würde idR auch der Router oder ein DNS-Anbieter im Internet hinkommen, das ist dazu da um Hostnamen bzw URLs in IPs umzuwandeln, brauchen wir nicht da es ja nur um die Direktverbindung geht)

Du solltest die diversen Felder also leer lassen können weil der andere Netzadapter mit seiner automatischen DHCP-Konfiguration ja die Brücke zum "richtigen" Netzwerk und damit auch zum Internet schlägt.
 

Klassikfan

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Tja.... Wie befürchtet, Windows akzeptiert die Eingaben nicht. Es fehlt ihm was.....
 
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