Google Gemini: Desktop-App soll zur Web-Version aufholen

Michael Schäfer
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Google Gemini: Desktop-App soll zur Web-Version aufholen
Bild: Google

Einem Bericht von Testing Catalog zufolge soll Google Anstrengungen unternehmen, die Funktionsunterschiede zwischen Gemini-Desktop-App und der Web-Version weiter zu reduzieren. Hinweise darauf liefern bislang unveröffentlichte Test-Builds, in denen sich mehrere neue Funktionen zeigen.

Bild- und Video-Generierung sowie direkter Kamerazugriff in der App

Auffällig ist unter anderem eine erweiterte Navigation, die nun auch eigene Tabs für die Bild- und Video-Generierung umfasst. Dies könnte auf Pläne von Google hindeuten, bislang vor allem über die Web-Oberfläche zugängliche Funktionen künftig auch direkt innerhalb der Desktop-App anzubieten. Darüber hinaus führt die neue Version erstmals einen eigenen Konfigurationsbereich für Apps in der Desktop-Variante ein.

Ein weiterer neuer Bereich wurde für Kameraaufnahmen entdeckt, im Menü zum Anhängen von Inhalten soll nun eine entsprechende Option vorhanden sein. Wird diese ausgewählt, soll sich eine Aufnahmeansicht öffnen, über die Anwender Fotos erstellen und anschließend direkt in den Prompt einfügen können. Dabei soll es sich anscheinend ausschließlich um einzelne Bilder und nicht um kontinuierliche Video-Streams handeln. Damit unterscheidet sich die Funktion weiterhin von Gemini Live und dessen Echtzeitfreigabe von Kamera- beziehungsweise Video-Inhalten. Im vorliegenden Fall lässt sich daher lediglich ein Bild aufnehmen und anschließend als Bestandteil einer Anfrage an das KI-Modell verarbeiten.

Die Navigation enthält einen eigenen Tab für die Bild- und Video-Generierung
Die Navigation enthält einen eigenen Tab für die Bild- und Video-Generierung (Bild: Testing Catalog)

Erweiterte Funktionen für Spark

Die dritte Neuerung betrifft Spark, den proaktiven, cloudbasierten Always-On-KI-Agenten von Google, sowie dessen Connector-Verwaltung. Das Connector-Menü der Applikation bietet indessen die Möglichkeit, eigene MCP-Server hinzuzufügen. Eine entsprechende Konfiguration war zuvor zwar bereits intern möglich, wird jetzt aber offenbar direkt über die sichtbaren Einstellungen für Agenten zugänglich gemacht.

Grundsätzlich ist die Unterstützung eigener MCP-Anwendungen für Spark keine wirkliche Neuerung. Über die Web-Version war es bereits zuvor möglich, benutzerdefinierte MCP-Apps zu verwenden. Auch in diesem Punkt beabsichtigt Google, den Funktionsumfang der Desktop-Version somit anzugleichen. Besondere Relevanz könnte dies für den Einsatz von Spark über die Mac-App besitzen, da sich externe Werkzeuge und Datenquellen damit komfortabler direkt innerhalb der Desktop-Umgebung anbinden ließen.

Das Connector-Menü der Applikation bietet nun die Möglichkeit, eigene MCP-Server hinzuzufügen.
Das Connector-Menü der Applikation bietet nun die Möglichkeit, eigene MCP-Server hinzuzufügen. (Bild: Testing Catalog)

Derzeit nur im Test-Stadium

Die Tests folgen auf mehrere bereits im Juli erschienene Erweiterungen der Gemini-Desktop-App. Spark erschien hingegen bereits am 1. Juli für macOS und erhielt gleichzeitig Anbindungen an Google Tasks und Google Keep. Auf anderen Plattformen ist der Agent lediglich über den Chrome-Browser oder Google Workspace erreichbar. Seit dem 29. Juli werden zudem intelligente Diktierfunktionen sowie Funktionen zum kontextbezogenen Verständnis von Bildschirminhalten ausgerollt.

Mit eigenen Bereichen für die Bild- und Video-Generierung, direkter Kameraaufnahme und einer umfassenderen Connector-Verwaltung würde Google weitere zentrale Unterschiede zwischen Desktop- und Web-Version beseitigen. Für alltägliche Gemini-Aufgaben wäre damit seltener ein Wechsel in den Browser erforderlich. Wann die neuen Funktionen allgemein verfügbar werden, ist bislang offen. Aktuell sind die entsprechenden Builds nur für ausgewählte Tester zugänglich; einen offiziellen Veröffentlichungstermin gibt es bislang nicht.

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