Hoher Verbrauch bei Gemini: Google will Fehler gefunden haben, Fix soll kommen
Google will eigenen Angaben zufolge die Ursachen für die in den vergangenen Tagen immer wieder schnell erreichten Nutzungslimits bei Gemini gefunden haben und stellt Fehlerkorrekturen in Aussicht. Als Hauptgründe nennt das Unternehmen insbesondere die Omni-Video-Generierung, komplexe Pro-Prompts sowie fehlgeschlagene Anfragen.
Problem erkannt, Problem gebannt
Google hat mehrere Änderungen an den Gemini-Nutzungslimits angekündigt, nachdem Nutzer trotz bereits mehreren ergriffenen Maßnahmen wiederholt über ungewöhnlich schnell aufgebrauchte Kontingente geklagt hatten. Ein zentraler Fix betrifft laut Josh Woodward, Leiter von Gemini bei Google, die Omni-Video-Generierung. Nutzer wie Ashutosh Shrivastava hatten berichtet, dass bereits ein oder zwei Video-Prompts ausgereicht hätten, um einen ungewöhnlich großen Teil des verfügbaren Kontingents zu verbrauchen – obwohl die Videoerstellung am Ende fehlschlug. Vor allem bei Experimenten mit kurzen Clips oder mehreren Stilvarianten soll das verfügbare Guthaben deutlich schneller als erwartet gesunken sein. Woodward erklärte in einem Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst X, dass dieser Fehler inzwischen behoben worden sei. Gleichzeitig habe Google die Limits für intensive Nutzer angehoben. Ultra-Abonnenten erhalten damit ab sofort beispielsweise die doppelte Anzahl an Omni-Video-Generierungen.
Anpassungen an verschiedenen Stellen sollen Limits länger fernhalten
Ebenso angepasst wurden die sogenannten Complex-3.1-Pro-Prompts. Dabei handelt es sich um umfangreiche Anfragen mit langen Instruktionen, großen Datei-Uploads oder mehrstufigen Reasoning-Aufgaben, die bislang besonders große Teile des Nutzerkontingents verbrauchen konnten. Google will dem Problem begegnet sein, indem Obergrenzen pro Prompt eingeführt wurden. Dadurch sollen einzelne besonders rechenintensive Aufgaben künftig nicht mehr einen unverhältnismäßig großen Teil des monatlichen Limits aufbrauchen können.
We’ve heard your feedback about hitting limits too quickly on @GeminiApp. We're rolling out several fixes to make your quota stretch further and feel more predictable… 🧵
— Josh Woodward (@joshwoodward) May 29, 2026
Darüber hinaus hat Google auf Kritik an fehlgeschlagenen Anfragen reagiert, die bislang dennoch vom verfügbaren Kontingent abgezogen wurden. Laut Woodward betreffen solche Fehler etwa jede zehnte Anfrage, wobei meist interne Systemprobleme zugrunde liegen sollen. Künftig sollen Requests nicht mehr vom verfügbaren Limit abgezogen werden, wenn Gemini während der Verarbeitung selbst einen Fehler verursacht.
Für besonders aufwendige Aufgaben wie Deep Research, die deutlich mehr Rechenleistung benötigen, sollen künftig detailliertere Nutzungsaufschlüsselungen sowie Hinweise zum verbrauchten Kontingent bereitgestellt werden. Anwender sollen dadurch besser nachvollziehen können, wie stark einzelne Funktionen das verfügbare Limit belasten. Um versehentlich nicht in eine teurere Abfrage zu geraten, merkt sich Gemini künftig zudem das ausgewählte KI-Modell dauerhaft für weitere Sitzungen. Erst bei einer manuellen Änderung oder beim automatischen Wechsel auf ein weniger ressourcenintensives Modell nach Erreichen des Limits soll diese Einstellung geändert werden.
Grundmodell künftig kostenlos
Noch einen Schritt weiter geht Google bei den Flash-Lite-Prompts. Diese sollen künftig überhaupt nicht mehr vom Nutzungskontingent abgezogen werden. Anwender erhalten damit praktisch eine kostenlose Ebene für einfachere Aufgaben. Allerdings dürfte Google diese Änderung nicht ausschließlich aus Großzügigkeit eingeführt haben. Die Anpassung lässt sich auch als Versuch verstehen, Nutzer bei kleineren Anfragen stärker zu den ressourcenschonenden Modellen zu lenken, während die Ressourcen für die leistungsfähigeren und stärker limitierten Modelle vor allem für anspruchsvollere Aufgaben reserviert bleiben.
Mit den angekündigten Änderungen sollen die in den vergangenen Tagen wiederholt aufgetretenen extremen Verbrauchsspitzen künftig verhindert und die Nutzung von Gemini insgesamt transparenter sowie fairer gestaltet werden.