Drohnen-Schutzschild: Rheinmetall und Telekom arbeiten zusammen
In der modernen Kriegsführung nehmen Drohnen inzwischen eine wichtige Stellung ein und werden dadurch zur potenziellen Bedrohung. Das Rüstungsunternehmen Rheinmetall will nun gemeinsam mit der Deutschen Telekom einen „Drohnen-Schutzschild“ entwickeln.
Zum Schutz von Städten und kritischer Infrastruktur in Deutschland wollen Rheinmetall und Telekom einen „Abwehrschirm gegen Drohnen und Sabotage entwickeln“, das geht aus einer Pressemitteilung von Rheinmetall vor. Die Kooperation beim sogenannten „Multi-Threat-Protection-System“ wurde im Vorfeld der AFCEA in Bonn bekanntgegeben. Bei der jährlich stattfindenden Fachausstellung für Sicherheitstechnik trifft sich die IT-Community der Bundeswehr mit Firmen und Organisationen wie auch Amtsvertretern. Die Betreiber sprechen auch von der „Mini-CeBIT in oliv“.
Schutz von KRITIS-Standorten
Primär soll der geplante Abwehrschirm kritische Infrastrukturen (KRITIS) schützen, die aufgrund der aktuellen Weltlage zunehmend durch hybride Attacken in Form von Drohnen und Sabotage bedroht seien. Im Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine haben Drohnen mittlerweile eine Schlüsselrolle in der Kriegsführung übernommen.
Die Bedrohung durch Drohnen ist hochgradig digital. Deshalb braucht ihre Abwehr die Verbindung aus Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen. Rheinmetall und die Deutsche Telekom bündeln genau diese Fähigkeiten.
Armin Papperger, Vorsitzender des Vorstands der Rheinmetall AG
Souveränität entsteht nicht nur durch Diskussionen, sondern durch Taten. Die Telekom übernimmt hier Verantwortung: Mit unserer Kompetenz bei Konnektivität, Cloud und Datenanalyse bringen wir Drohnenabwehr auf ein neues Level. Gemeinsam mit Rheinmetall stärken wir so die Souveränität und leisten unseren Beitrag dazu, Sorgen in der Bevölkerung zu reduzieren.
Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG
Die Partner kennen sich mit Drohnen aus
Während Rheinmetall selbst Drohnen sowie Abwehrsysteme produziert, die teils schon in aktuellen Krisengebieten zum Einsatz kommen, besitzt auch die Deutsche Telekom bereits Erfahrung im Umgang mit unerwünschten Drohnenflügen. So ist sie seit 2017 Systempartner von Behörden und Unternehmen bei der Drohnensicherheit und hatte zum Beispiel bei der Fußball-EM 2024 nach eigenen Angaben „erfolgreich illegale Drohnenflüge zuverlässig detektiert“.
Drohnen über Mobilfunk im Fokus
Die meisten Drohnen werden über Hochfrequenzfunktechnik (Radio Frequency, RF) gesteuert. Diese zu orten klappe bereits sehr gut, sodass laut der Mitteilung RF-Sensoren „derzeit mehr als 90% aller Drohnen im unteren Luftraum sichtbar“ machen.
Ein größeres Problem sind aber die über Mobilfunknetze gesteuerten Drohnen, deren Zahl zunehme. Diese lassen sich nicht so einfach erkennen, daher arbeite die Telekom mit der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (Uni-Bw) an einem System zur Erkennung. Dabei werde „das Mobilfunknetz künftig selbst zum Sensor und Riesen-Radar, indem es Veränderungen und Auffälligkeiten im Datenverkehr erfasst, die auf die Steuerung oder Kommunikation von Drohnen hinweisen“, heißt es nun. Für die Forschung an einem Erkennungssystem kommt das auf dem Campus der Uni-Bw installierte 5G-Standalone Hochleistungs-Netzwerk mit Technik von Ericsson zum Einsatz.
Die Palette an Sensoren zur Drohnenabwehr umfasse bei der Telekom inzwischen „Video-, Audio-, Radiofrequenz (RF-) oder Remote-ID-Sensoren oder Drohnenradar“.
Drohnen gibt es aber auch mit Kabel
Dass die Realität mitunter aber bereits weiter ist, wird nicht genauer beleuchtet. In der Ukraine werden schon seit über einem Jahr viele Drohnen über ein dünnes Glasfaserkabel ins Ziel gelenkt. Die Reichweite davon ist zwar begrenzter, es ist aber nahezu absolut unstörbar.