Leserartikel Optimierung von AMD Ryzen 3000 Prozessoren auf einem AM4 Board von MSI

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Birkuli

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Aus gegebenen Anlass, die hier ermittelten Werte wurden mit dem AMD eigenen Tool AMD-Ryzen-Master ermittelt und auf Stabilität geprüft, die Werte sind aus den dynamischen Werten abgeleitet und wer das Tool benutzen kann, (weil er im Besitz entsprechender Hardware ist) wird auch zu ähnlichen Ergebnissen kommen, allen anderen Besserwissern und Klugscheißern rate ich es entweder besser zu machen oder ihr Schandmaul zu halten. Eine ausführliche Anleitung auch in deutscher Sprache ist bei AMD zu finden und wer will kann sich fundiert informieren.

[Hier ein kleines How to für die Optimierung von AMD Ryzen Prozessoren auf einem AM4 Board von MSI.]
* Diese Einstellungen wurden mit einer AIO-Wasserkühlung erzielt, Luftkühlung unbedingt niedriger ansetzen *
Auch wenn sich dieser Beitrag hauptsächlich um das MSI Motherboard MSI MPG X570 Gaming Edge WiFi mit Klick BIOS 5 in Verbindung mit einem AMD Ryzen 9 3950X dreht, so gelten die meisten Optionen Sinnbildlich auch für andere Hersteller ähnlicher Boards und Prozessoren.

Die von mir gezeigten Werte entsprechen nicht unbedingt euren Werten, vor dem Erfolg kommt der Schweiß, die für sein Motherboard, Prozessor und Arbeitsspeicher Werte kann man sich als Anfangswerte mit dem Optimierten Bioswerten die man über verschiedene F Tasten einstellt ermitteln, bei mir z. B. F6, dann den PC mit F10 neu starten und wieder ins Bios gehen, dort sind nun die verwendeten Einstellungen abzulesen die man sich gut notiert weil man sie später beim Arbeiten mit dem AMD Ryzen Master noch brauchen kann.

Sonst müsst ihr über eure verbaute Hardware die Informationen aus dem Internet besorgen, meist bei den Herstellern der Produkte zu finden oder in einigen spezialisierten Foren.

Wenn im Bios nicht alle relevanten Werte angezeigt werden, kann man als zweites auch das AMD Ryzen Master installieren und beim Start werden einen die derzeitig benutzten Werte angezeigt. Sonst steht Hardware Recherche an.

Optimierungen bitte nur in kleinen Schritten durchführen und nicht gleich volle Kanne loslegen weil ihr was im Internet gelesen habt, tastet euch an eure Hardware ran, dafür sind die einzelnen Komponenten zu unterschiedlich um pauschal zu sagen CPU x läuft immer mit x Volt und y MHz, das klappt nicht.

So, wenn ihr alle relevanten Daten zusammen getragen habt, können wir langsam loslegen und zwar mit einem Speicherpunkt unseres Bios wie es zum Anfang eingestellt ist, wenn man sich vergaloppiert kann man dorthin zurück, ab dann werden alle weiteren Schritte in einem weiteren Speicherpunkt abgelegt und wenn alles stabil läuft nach einer Änderung wird entweder ein neuer angelegt oder der alte überschrieben. Bei mir kann man bis zu 6 Profile im Bios ablegen oder man nimmt einen USB-Stick und speichert dort ab, das geht auch.

[Grundausstattung der verwendeten Hardware]
Hallo User,
nachdem ich mir die oben genannte Auswahl zusammengestellt habe, ergab sich nach dem ersten Zusammenbau, natürlich das Erlebnis der Erstinbetriebnahme.
Hier möchte ich euch kurz meine Erlebnisse mit der neuen Konstellation zeigen und im späteren Verlauf auch Lösungen aufzeigen.
Das Board verfügt zwar nur über einen M.2 PCIe 4.0 Anschluss, aber ich entschied mich für eine spätere Verwendung in einem Adapter für zwei identische PCIe 4.0 NVMe SSD im zweiten PCIe 3.0 Port, die Bandbreite der PCIe 4.0 wird von den derzeitigen Controllern der SSD bei weiten nicht ausgenutzt und liegt nur geringfügig über den Werten der PCIe 3.0 Anschlüsse, aber im Sommer kommen neue M.2 Geräte (z.B. von ADATA) mit voller Leistung auf den Markt.
Auch ein Aufrüsten der Grafikkarte auf ein PCIe 4.0 Model macht noch keinen Sinn, da hinkt die Technik der Zulieferer noch hinterher, selbst AMD mit seinen 7nm Modellen bringt keinen Vorteil gegenüber einer guten derzeitigen PCIe 3.0 Karte.
Aber das Board ist erstmal zukunftssicher was die Ausstattung angeht.

[Inbetriebnahme des Systems]

Nach dem Zusammenbau aller Komponenten und einer eingehenden Sichtprüfung der Verkabelung und richtigen Sitz aller Steckverbindungen kam nun der Moment der Wahrheit, alle benötigte Peripherie angeschlossen und vom 750Watt Netzteil den Schalter umgelegt, als Default Wert blieb der PC aus, ich betätigte also den Einschalter und der PC begann seine Arbeit, erstmal meldete sich das BIOS der Grafikkarte, dann lief eine Hardware Initialisierung des UEFI und das UEFI wurde gestartet, der Prozessor, die zwei NVMe M.2 SSD und auch sonst alle Geräte wurden richtig erkannt.

Jetzt folgten erstmal 18 Tage mit haufenweise probieren und etlichen Windows 10 Installationen, jetzt etwas vertraut mit dem neuen PC machte ich mich ab Tag 11 etwa daran das BIOS zu optimieren, was auch recht einfach in den Grundzügen ging, erstmal das UEFI auf Deutsch eingestellt, dann mit F7 in den erweiterten Modus geschaltet und mit F6 nochmal die optimierten Default Werte geladen, Windows 10 19041.1 (20H1) clean neu installiert, alle Treiber der von MSI beigelegten Treiber CD installiert und danach das Treiber Paket von AMD für die AM4 Boards drüber Installiert, das ist wichtig um den AMD Ryzen Master installiert zu bekommen.

Ich persönlich habe im UEFI den WiFi Controller deaktiviert, der Bluetooth lässt sich in Windows als Gerät deaktivieren (nicht im UEFI).

Nachdem alles installiert war und zufriedenstellend lief, machte ich mich daran die aktuelle Version des AMD Ryzen Master zu installieren, in der Folge wurden benötigte Treiber und Bibliotheken usw. installiert.

Nach etlichen Recherchen im Internet machte ich mich nun daran mit dem AMD Ryzen Master das Motherboard und den Prozessor auszuloten und stabil anzuheben, der Arbeitsspeicher befand sich im UEFI noch in Grundstellung (ohne XMP) und wurde auch im Tool nicht angefasst, zum Testen nutzte ich den durch AMD installierten High Performance Energiesparplan, im BIOS müssen dafür noch einige Einstellungen getätigt werden (Bild 12- OC Energie Einstellungen.bmp), im Netz und durch eigene Versuche wurde eine gute und stabile Spannungsversorgung der CPU von 1,4 Volt ermittelt, das ist die Spitzenspannungsversorgung und sollte nach Möglichkeit nicht weiter erhöht werden da sonst die Kerne in den Sicherheitsmodus schalten.

Die 16 physischen und 16 virtuellen Kerne wurden im Tool zusammengeschaltet und im sogenannten CCD Modus synchron hoch getaktet, aus dem Netzt wusste ich das mein Ryzen 9 3950X um die 4.3 GHz Kernspannung mit einer AIO 360 verträgt, ich begann also meine Testreihe mit 4.225 GHz und steigerte mein System nach und nach in 25 MHz schritten auf stabile bei mir sicher funktionierende 4.375 GHz, bei 4.4 GHz stieg er dann aus, auch eine Spannungserhöhung auf 1.45 Volt brachte nichts da die Kerne dann in den Sicherheitsmodus schalteten.

Die Werte von 1.400 Volt und 4.375 GHz testete ich ein paar Tage auf Stabilität mit einigen Benchmarks, für die Kerne nutzte ich die APP vom Cinebench R20 die im Store verfügbar ist, die restliche Überwachung fand mit HWiNFOPortable, DesktopTool, AIDA und CPU-ZPortable statt, ebenso musste die NVMe M.2 Geschwindigkeit mit Tools überwacht werden.

Nachdem das System nun einige Tage stabil lief und auch Belastungen locker meisterte ohne Klipping oder Throttel und wie das alles heißen mag, suchte ich nach einer Möglichkeit diese ermittelten Werte sauber ins BIOS zu bekommen, im Netz ist da leider noch nicht viel zu finden, alles zu alt oder nicht zutreffend auf meine doch recht neue Hardware, also learning by doing, die ersten Versuche in den OC Einstellungen scheiterten kläglich, das Board wollte mit den Werten einfach nicht laufen, also probierte und suchte ich weiter nach einer Lösung ohne das mir die Automatik dazwischen Funkt und das System instabil oder gar nicht Boot bar war, habe nicht mitgezählt wie oft ich das Board reanimieren musste.

Aber das Probieren hat sich gelohnt und ich möchte euch nun zeigen wie ihr die im AMD Ryzen Master ermittelten Werte sicher in ein MSI BIOS, vielleicht auch andere AMD AM4 Boards einpflegen könnt.

[Vorarbeiten für den AMD Energiesparplan im UEFI]

Das Bios aufrufen und dort in den erweiterten Einstellungen (F7) auf den OC Button klicken und die Option für „CPU-Funktionen“ aufrufen, im sich nun auftuenden Bild alle Einstellungen wie abgebildet setzen und mit F10 das BIOS temporär speichern und den PC neu starten lassen, nun könnt ihr die Vorzüge der AMD Energieverwaltung High Performance nutzen.

Bild 1. OC Einstellungen in dem erweiterten Modus schalten (F7), hier beginnt ihr mit der Einstellung „OC Explore Mode“ auf [Expert] umstellen damit alle Einstellungen sichtbar sind, in der Ansicht bis nach ganz unten scrollen und auf den Reiter „CPU-Funktionen“ klicken.

Anhang anzeigen 878215

Bild 2. OC EinstellungenCPU-Funktionen“, CPU so einstellen wie abgebildet.

Anhang anzeigen 878218


Das waren die nötigen Vorarbeiten für den AMD-Energiesparplan, jetzt Windows neu starten und den Sparplan nochmal kontrollieren ob auch der High Performance Plan aktiv ist.
Für einen optimalen Betrieb des Prozessors sollte der AMD Energiesparplan High Performance oder alternativ der Sparplan von 1usmus Beitrag & Download hier verwendet werden, wie sich die beiden Powerpläne nun unterscheiden vermag ich nicht zu sagen.

[AMD Ryzen Master ermittelte Werte ins UEFI einpflegen]

Der Weg ins BIOS führt über die Entfernen Taste beim Hochfahren, dort erstmal wenn noch nicht geschehen, auf Deutsch umstellen und die Erweiterten Einstellungen mit F7 wählen, die Werte sollten, (bis auf das Bild für den Speicher, der ist dort bereits übertaktet) aussehen.

Bild 3. Eingangsansicht der erweiterten Einstellung.

Anhang anzeigen 878219

So in etwa sieht es dann aus nur mit euren Werten natürlich.

Bild 4. Ansicht nach drücken auf OC, Overklocking settings,

Anhang anzeigen 878220

Hier beginnt ihr mit der Einstellung „OC Explore Mode“ auf [Expert] umstellen damit alle Einstellungen sichtbar sind falls noch nicht in der Powerplan Vorbereitung geschehen.

Bild 5. Seht ihr die Ansicht etwas weiter unten, hier wird nur ein Wert geändert und zwar „CPU Core Voltage“ auf den Wert
[
Override Mode], der Rest bleibt so wie abgebildet.

Anhang anzeigen 878221

Auf dem Bild ist schon mein Übertakteter Arbeitsspeicher zu sehen, die Default Einstellung für „Memory try it“ ist deaktiviert, hierzu später mehr.

Bild 6. Hier nochmal die Seite zu ende gescrollt mit den weiteren Einstellungen, alle für den Arbeitsspeicher relevanten Einträge sollten auf Default Werte eingestellt sein.

Anhang anzeigen 878222

Das war es dann erstmal im OC Menü, als nächstes widmen wir uns dem Settings Menü.

Bild 7. Settings, dort navigieren wir auf den für uns wichtigen Reiter „AMD Overclocking

Anhang anzeigen 878224

Dort jetzt auf den Reiter klicken und die daraufhin erscheinende Sicherheit Abfrage mit „Accept“ aktivieren.

Bild 8. Sicherheitsbelehrung vor dem aktivieren.

Anhang anzeigen 878225

Jetzt wird es spannend.

Bild 9. Die für uns nun interessante Option ist „Manual CPU Overclocking

Anhang anzeigen 878228

Jetzt könnt ihr den Button anklicken und aufs eingemachte zugreifen, die Anderen Werte bleiben wie sie sind.

Ab hier jetzt der Hinweis von mir, dass ich jegliche Verantwortung für durch zu hohe Werte entstandene Beschädigungen nicht verantwortlich bin, jeder der hier eigene Werte einträgt macht das auf eigene Gefahr.

Bild 10. Settings der CPU, (die hier abgebildeten Werte sind für meinen Ryzen 9 3950X)

Bitte tragt hier jetzt die von euch mit dem AMD Ryzen Master als stabil ermittelten Werte ein, die 1400 mVolt sind so einzugeben wie sie hier stehen, andere CPUs benötigen andere Kernspannungen, bitte die Datenblätter oder das Internet befragen wieviel Spannung eure CPU verträgt. Die CPU Frequency ist auch so einzutragen wie es hier als Beispiel steht, also ein Teiler von 43.750 wird als 4375 Hz eingetragen ohne Komma und ohne Punkt.

Zum Testen setzt bitte am Anfang einen niedrigeren Wert, (etwa 200 MHz), bei der CPU-Frequenz ein als ihr mit dem Tool ermittelt habt, macht ein paar Tests und geht schrittweise mit erst 50 Hz und am Schluss 25 MHz Schritten auf die Endgeschwindigkeit zu.


Anhang anzeigen 878229

Wenn alles stabil läuft kümmern wir uns um den Arbeitsspeicher.

[Arbeitsspeicher mit XMP einrichten]

Der Arbeitsspeicher kann ganz einfach über dem in der Eingangsmaske befindlichen Button A-XMP aktiviert werden.

Wenn euer Arbeitsspeicher über derartige XMP-Profile verfügt kann man je nach Hersteller zwischen Profil 1 und Profil 2 unterscheiden, bei Auswahl werden die entsprechenden Werte ins Bios eingepflegt, aber bei einigen Boards von MSI gibt es noch die Option „Memory Try it“, dort sind von den großen drei Chipherstellern Übertaktungsprofile getestet abgelegt, ich kann meinen 3200 MHz XMP Speicher noch stabil mit 3333 MHz betreiben ohne Probleme, wer ein MSI Board hat kann ja mal die nächsthöhere Stufe ausprobieren, da kann man Glück haben und bis zu zwei Stufen schnellere Chips haben.

Bild 10. OC-Seite, Menü Memory Try it! Wenn vorhanden, ruhig mal ausprobieren sonst A-XMP nutzen.

Anhang anzeigen 878230

Wenn alles stabil läuft und getestet ist kann man im Eingangs Menü unter dem OC Profile seine Einstellungen Abspeichern, es macht auch Sinn vor den einzelnen Änderungen sich ein Speicherpunkt zu machen, um nicht immer bei null anfangen zu müssen.
Wenn ihr noch Tipps oder Fragen habt, einfach schreiben.
Gruß Birkuli
 
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Birkuli schrieb:
im Netz und durch eigene Versuche wurde eine gute und stabile Spannungsversorgung der CPU von 1,4 Volt ermittelt, das ist die Spitzenspannungsversorgung und sollte nach Möglichkeit nicht weiter erhöht werden da sonst die Kerne in den Sicherheitsmodus schalten.

Was genau meinst du mit Sicherheitsmodus? Den einzigen, den ich kenne, wäre das FIT, der die CPU bei höchster Last auf ca. ~1.325V (leicht unterschiedlich bei jeder einzelnen CPU, also immer selbst testen), begrenzt.

Aber der wird bei manuellem und fixem OC, wie bei 4.37V @ 1.4V ignoriert/ausgehebelt.

Wie genau bist du denn auf die 1.4V gekommen? Der erscheint mir als viel zu hoch bei fast jeder Multi Core Last. Single Core? Kein Problem, aber sehr riskant für Multi.
 
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Vielen Dank für den Guide.

Ich habe eine Frage zu den Ryzen-Energiesparplänen. Viele empfehlen immer den High-Performance-Plan. Wieso? Hat der nicht den Nachteil, dass die CPU im Idle nicht heruntertaktet?
Was ist der Vorteil des High-Performance-Plans?
 
Hallo,
die ermittelten Spannungswerte von 1.4 Volt sind von mir und auch von anderen Usern in OC-Foren getestet worden, AMD hat die Spannung etwas, niedriger aus thermalen Gründen, angesetzt, benötigen jetzt aber alle Kerne mehr Spannung so wird sie nur unzureichend auf die einzelnen Kerne verteilt was einen Klipping zur Folge hat und die Kerne takten runter da sie nicht genug Strom bekommen.
Der Sicherheits/Schutzmodus verhindert das die CPU-Kerne Überspannung bekommen oder zu heiß werden und regeld die CPU runter, wie genau das funktioniert kann man bei AMD nachlesen.
Die 1.4Volt beziehen sich auch nur auf die Ryzen 9 39XX Prozessoren, andere Prozessoren vertragen andere Werte, gibt genug Hinweise im Netz.
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Phoenix3000 schrieb:
Vielen Dank für den Guide.

Ich habe eine Frage zu den Ryzen-Energiesparplänen. Viele empfehlen immer den High-Performance-Plan. Wieso? Hat der nicht den Nachteil, dass die CPU im Idle nicht heruntertaktet?
Was ist der Vorteil des High-Performance-Plans?
Der High-Performance-Plan schöpft unter Windows das komplette Potential der CPU aus, mit herkömmlichen Plänen wird die CPU im oberen Frequenzbereich beschnitten, ob das auch schon in den AMD Energieplänen behoben ist weiß ich leider nicht.
In den Idle Modus gehen die Kerne trotzdem, gibt ja mehrere Pläne.
Ergänzung ()

Tonks schrieb:
Was genau meinst du mit Sicherheitsmodus? Den einzigen, den ich kenne, wäre das FIT, der die CPU bei höchster Last auf ca. ~1.325V (leicht unterschiedlich bei jeder einzelnen CPU, also immer selbst testen), begrenzt.

Aber der wird bei manuellem und fixem OC, wie bei 4.37V @ 1.4V ignoriert/ausgehebelt.

Wie genau bist du denn auf die 1.4V gekommen? Der erscheint mir als viel zu hoch bei fast jeder Multi Core Last. Single Core? Kein Problem, aber sehr riskant für Multi.
an die Spannung sollte man sich auch langsam rantasten, sie hängt auch vom Netzteil und der Kühlung ab, ich habe mit 1,35 Volt begonnen und mich langsam auf stabile 1.4 Volt hochgetastet, mit 1.385 Volt (zu wenig) und bei 1.425 Volt (zu viel) bricht die Leistung der Kerne ein, bei 1.4 läuft sie kontinuierlich stabil und mit den erhofften OC Ergebnissen.
 
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Den 3950X sollte man doch Easy auf 4.6Ghz Festprügeln können. Das ist kein wirkliches OC, da sich das ganze ja im Turbo Bereich befindet....

Hab ich mit meinem 3700X nicht anders gemacht. Auf 4.35Ghz festgeprügelt bei 1.33V :) Läuft 1a.
 
chr1zZo schrieb:
Den 3950X sollte man doch Easy auf 4.6Ghz Festprügeln können. Das ist kein wirkliches OC, da sich das ganze ja im Turbo Bereich befindet....
die AMD Ryzen 9 39XX sind wahrlich keine Übertaktungsmonster, die Erfahrung haben schon mehrere OCler gemacht, also pauschal mal 4.6GHz rauszuhauen ist mal eben nicht drin ohne H2 Kühlung,
alle Kerne mit 4.375GHz ist schon unter normalen Bedingungen in Ordnung, im single taktet er ja auch mit entsprechenden Powerplan bis 4.7GHz, aber da das nur im sekunden Bereich pro Anwendung ist kann man das getrost vernachlässigen.
 
Womit kann ich das Ganze auf Stabilität testen? Sobald ich richtig Last, z.b. prime mit avx oder boinc, drauf gebe renne ich hier sofort volle Pulle ins powerlimit und die cpu taktet eh runter?
Und eigentlich hätte ich gerne den vollen Turbo, wenn nicht alle Kerne genutzt werden, nicht nur die 4.375Ghz.
Also "alle" reden immer davon SingleCore wäre so toll und wichtig, wenn ich allcore fest auf 4.375Ghz bin, dann habe ich do genau da, am "schwächsten" Punkt erst recht Einbussen?
 
Birkuli schrieb:
Der High-Performance-Plan schöpft unter Windows das komplette Potential der CPU aus, mit herkömmlichen Plänen wird die CPU im oberen Frequenzbereich beschnitten, ob das auch schon in den AMD Energieplänen behoben ist weiß ich leider nicht.

AMD Ryzen Balanced läuft auch ohne die CPU zu drosseln, taktet entsprechend zügig hoch und runter. Und lässt auch die Kerne schlafen, wenn sie nicht gebraucht werden. High-Performance lässt die CPU auf 100% konstant, was bei stock nicht nötig ist.

Birkuli schrieb:
Der Sicherheits/Schutzmodus verhindert das die CPU-Kerne Überspannung bekommen oder zu heiß werden und regeld die CPU runter, wie genau das funktioniert kann man bei AMD nachlesen.
Die 1.4Volt beziehen sich auch nur auf die Ryzen 9 39XX Prozessoren, andere Prozessoren vertragen andere Werte, gibt genug Hinweise im Netz.

Hast du da einen Link für mich? Denn soweit ich weiß hat sich AMD nie über Ryzen-Spannungen fürs OC geäußert (nicht zu verwechseln mit diesem Post, der über normale Spannungen bei Stock redet).

Der 1.325V Wert vom FIT kam hier von The Stilt, aber ist auch kein offizielles AMD-Statement.

Und nochmal um sicher zu gehen: Ich rede hier von Spannungen, die nicht die CPU degradieren sollten. Deshalb erwähne ich ja die FIT, die die Spannung bei zu hoher Last (=zu viel Stromfluss) senkt und nicht über ~1.325V geht (nochmal: selbst testen bitte, ist für jede CPU geringfügig anders).

Ich bin mir auch nicht im Klaren, wo jetzt deine Schutzspannung hergeleitet wird.

Denn bei mehr Last/Stromfluss geht die Spannung runter, deshalb verwirrt mich das hier:

Birkuli schrieb:
AMD hat die Spannung etwas, niedriger aus thermalen Gründen, angesetzt, benötigen jetzt aber alle Kerne mehr Spannung so wird sie nur unzureichend auf die einzelnen Kerne verteilt was einen Klipping zur Folge hat und die Kerne takten runter da sie nicht genug Strom bekommen.

Es sollte doch eher andersherum sein. Je mehr Stromfluss die Kerne fordern, desto weniger Spannung wirkt angelegt. Die höchsten Spannungen gibt es bei geringster Last und Kernanzahl (also ein bis zwei Kerne), die auch dementsprechend wenig Stromfluss anfordern.

Sind bei dem OC die Power Limits (PPT inbesondere) noch auf stock? Denn das wäre der einzige Grund, der für mich Sinn machen würde, dass die Kerne nicht genug Strom bekommen. Denn je höher die Spannung ist, desto geringer darf der maximale Stromfluss sein, um noch im PPT Limit zu hängen.

Bei 144W PPT und 1.4V wären das 102.8A gesamt (1.4V * 102.8A = ~144W), sofern kein TDC oder EDC Limit vorher greift.

Aber das nur am Rande: mich interessiert eigentlich nur warum du dir so sicher bist, dass ein Spannung von 1.4V deine CPU nicht degradieren sollte. Denn dieser Spannungswert liegt viel höher als der FIT-Wert, bei dem so etwas sogar auch schon vorkommen kann.

Gibt es hier neue Erkenntnisse, die an mir vorbei gegangen sind?

chr1zZo schrieb:
Den 3950X sollte man doch Easy auf 4.6Ghz Festprügeln können. Das ist kein wirkliches OC, da sich das ganze ja im Turbo Bereich befindet....

Wie kommst du denn darauf? Der Turbo von Ryzen funktioniert hier doch ganz anders als bei Intel.
 
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Mac_Fly schrieb:
Womit kann ich das Ganze auf Stabilität testen? Sobald ich richtig Last, z.b. prime mit avx oder boinc, drauf gebe renne ich hier sofort volle Pulle ins powerlimit und die cpu taktet eh runter?
Und eigentlich hätte ich gerne den vollen Turbo, wenn nicht alle Kerne genutzt werden, nicht nur die 4.375Ghz.
Also "alle" reden immer davon SingleCore wäre so toll und wichtig, wenn ich allcore fest auf 4.375Ghz bin, dann habe ich do genau da, am "schwächsten" Punkt erst recht Einbussen?
ich nutze die softeren Benchmarks, z.B. AIDA, ZPU-Z, 7-Zip, HWinfo oder eben Cinebench, prime macht gleich overkill
in den Tools sind kleine Routinen zur Belastung enthalten, zur Anzeige der Kerne und deren Nutzung nehme ich Desktop Info Technician. Wer single Core benötigt sollte diesen Ratgeber nicht machen, aber die theoretischen 4.7GHz bei meinem 3950X wird nur für Sekunden ereicht und genutzt, meist geht die CPU auf Werte von 4.3 bis 4.6 zurück, also zu vernachlässigen gemessen an dem multi Kern Gewinn.
Ergänzung ()

Tonks schrieb:
AMD Ryzen Balanced läuft auch ohne die CPU zu drosseln, taktet entsprechend zügig hoch und runter. Und lässt auch die Kerne schlafen, wenn sie nicht gebraucht werden. High-Performance lässt die CPU auf 100% konstant, was bei stock nicht nötig ist.



Hast du da einen Link für mich? Denn soweit ich weiß hat sich AMD nie über Ryzen-Spannungen fürs OC geäußert (nicht zu verwechseln mit diesem Post, der über normale Spannungen bei Stock redet).

Der 1.325V Wert vom FIT kam hier von The Stilt, aber ist auch kein offizielles AMD-Statement.

Und nochmal um sicher zu gehen: Ich rede hier von Spannungen, die nicht die CPU degradieren sollten. Deshalb erwähne ich ja die FIT, die die Spannung bei zu hoher Last (=zu viel Stromfluss) senkt und nicht über ~1.325V geht (nochmal: selbst testen bitte, ist für jede CPU geringfügig anders).

Ich bin mir auch nicht im Klaren, wo jetzt deine Schutzspannung hergeleitet wird.

Denn bei mehr Last/Stromfluss geht die Spannung runter, deshalb verwirrt mich das hier:



Es sollte doch eher andersherum sein. Je mehr Stromfluss die Kerne fordern, desto weniger Spannung wirkt angelegt. Die höchsten Spannungen gibt es bei geringster Last und Kernanzahl (also ein bis zwei Kerne), die auch dementsprechend wenig Stromfluss anfordern.

Sind bei dem OC die Power Limits (PPT inbesondere) noch auf stock? Denn das wäre der einzige Grund, der für mich Sinn machen würde, dass die Kerne nicht genug Strom bekommen. Denn je höher die Spannung ist, desto geringer darf der maximale Stromfluss sein, um noch im PPT Limit zu hängen.

Bei 144W PPT und 1.4V wären das 102.8A gesamt (1.4V * 102.8A = ~144W), sofern kein TDC oder EDC Limit vorher greift.

Aber das nur am Rande: mich interessiert eigentlich nur warum du dir so sicher bist, dass ein Spannung von 1.4V deine CPU nicht degradieren sollte. Denn dieser Spannungswert liegt viel höher als der FIT-Wert, bei dem so etwas sogar auch schon vorkommen kann.

Gibt es hier neue Erkenntnisse, die an mir vorbei gegangen sind?



Wie kommst du denn darauf? Der Turbo von Ryzen funktioniert hier doch ganz anders als bei Intel.
https://www.amd.com/system/files/Te...AMD Ryzen Master Overclocking Users Guide.pdf
Das AMD Ryzen Master Tool gibt z. B. Auskunft darüber ob die eingestellten Werte noch im akzeptablen Bereich sind, für den Ryzen 9 3850X wird eine Spannung bis 1.5 Volt zugelassen, was in OC Kreisen mit H2 Kühlung auch schon benutzt wurde.
Ergänzung ()

Mac_Fly schrieb:
Womit kann ich das Ganze auf Stabilität testen? Sobald ich richtig Last, z.b. prime mit avx oder boinc, drauf gebe renne ich hier sofort volle Pulle ins powerlimit und die cpu taktet eh runter?
Und eigentlich hätte ich gerne den vollen Turbo, wenn nicht alle Kerne genutzt werden, nicht nur die 4.375Ghz.
Also "alle" reden immer davon SingleCore wäre so toll und wichtig, wenn ich allcore fest auf 4.375Ghz bin, dann habe ich do genau da, am "schwächsten" Punkt erst recht Einbussen?
gute Werte liefert da Cinebench R20, da es dabei auf die Kerne ankommt und nicht auf die Grafikkarte.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Birkuli schrieb:
https://www.amd.com/system/files/TechDocs/AMD Ryzen Processor and AMD Ryzen Master Overclocking Users Guide.pdf
Das AMD Ryzen Master Tool gibt z. B. Auskunft darüber ob die eingestellten Werte noch im akzeptablen Bereich sind, für den Ryzen 9 3850X wird eine Spannung bis 1.5 Volt zugelassen, was in OC Kreisen mit H2 Kühlung auch schon benutzt wurde.

Auf welcher der 34 Seiten steht das genau? Für all core, wohlgemerkt.

Für mich sieht das nur aus wie eine Anleitung für den Ryzen Master von 2017, also bevor Zen 2. :freak:

E: Das Teil erwähnt doch überhaupt gar keine Nummern, die sicher or unsicher sein sollten. Und ich hoffe der 1.5V Wert kommt nicht aus diesem Post, den ich oben schon verlinkt habe. Der ist nur für stock und kurzzeitiges single core Turbo.
 
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Tonks schrieb:
Für mich sieht das nur aus wie eine Anleitung für den Ryzen Master von 2017

Es sieht nicht nur so aus, es ist tatächlich von 2017. Bereits auf der Titelseite steht:

Revision:1.10 Issue Date:August2017

Da sich in der Ryzen-Architektur doch einiges grundlegend geändert hat, würde ich jeglichen Tipps auf Basis des verlinkten Dokuments erstmal misstrauen.
 
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Faust2011 schrieb:
Da sich in der Ryzen-Architektur doch einiges grundlegend geändert hat, würde ich jeglichen Tipps auf Basis des verlinkten Dokuments erstmal misstrauen.

Falls den Edit nicht gesehen: Stehen eh keine Werte in der Anleitung also ist es sowieso unbrauchbar für diese Diskussion.
 
AIDA unter Benchmarks den FP64 Ray Trace auswählen und das ganze mit 1.4v bei 4375mhz
Haste da mal ne Screen von deinen Temperaturen nach 10 hintereinander gemachten Durchläufen?

Nur so aus Interesse wie das aussieht.
Bei mir sieht das so aus, falls es wen interessiert. (Stock)
1581787578713.png
 
@Verangry
Was ist denn mit dem EDC Wert? Auslesefehler? :D
 
Solche Anleitungen sollten vielleicht von Leuten geschrieben werden die sich etwas besser mit der Materie auskennen. Da werden Begriffe durcheinander geworfen und Behauptungen aufgestellt, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann. Alleine die Konstellation eines der schlechtesten X570 Mainboards mit dem 3950x ist schon unverständlich.
 
Bei mir zeigt es da korrekt 140A max an (CB20; AIDA64 lässt HWiNFO wie bei dir während des Laufes ja einfrieren) und wir haben beide dasselbe Brett und einen 3900X. Der einzige Unterschied ist das meine HWiNFO Version noch 6.22 ist.

Da deine HWiNFO deine CPU auch als Ryzen 7 3900X ausliest, vermute ich mal das da ein Bug in der 6.23 Version ist?
 
rocka81 schrieb:
Solche Anleitungen sollten vielleicht von Leuten geschrieben werden die sich etwas besser mit der Materie auskennen. Da werden Begriffe durcheinander geworfen und Behauptungen aufgestellt, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann. Alleine die Konstellation eines der schlechtesten X570 Mainboards mit dem 3950x ist schon unverständlich.
Na dann freuen wir uns aber schon auf deinen super Beitrag zu diesem Thema, kannst du außer Abwerten und beleidigen auch was sachliches zu dem Thema beitragen? Hast du das Board schon getestet? kannst du das in irgendeiner Art und Weise belegen was du da behauptest? Was ist denn deine Hardware? Auch sechs Jahre alte Hardware wie bei einigen anderen Klugscheißern hier?
Macht es doch einfach besser ihr Schnacker!
 
Ich möchte dir ja nicht zu nahe treten, aber genauso zu reagieren und zu "beleidigen" ist nicht gerade sinnvoll, wenn man ernst genommen werden möchte.

Wenn du dir deiner Sache sicher bist, dann steh einfach drüber und ignoriere es und gehe stattdessen lieber auf Fragen ein, die wirklich ernstgemeint sind.

Und ich möchte dich nochmals bitten, mal einen FP64 Ray-Trace Benchmark (10 Durchgänge hinter einander) durch zu führen und uns deine Ergebnisse mitzuteilen. (Aida64 in der Benchmark Sektion)

Ebenfalls wäre ein Sisoft Sandra Prozessor Leistungsindex für mich interessant bei den von dir ermittelten werten, (also 4350MHz all core bei 1.4v)

Sandra Lite ist kostenlos und ich würde mich freuen, wenn ich ein Überblick bekommen könnte.
 
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