Leserartikel CPU und Bios Guide für Ryzen 3000 (und älter)

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Hallo liebe Community

Da häufig viele Fragen gestellt werden wie Ryzen funktioniert, möchte ich hier kurz (oder auch etwas länger) einmal erläutern wie Ryzen 3000 bzw. Matisse eigentlich funktionieren sollte.


Fangen wir bei der Leistung an.

Viele fragen sich, wieso der Boost bei ihrer CPU, trotz aller Bugfixes usw. immer noch nicht den „bis maximal“ angegebenen Wert erreichen.


Hier eine Erklärung dafür:

Temperaturen.

Die CPU hat mehrere Sensoren, die nicht nur das innere der CPU misst (T-Die) sondern auch das Case (CPU Temp) und außerdem die Umgebungstemperatur (dieser Sensor sitzt meist kurz oberhalb der CPU wie z.B. hier zu erkennen ist.

CPU Sensor.jpg


Oder auch hier, ein System Temperatur Sensor, weit ab der vielen Wärmequellen, wie z.B. der Grafikkarte.

sys Sensor.jpg


Wie dies alles zusammenhängt und ab wie viel Grad angefangen wird zu drosseln, erkläre ich weiter unten.


Spannungen.

Viele von euch möchten ihre CPU doch gerne auf einen festen Allcore Takt festlegen.
Das könnt ihr gerne machen, aber achtet bitte darauf, dass wenn ihr ein Video rendert, die Last um einiges höher ist, als wenn man ein Spiel zockt.

Theoretisches Beispiel:

Ihr lest eure Spannungen bei „Auto Einstellungen“ mit einem Monitoring Tool aus, während ihr gerade am Zocken seid.

Nun lest ihr... 1.38v Core und sagt euch.

„Hmm der Takt ist nicht auf allen Kernen, also lege ich das im Bios mal fest an.“

Also ab ins Bios, die Werte von, sagen wir mal 4.4GHz Allcore bei einem 3700x, mit einer Spannung von 1.35v eingestellt und ab dafür.

Damit seid ihr eurer Meinung nach auf der „sicheren Seite“, denn ihr habt ja sogar weniger VCore angelegt, als die CPU automatisch anlegt.

Hier ist der Kasus Knacksus:

Die CPU schaltet so schnell zwischen den einzelnen Kernen hin und her, dass die wirklich anliegende Spannung eigentlich nur errechnet werden kann, bzw. wird der zuletzt von der CPU an das auslese Programm übermittelte Wert ausgegeben.

In Spielen kann es auch gerne so sein, dass die 1.38v anliegen, aber wenn noch mehr Belastung auf die CPU erfolgt, dann wird die VCore auch reduziert.

Bei 100% Last auf allen Kernen und maximaler Leistung die abgerufen wird, werden die Voltages nämlich nochmals reduziert.

So kommt es vor, dass unter AVX (2) Belastung die CPU nur noch 4GHz anliegen hat, bei einer Spannung von 1.25v oder niedriger.

Diese Reduzierung dient zum Schutz des Siliziums.
Selbst wenn man den PBO Scalar verändert, setzt man diese Regelung schon außer Kraft, wenn ein anderer Wert als „Auto“ gewählt wird -> wie in diesem Bild zu erkennen ist:

PBO Scalar.jpg


Ihr seht also, es gibt eigentlich keine „Safe Voltage“ mehr sondern es kommt auf euren Usecase an.
Auch die 1.5v (oder drüber) die angezeigt werden, sind "nicht schlimm“ sie werden einfach von der CPU angefordert, solange man nicht in die Mechanismen eingreift.

Dazu gehört auch die Load Line Calibration (LLC) auf „Auto“ hat sie genau die Werte, die das Silizium schützen sollen. Greift man hier zu einer sehr hohen (oder niedrigen, je nach Boardhersteller) kann es zu hohen Spannungsspitzen kommen, die viel schädlicher für die CPU sind, als eine konstante Spannung.


Powerplans (Energiespar Pläne)

Einige stellen fest, dass die so genannten custom Profile (hier in Form von „1usmus“) euch einen höheren Boost und bessere Ergebnisse in Benchmarks bieten.

Ich erkläre kurz den Zusammenhang, wie das zustande kommt.

Seit September (bei Highend Boards zumindest) stehen die Bios Optionen CPPC und CPPC2 zur Verfügung.
Diese meldeten an das BS welche die besten Kerne sind.
Der Windows Scheduler erhielt also aus der Firmware (SMU) die Informationen, welche Kerne er bevorzugen soll.

Hier kommt der Powerplan ins Spiel.
Der Custom Plan änderte das Verhalten von „Windows regelt das“ auf „CPU regelt das“ -> Autonomes Takten.
Diese Einstellungen bewirkten also, dass die CPU entscheidet welche Kerne die besten sind und welche nicht.
Voraussetzung damit dies funktioniert ist eben die Einstellung CPPC (2 -> preferred Cores)

Kurzes Beispiel anhand CPUz

CPUz misst den Singlecore Wert immer mit CPU 0, also dem ersten Kern. Ist dieser Kern nun zufällig unser bester Kern, dann sehen wir auch keine bis kaum eine Änderung, nachdem wir den „Custom Powerplan“ installiert haben.

CPUz High performance plan.jpg


Sind allerdings z.B. Kerne 6 und 7 unsere besten Kerne, dann wird die Leistung auf diese „umgeleitet“, die CPU hat aber die gleiche Leistung wie vorher, nur werden bessere Punkte angezeigt im Benchmark, weil die besseren Kerne zum Messen genutzt wurden.

CPUz Custom Plan.jpg


Viele weitere Einstellungen, die man im Bios tätigen kann und wie diese zusammenhängen, könnt ihr dem „Guide“ entnehmen.

Wenn ihr Fragen habt, oder Anregungen, ja sogar Verbesserungsvorschläge machen wollt was ich eurer Meinung nach noch mit einfügen soll, dann immer her damit.

Solltet ihr dennoch den Wunsch verspüren eure CPU übertakten zu wollen, dann folgt nun eine Anleitung und weitere Erklärungen.

Wer sich das Ganze in Ruhe anschauen möchte, kann es sich unter dem Link auch herunterladen,
(Stand 23.05.2020)

https://drive.google.com/file/d/1lFlupjTL6N-RaZVJRFp5tzTLrMiG8BDi/view?usp=sharing


Hier ein kleines Update, den Guide gibt es nun auch in Englisch.
Google translated Guide Download 23.10.19

Wer bis hierhin alles gelesen hat, der wird feststellen, dass ich einiges aus der folgenden „Anleitung“ entnommen habe und sich deswegen das ein oder andere eventuell widerholt, bitte habt ein nachsehen.

Es handelt sich dabei um gesammelte eigene- und fremde Erfahrungen (RAM OC Discord)
Wenn ihr ebenfalls Anregungen habt oder Erfahrungen teilen möchtet, immer her damit. ;)

Als Vorwort erst mal das obligatorische

"Ich übernehme keine Garantie oder Haftung, wenn ihr, durch in diesem Text stehende Änderungen, Schäden an eurem System hervorruft".

So, der oben stehende Satz ist immer etwas nervig, aber ich sichere mich damit lieber ab, bevor hinterher Jemand ankommt und meint ich wäre Schuld, dass seine CPU oder das gesamte System kaputt gegangen ist... ;)

Nun, fangen wir mal an mit dem CPU OC (oder lieber doch nicht?)

Die neuen Ryzen 3000 aka Zen2 laufen derzeit fast am absoluten Maximum, wenn man der CPU den freien Lauf gibt. Heißt, man kann die CPU zwar übertakten, dies bringt aber oftmals nicht so viel wie erhofft.

Viel wichtiger sind die einzelnen Einstellungen, und in Verbindung mit RAM OC
(siehe dazu @cm87 's Anleitung im CB Forum -> Ram OC Community) die CPU Optimal einzustellen.

Hier erkläre ich, soweit mir es mir möglich ist, was diese Einstellungen bewirken.

Vorweg sei gesagt, es gibt so viele Biosversionen und Hersteller, die je nach Board das Bios beschneiden, oder die Optionen heißen anders. Aus diesem Grund sollten wir uns also erst mal umschauen, was bei uns im Bios vorhanden ist und was nicht.
Die wichtigsten Einstellungen liste ich nun mal auf, ausgehend von einem ASUS Board.

Los Geht’s und viel Spaß!


Inhaltsverzeichnis

Core Performance Boost
BCLK OC + Spread Spectrum
TPU OC – Mainboard seitiges OC
Precision Boost Overdrive (PBO)
Precision Boost Overdrive 2 (Auto OC Funktion)
TDP Limits
ECO Modus
Allcore OC
Undervolting
Tuning durch Einstellungen
Energiesparpläne
CCX / CCD OC
Benchmarks (es folgen weitere)
AGESA / SMU Firmware eine Erklärung
MEM Training und PMU Training
Turbo Boost im Stock Zustand
RAM, Infinity Fabric und der 1 : 1 : 1 Teiler
Freezes / Bluescreens was kann helfen?
Bios Optionen verschiedener Hersteller​

Core Performance boost Bios.jpg


Der Core Performance Boost bewirkt, dass die CPU nicht auf den Kerntakt der jeweiligen CPU verweilt, sondern auch ihren Boost überhaupt nutzen darf, geregelt werden die Spannungen und der Takt dabei von der CPU (FIT) und somit ist diese Einstellung im vom Hersteller abgesicherten Bereich.

Empfehlung

Auto oder Enabled falls vorhanden, für maximale Leistung, auf Disabled verweilt die CPU im Basistakt


Performance Bias


Asus hat hier eine Einstellung, so dass Programme wie CB15 oder AIDA bessere Werte abliefern.

Mit Zen+ klappte dies auch noch ganz gut, so hat AIDA immer eine höhere Priorität erhalten, was dann zu geringeren Latenzen und oder besserem Durchsatz im Membench geführt hat.

Mit Zen2 sind diese Einstellungen nach meinen Tests eher unwirksam und können ggf. sogar Instabilitäten hervorrufen (CB15 Aggressiv)

Empfehlung

AUTO oder Disabled

Performance Enhancer (Auto OC Einstellung) -> kein PBO


Die Performance Enhancer Einstellungen bewirken, dass der CPU und damit verbunden auch dem I/O also dem MEM Controller mehr Spannung zugeführt werden können. Dies hat allerdings den Nachteil, dass die CPU nur durch diese Einstellung sich mehr genehmigen kann als eigentlich zugelassen. Wenn man zeitgleich PBO nutzt, kommt es sehr schnell zu einer viel zu hohen Vcore unter Volllast und wenn das Mainboard nicht mitspielt, weil die Spannungsversorgung nicht ausreichend ist (VRM) dann kann es schnell zu Instabilitäten führen.

Empfehlung

Auto oder maximal Level 2

Level 3 und 4 sind für manche CPU’s und Boards zu aggressiv.
BCLK Bios.jpg


Der BCLK ist der Basistakt, der im Normalfall 100MHz betragen sollte.

Ist dies nicht der Fall, ist oftmals das Spread Spektrum dafür verantwortlich.

Letzteres dient zur Stabilisierung, da er weitaus dynamischer den Basistakt anpassen kann, allerdings werden dadurch oft nur 99.87 - 99.96 MHz Basistakt anliegen, der daraus resultierende CPU Takt ist also nicht glatt 4000 (bei einem Multiplikator von 40x) sondern 3994.8 - 3998.4 MHz und je höher die CPU taktet, werden die Differenzen.

Was kann man also tun, damit der CPU Takt dem entspricht was ich haben möchte? BCLK auf 100 MHz stellen und Spread Spektrum deaktivieren.

Asus hingegen stellt bei 100MHz eingestellten Takt, das Spread Spektrum aktiv, und aus dem Grund empfiehlt es sich, es auf Auto zu belassen.

Lädt man ein DOCP Profil für den Speicher, kann es vorkommen, dass der BCLK automatisch auf 100MHz gestellt wird, wenn dies der Fall ist, setzen wir den BCLK wieder auf Auto und haben dann 99.98 - 100.01 MHz Basistakt anliegen.

BCLK Übertakten geht natürlich auch, hier ist aber zu bedenken, dass alle anderen Komponenten die vom Basistakt abhängig sind (PCIE Slots und m.2 SSDs gehören da halt auch dazu) oft eine Erhöhung nicht mögen. man muss also, sollte man mit OC des BCLK arbeiten wollen, selbst die Grenzen ausloten.

Im schlimmsten Fall kann ein zu hoher BCLK zu Datenverlust führen, weil die m.2 SSD korrupte Daten schreibt und hinterher nicht mehr aufrufbar sind, oder zu Abstürzen führen.

Ebenfalls kann das RAM OC ist nicht mehr stabil sein, denn der MEM Controller hängt ebenfalls am BCLK.

ACHTUNG!
Nicht jedes Mainboard bietet diese Option an, und es ist oft mals auch so, dass das Spread Spektrum nicht deaktiviert werden kann, dies liegt an den Mainboardherstellern, bzw. der Bios Implementation.

Was kann man also tun?

Eventuell gibt es ein ModBios für euer Mainboard, schaut doch mal in den gängigen Foren nach.

Aber Achtung!!

Ich empfehle nur ein Modbios zu installieren, wenn man eine "Flashback" Unterstützung hat, also die Möglichkeit besteht, ohne den Rechner starten zu müssen ein Bios Flashen zu können, um auf der sicheren Seite zu sein.

Mainboardseitige Auto OC Funktion, wird also durch das Mainboard und nicht durch die CPU geregelt.

Diese Einstellung kann bewirken, dass die CPU auf einem festen Wert verweilt, sodass die Stromsparmechanismen nicht mehr greifen. Da Ryzen 3000 Kerne häufig in den Sleepmode versetzt, kann es mit aktivem TPU zu Problemen kommen, wie Leistungsverlust, zu starker Hitzeentwicklung oder (und das ist am häufigsten der Fall) Instabilitäten hervorrufen.

Empfehlung

Disabled oder gar nicht erst anfassen.

PBO Bios.jpg


Das mit Ryzen gen+ eingeführte PBO dient dazu der CPU mehr Leistung zur Verfügung zu stellen, allerdings im Rahmen der FIT (also von der CPU geregelten Leistungsaufnahme im Verhältnis zur Temperatur und Belastung)

Hier empfiehlt es sich die Einstellung erst mal auf AUTO zu belassen, die Ryzen 3000 haben nämlich noch eine eigene Option bekommen.

PB2 oder kurz AUTO OC Modus (Max CPU Boost Clock Override)

Letzterer ist einstellbar von 0 bis +200 MHz.

In Verbindung mit PBO 1 kann dies schnell zu einer zu hohen Vcore führen, was sehr hohe Temperaturen unter Last oder Instabilitäten hervorrufen kann.

Der Scalar bewirkt, wie lange und wie hoch der Automatische Boost anliegen kann.
Je höher der Wert, desto länger wird der Boost aufrechterhalten, kann aber auch sehr hohe Spannung anlegen.

Empfehlung

PBO 1 auf AUTO und AUTO OC auf +200 MHz bei guter Kühlung.

Scalar auf maximal Level 6 bei Luftkühlung und bis zu Level 10 bei Wasserkühlung.

Wer der CPU ein Limit vorsetzen möchte, was bei einigen CPUs mehr Sinn macht, als es auf Auto oder Enabled zu belassen, kann sich an folgende Werte halten.

TDPLimit​
PPT​
TDC​
EDC​
105W​
142W​
95A​
140A​
95W​
128W​
80A​
125A​
65W​
88W​
60A​
90A​
45W​
60W​
45A​
65A​
Was bewirken diese Limits im Detail?


Die CPU bekommt von AMD die Möglichkeit sich mehr Leistung zu genehmigen als diese eigentlich ausgelegt sind, immer im Rahmen der Kühlung und Belastung, versteht sich.

Setzt man der CPU nun die oben stehenden Limits vor die Nase, so hat die CPU in Szenarien mit starker Belastung (wie z.B. Prime95 oder Video Encoding oder Anwendungen die AVX 2 Befehle nutzen -> CB 20 z.B.) die Möglichkeit, sich selbstständig im Rahmen der Limits zu bewegen, aber die Werte werden im Normalfall nicht überschritten.

Ganz besonders aufgefallen ist es in Spielen, so kann man mit einem niedrigeren TDP Limit manchmal mehr erreichen, als wenn man die CPU auf einen festen Multiplikator setzt, denn der SC Boost (ja leidiges Thema) kann dann weitaus höher ausfallen, als wenn man die CPU z.B. auf 4.2 GHz mit festem Multiplikator begrenzt.

Bei Spielen ist die Belastung eine weitaus andere als in Synthetischen Benchmarks oder beim Video-Encoding.

Ich betreibe einen 3800X (offizielle TDP von 105w) mit einem Limit von 88 / 60 / 90 was zur Folge hat, dass ich im Multicore Bereich vielleicht 0.5% weniger Leistung habe, aber im Singlecore mehr.

Dies macht sich dann wiederrum in Spielen bemerkbar, da der Workload in Games einfach ein anderer ist und die CPU nicht ganz so sehr gefordert wird wie z.B. beim Encoding.

Obendrein bleibt die CPU dank der Limits kühler.

ECO Modus.jpg


Die Limits oben, kommen übrigens aus dem für Ryzen 3000 neu hinzugefügten "ECO Modus"

Der Eco Modus arbeitet aber auf Basis des PBO.

Deaktiviert man PBO kann der Eco Modus nicht mehr eingestellt werden, aus diesem Grund geben wir entweder die Limits händisch ein, oder, je nach CPU, wählen wir enabled und lassen den ECO Modus die Einträge vornehmen.

Wo wir gerade beim Eco Modus sind, dieser ist auch im Ryzen Master Tool auswählbar.

Ich empfehle allerdings das Ryzen Master Tool nur zum Auslesen zu benutzen.


Grund:

Sobald man das Ryzen Master Tool startet, werden Daten in das Bios übertragen (auch wenn man diese nur auslesen will) und somit kann es zu Instabilitäten kommen.

Das Crosshair 6 Hero, welches ich gerade in Benutzung habe, kann einem q-Codes anzeigen. Sobald das RMT gestartet wird, werden auf der Q-Code Anzeige die Codes d3 und danach F8 angezeigt.

Und ich habe nicht einmal etwas darüber eingestellt, sondern nur gestartet.

Das Ryzen Master Tool hat bei den meisten Boards einen eigenständigen Abschnitt bekommen, wo die Änderungen welche man mit dem RMT vornimmt hinterlegt werden.

Dies kann aber von Bios zu Bios und Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein und so hat man ggf. sich überschneidende / gegenseitig aufhebende Einstellungen, was dann zu Bluescreens, Blackscreens oder willkürlichen Restarts führen kann.

(Erkennen kann man es meistens daran, dass man, anstelle von Dezimalzahlen nun Hexa-Dezimalzahlen im Bios eintragen muss)

Das Ryzen Master Tool hat bei mir zu Fehlern geführt, aus dem Grund nutze ich es nicht.

Wer es dennoch nutzen möchte, kann dies gerne tun, soll ja auch viele geben, die keine Probleme damit haben.

Was ist denn eigentlich aus dem guten alten manuellem Allcore OC geworden?

Kurz gesagt, es lohnt sich in den meisten Fällen nicht.

Das Automatische rauf und runter takten der Ryzen 3000 ist so ausgereift, dass diese meistens die bestmögliche Leistung herausholen.

Was kann man machen, wenn man Temperaturprobleme hat?

Man kann trotz eingeschaltetem Auto OC Modus (oder PB2, inkl. TDP Limits) noch einen negativ Offset setzen.
Die Beobachtungen gehen inzwischen dahin, dass die 6 Kerner weitaus höhere negativ Offsets erlauben als die 8 Kerner.

Zu den 6 Kernen zählt übrigens auch ein 3900X, da dieser 2 CCD mit je 2 CCX à 3 Kerne hat.

Der Durchschnitt liegt bei minus 0.05 - 0.1v ohne großartigen Leistungsverlust bei den 6 Kernern.
Siehe dazu die Liste weiter unten von @Owner5566 die er im Discord zur verfügung gestellt hat und ich auch benutzen darf.

Vielen Dank für das Bereitstellen!

Die 8 Kerner (3700er, 3800er und bald auch der 3950x) haben einen nicht ganz so großen Bereich, hier sind es oftmals minus 0.025 - 0.05v an negativ Offset, ohne dass das System instabil wird oder Leistungseinbußen zur Folge hat.

Empfehlung

Negativ Offset ausloten, manuelles Allcore OC vermeiden


Stream HW Prefetcher

HW Prefetcher.jpg


Der L1 und L2 HW Prefetcher wurde mit Ryzen 2000 eingeführt, dies bietet der CPU die Möglichkeit, Daten im Cache zu sammeln und schneller hin und her zu schieben, was eine Leistungssteigerung hervorrufen kann, allerdings kann es dadurch manchmal auch instabil werden.

Die Latenzen werden gesenkt, da der Zugriff auf den Cache schneller erfolgen kann.

Empfehlung

Auto für beste Stabilität

Enabled für maximale Performance.

Blobal C States.jpg


Die Global C States dienen eigentlich zum Stromsparen, da Kerne die nicht benötigt werden, in den Sleepmodus versetzt werden.

Da ab einem gewissen Infitiy Fabric Takt dies aber automatisch von manchen Mainboards deaktiviert wird, ist es empfehlenswert die Option immer auf Enabled zu stellen, damit die CPU in Spielen auf benötigten Kernen höher boosten kann, als wenn sie alle Kerne boosten muss.

Es bringt also einen kleinen Vorteil in Singlecore Anwendungen.

Diesen sollten alle deaktivieren, die keine ECC Speicher nutzen.
Auto = Enabled bei ASUS deswegen hier manuell auf Disabled stellen.

Es kann mit aktiviertem ECC zu Startschwierigkeiten kommen.

CPPC Bios.jpg

Was bewirkt CPPC (2)?

CPPC und CPPC 2 (Preferred Cores)

Dies ist eingeführt worden, damit das Betriebssystem (hier Windows 10) die besten Kerne höher und länger boosten lassen kann und auch eher die besten Kerne nutzt.

Da nicht alle Boardhersteller diese Option zur Verfügung stellen ist es leider ein "hidden feature" das Crosshair 6 Hero bietet es allerdings an es zu verändern.

Wenn also die Möglichkeit besteht es auf enabled zu stellen, so sollte dies getan werden.

Performance in Singlecore lastigen Anwendungen und Spielen ist Mess- aber nicht Merkbar.


APBDOS Bios.jpg


Wenn man APBDIS auf 1 stellt bekommen wir die Möglichkeit, einen Fixed SOC Pstate zu setzen. Ähnlich wie bei den CPU Pstates verweilt der IMC dann in einem gewissen Leistungsbereich. Dies erlaubt es uns auch bei APU’s die Grafikeinheit dauerhaft auf maximaler Leistung zu halten.

*APBDIS ist gleichzusetzen mit AMD Cool and Quiet, einige Hersteller (ASUS, ASRock) haben diese Bezeichnung anstelle von CnQ

Empfehlung

APBDIS auf 1

Fixed SOC Pstate auf 0 für maximale Leistung.

Auswirkung auf Reaktionsgeschwindigkeit des Systems wird verbessert.

Diese Option bietet uns die Möglichkeit den maximalen Allcore Boost manuell zu heben oder zu senken, leider ist die Option momentan ohne Wirkung. (oder nur auf x570 Mainboards, das kann ich leider mangels X570 Board nicht testen)

Power Plans.jpg


Mit dem Ryzen 3000 hat AMD auch wieder die Ryzen Energiesparpläne eingeführt.

Robert Hallok von AMD erwähnte übrigens in einem Reddit Posting auch, dass der Scheduler nur mit der letzten Windows 1903 Version richtig funktioniert, aus dem Grund empfiehlt es sich, ein Windows Update (auf die aktuellste Version) zu tätigen wenn man maximale Leistung haben möchte.

Hier empfiehlt es sich (je nach Belieben) den AMD Ryzen Balanced Mode zu nutzen oder einen eigenen Energiesparplan zu erstellen.

Letzterer Wird auf Basis des "Höchstleistung" Plans erstellt und wir ändern die minimale Prozessor Leistung auf 1 - 5%.

So werden die Kerne weiter herunter getaktet als mit dem Ryzen Balanced Plan (dort sind 99% minimal voreingestellt) und wir haben eine geringere IDLE Temperatur.

Es gibt auch nützliche Programme die zur Erweiterung der Pläne dienen, wie z.B. Parkcontrol

Dieses Programm erweitert die Pläne um die Einstellungsmöglichkeit die Kerne Schlafen zu legen und ab welcher Auslastung diese wieder geweckt werden.

Das Problem an der Geschichte ist allerdings, dass AMD den Firmwares / AGESA Versionen von Haus aus schon einprogrammiert hat wann Kerne schlafen gelegt werden sollen. Dies kann zu Komplikationen im Zusammenspiel mit Parkcontrol führen.

Empfehlung

Ryzen Balanced für den normalen Alltag

Ryzen High Performance für Gaming

Selbsterstellter Energiesparplan wenn es gewünscht wird

Dazu gibt es seit einiger Zeit, einige User die Selbsterstellte Powerpläne mit der Community teilen.

Neben den Bekannten Plänen von 1Usmus gibt es im CB Forum inzwischen einen Thread von SZ_cb der sich zur Aufgabe gemacht hat einen Plan zu erstellen, der möglichst Stromsparend aber dennoch ohne Leistungseinbuße funktioniert.

Hier müsst ihr selbst entscheiden ob ihr es testen mögt oder nicht. (nicht jede CPU reagiert gleich auf die Unterschiedlichen Pläne, also testet, welcher euch das liefert, was ihr braucht)

Hier ein Paket mit Installer für Custom Pläne der Community
https://cdn.discordapp.com/attachme...7532303681323018/Ultimate_Power_Plan_Pack.zip

Powerplan für Biosversion 1004B

Hier ist noch ein schönes Tool, womit man auch die versteckten Optionen einstellen kann.

https://forums.guru3d.com/threads/windows-power-plan-settings-explorer-utility.416058/

CCX OC ist besonders bei 3900X und 3950X Besitzern vorteilhafter, als bei Besitzern eines 3600 - 3800X

Grund:

Der 3900X (3950X) hat 2 CCD's mit je 2 CCX und pro CCX 3(4) Kerne.

Ein CCD ist meist das "schlechtere" hier, würde es Sinn machen, die besten Kerne zu nutzen und diese durch manuelle Eingabe des Taktes so einzustellen, dass nur diese so hoch wie möglich takten.

Problem an der Geschichte, man muss das Ryzen Master Tool nutzen um heraus zu finden, welche Kerne denn die "besten" sind. Wie oben schon erwähnt würde ich allerdings empfehlen dies nicht zu tun, da das CPPC (2) hier sonst außer Kraft gesetzt wird.

Wer es dennoch machen möchte, sollte die Besten (mit einem Stern markierten) und die zweit besten (mit einem Kreis markierten) Kerne nutzen und diese auf die maximale Taktrate einstellen, während die anderen Kerne immer in 50 - 100MHz Schritten herabgesetzt werden.

Also nehmen wir an im CCD 1 ist Kern 3 der beste und Kern 5 der zweit Beste, dann geben wir bei Kern 3 manuell den Wert 4650MHz ein (als Beispiel, ausloten was er zu leisten im Stande ist muss man natürlich selbst) während wir dem zweit besten Kern 4600MHz zuweisen. Kern 1 auf 4500, Kern 2 auf 4400 und so weiter.

Das wiederholen wir mit dem CCD2 ebenfalls, nur setzen wir hier den Maximalen Takt nicht auf 4600MHz, sondern nur auf den Wert, welcher der niedrigste im CCD1 ist.

Gehen wir also von 4300 MHz beim schlechtesten Kern im CCD1 aus, so setzen wir also 4300 beim besten Kern im CCD2 und arbeiten uns wieder in 50 - 100MHz Schritten nach unten.

Dabei belassen wir die Spannung erst mal auf Auto um zu sehen, ob die CPU das überhaupt mit macht.

Sollte das alles klappen, loten wir aus, wie weit wir mit der Spannung herunter gehen können um einen stabilen Betrieb zu ermöglichen.

Hier empfiehlt es sich die Vcore in 0.025v Schritten zu verringern, bis es zu Abstürzen kommt.

Danach erhöhen wir die ausgelotete Spannung wieder um 0.025 - 0.050v damit wir einen gewissen Spielraum haben und testen die Einstellungen im Alltag.

Also Zocken, Video Encoding, Streaming usw.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis.

Bitte gebt die Einstellungen jeweils nur in eine Maske ein.

Manche (fast alle) Boards bieten die Möglichkeit die Einstellungen an verschiedenen Orten im Bios einzutragen.

Es gibt aber ein "Vorherrschaftsrecht" im Aufbau des Bios.

Bei Asus ist es der Ai / Extreme Tweaker, dort eingetragene Werte werden bevorzugt.

Da nicht alle Einstellungen dort zu finden sind, muss man sich leider durch das Bios wühlen und Einstellungen die nicht im Ai / Extreme Tweaker auftauchen, an anderer Stelle eintragen.

PS:
Benchmarks werden ständig neue hinzugefügt in näherer Zukunft, momentan fehlt es an Zeit.

Ich habe mal einen Vergleichsbenchmark gemacht, zwischen 4.3GHz Allcore mit 1.3v und einmal mit Auto OC Funktion, inklusive festgelegtem Powerlimit -> 88W – 60A – 90A -> siehe TDP Einstellung.

Hier die Ergebnisse.

SOTTR Bench 1.jpg


SOTTR Bench 2.jpg


Welche Werte interessieren uns hier?

Die bei CPU Spiel und CPU Render angezeigten 95%.

Man kann erkennen, dass mit festgelegten 4.3GHz die CPU nicht so viele Punkte / FPS Erreicht, als wenn man der CPU selbst entscheiden lässt wie hoch sie takten kann, im Rahmen der vorgeschriebenen Limits.

In Zahlen ausgedrückt:

Takt​
CPU Spiel​
CPU Render​
4.3GHz​
146​
274​
Auto OC​
148​
281​
Wie man erkennen kann, lohnt sich es in diesem Fall nicht, die CPU auf feste 4.3GHz einzustellen.

OFFSET Tabelle.jpg


Negativ Offset mit einem Ryzen 3600, getestet von @Owner5566

Großen Dank dafür!

Bestes Ergebnis ist ein negativ Offset von -0,06875 im Verhältnis zu Leistung, zumindest mit seinem 3600er.

Hier gilt natürlich immer selbst testen was die CPU mit macht.

Unter der Tabelle stehen gemittelten Werte (diese habe ich seiner Tabelle hinzugefügt) und man müsste also mit einem negativ Offset von -0.053v die rechnerisch besten Ergebnisse hervorrufen können. Dies ist aber Quatsch, weil eben nur rein rechnerische Werte sind.

Hier möchte ich nochmal auf die unterschiedlichen AGESA Versionen zu sprechen kommen.

Uns interessieren hier eigentlich nur die SMU Versionen.

Es gibt derzeit einige Mod Bios Versionen (bereits vor dem ABBA) welche den Boost und damit die Leistung wieder erhöhen.

Grund hierfür ist unter anderem die dort hinterlegten Werte für das herunter Takten ab einer gewissen Temperatur.

So hat man mit der SMU 46.34 einen Schwellwert von 85°c hinterlegt, während die 46.40 Version schon bei 75°c herunter taktet.

Bei der vor kurzem erschienen 46.49 Version ist die Schwelle wieder auf 80°c angehoben worden und dementsprechend boosten nun auch die CPU’s wieder leicht höher.

In der Praxis sieht das allerdings anders aus!

Hier wird schon ab einer Temperatur von ca. 50°c langsam der Takt gesenkt, da es unterschiedliche Temperaturen gibt.

Einmal die vom CCD (beim 3900x sogar CCD1 und CCD2) und die des I/O Dies. Obendrein kommt auch noch, dass ein Sensor nur hochrechnet und nicht wirklich misst. (CPU Temp)

Abgeschaltet wird die CPU übrigens bei 95°C, man halt also einen Bereich von 15°C als Puffer freigelassen.

Den höchsten Boost erreicht man zwar mit einem Mod Bios welches die SMU Version 46.34. hat, diese kann aber auch instabil sein.

Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, der lädt sich immer die aktuellste und offizielle Biosversion herunter.

Aber ganz gleich wie hoch der Boost ausfällt, die Leistung variiert zwischen 1 –maximal 5% je nach Anwendung.

MEM Training.jpg


Viele von euch kennen das, da hat man beim RAM OC endlich ein stabiles Setting gefunden und alle Tests waren erfolgreich.
Man schaltet den PC aus weil man endlich schlafen gehen kann.

Startet den Rechner am nächsten Tag wenn man nach Hause kommt und schwupp er startet zweimal.

Nun was denn jetzt? Sind die Settings doch nicht stabil? Was tun?

Wir gehen ins BIOS und suchen erstmal, ob wir die Möglichkeit haben, das MBIST aka Memory Training zu aktivieren.
Ist unser Boardhersteller so nett und lässt es uns aktivieren, dann aktivieren wir den MBIST und beim Test Mode geben wir Both ein.

Was bewirkt diese Einstellung?

Der RAM wird durch einen Algorithmus auf Fehler überprüft, noch bevor der Rechner überhaupt starten soll.
Hier wird ein Abgleich der Spannung zu den Timings unternommen (Data Eye)
Sollte es also an den Timings liegen, im Verhältnis zur Spannung wird dies „eintrainiert“ um doch zu starten.

PMU Training.jpg


Das Gleiche gibt es noch mal für den Memory Controller. Der auf Read und Write trainiert werden kann.

Beides kann für ein besseres Ergebnis sorgen, was RAM OC angeht.

Entweder es wird durch das Training stabiler, oder eben es gibt kein Kalt / Warm Start Bug.

Da viele Hersteller diese Optionen in ihren Bios Versionen nicht zugänglich machen und es manchmal vergessen zu deaktivieren, dauert bei einigen der Systemstart wesentlich länger als sie es gerne hätten.

Da bleibt einem meist nur hoffen auf ein neues Bios oder sich ein „Modbios“ besorgen, welches die Möglichkeit bietet dieses selbst zu aktivieren oder zu deaktivieren.

Aufgrund der in letzter Zeit aufkommenden Boost Problematik, versuche ich hier nochmal auf das eigentliche Verhalten einzugehen.

Der Boost den viele von Intel kennen, 4.7GHz Allcore oder 5GHz auf einem bis maximal zwei Kernen kann man nicht mit dem Turbo Boost von AMD vergleichen.

Hierzu hat AnandTech mal ausführlich berichtet.

Ich versuche es in eigenen Worten nochmal zu erklären.

Derzeitige Ausleseprogramme sind nicht in der Lage den maximal anliegenden Turbo Boost korrekt auszulesen.

Der Grund hierfür ist die Schaltgeschwindigkeit. BuildZoid von „Actually Hardcore Overclocking“ hat dazu auch Oszilloskop Messungen durchgeführt.

Nun aber zur Erklärung.

Die Zen 2 CPU’s schalten im 1 – 100ms bereich (je nach Last) die Kerne und die Frequenzen durch. Ausleseprogramme wie HWInfo z.B. sind durch ihre auf 500ms begrenzte auslesezeit also nicht in der Lage zu sagen wie oft und wie hoch der eventuelle Takt zu jeder Zeit gewesen ist.

Würde man die Ausleserate auf 1ms verringern, würde dies zu einem Workload führen, welcher die CPU so belastet, dass eventuell die anliegende Taktrate sinkt.

Zudem sei gesagt, dass generell der Boost anders aufgebaut ist bei AMD als bei Intel, siehe dazu die oben erwähnte Erklärung von Anhand Tech.

Die Leistung der CPU ist aber keinenfalls schlechter, wenn keine 4400MHz angezeigt werden. Man bekommt genau das, wofür man bezahlt hat (auch wenn man es nicht sieht)

Ein TDP Limit ist eben nicht mehr das, was es früher einmal war, denn TDP bedeutet heute, dass es Spitzen geben darf, die ein gewisses Maximum nicht überschreiten sollten und das ist bei einer AMD CPU das, was ich unter TDP Limit geschrieben habe.

RAM Teiler.jpg

Wer seinen Speicher über 3600MHz und einem Infinity Fabric Takt (FCLK) erhöhen möchte, der muss beim C6H dies in zwei Unterschiedlichen Masken einstellen.

Etwas weiter oben sagte ich ja, dass es besser wäre Einstellungen nur in einer Maske einzugeben, leider hat beim Infinity Fabric dies nicht immer funktioniert.

Deswegen muss man, sowohl im AI / Extreme Tweaker als auch im Untermenü vom AMD CBS beim XFR Menü den Wert einstellen, der erreicht werden möchte (maximal 1900MHz im 1:1:1 Verhältnis)

Obendrein müssen wir dann wählen, dass UCLK == MEMCLK ist.

UCLK == MEMCLK / 2 (geteilt durch 2) ergibt dann den halben Takt -> 900MHz bei eingestellten 1800MHz usw.

Also kurz:

Ai / Extreme Tweaker -> RAM und FCLK Takt einstellen. Danach gehen wir ins XFR Menü und stellen den gewünschten FCLK Takt dort auch nochmal ein und wählen bei

UCLK DIV1 MODE -> UCLK = = MEMCLK -> wie auf die Bild zu sehen. (natürlich mit dem von euch gewünschtem Takt)

Also zunächst müssen wir schauen, was die Freezes verursacht.

RAM, CPU, IF, Netzteil?

Einfachste Mittel zum Testen ist immer das Ausschlussverfahren.


RAM

Riegel einzeln in die Slots setzen und testen (Stabilitätstests siehe RAM OC Anleitung von CM87)


CPU

OC / UV alles auf Default stellen


IF (FCLK)

runter Takten oder auf Default stellen

Netzteil?

Ja hier wird es schon schwieriger.

Wenn es bei Lastschwankungen auftritt, merkt man das meistens daran, dass es unter Belastung keine Probleme verursacht und Stabilitätstests im Dauerloop oder Langzeittests mit dauerhafter Belastung nicht abstürzen.

Erst wenn man im Idle ist oder die Last abfällt bekommt man einen Bluescreen oder ein Freeze, dann kann es an dem Netzteil liegen.

Dazu sei gesagt, dass auch das BIOS mit Matisse den Global C State (oder AMD Cool n Quiet oder wie die ganzen Hersteller die Stromspar Mechanismen betiteln) ebenfalls zu Low Power State Abstürzen führen können.

Gegentesten bevor man das Netzteil austauscht, kann man es damit, dass man die Stromspar Mechanismen deaktiviert, (also Global C States / C1E / Cool and Quiet) und dann nochmals versucht die Abstürze hervorzurufen.

Sollte es immer noch zu Abstürzen führen, dann kann man der CPU auch eine feste Voltage und einen Moderaten Multiplikator zukommen lassen (sagen wir mal 41 das sollten alle Matisse Allcore schaffen) und dann erneut die Tests durchführen.

Erst dann, wenn es immer noch Abstürze gibt, kann man an ein Netzteiltausch denken, bzw. sollte man dies tun.

Auch Netzteile die älter als 4 Jahre alt sind, (nicht immer und es kommt auch auf das bisher genutzte Netzteil drauf an) sollten ggf. mal gegen ein anderes getestet werden.

Durch die Änderungen die AMD an den Low Power States vorgenommen hat, kann es oftmals passieren, dass die Lastwechsel ältere Netzteile überfordern.

Das Netzteil funktioniert / ist nicht defekt, nur kommt es mit den wechselnden Spannungen nicht klar, in jedem anderen, nicht AMD / Matisse System würde es wohl funktionieren.

Viele werden sich nun fragen, aufgrund der von mir gezeigten Bios Bilder, wo finde ich die Einstellungen bei meinem Board?

Ich fange mal mit MSI und dem Click Bios an.

Hier sehen wir anhand eines M7 die Hauptmaske des Overclocking.

MSI Bios Optionen.jpg


Alle wichtigen Einstellungen werden hier vorgenommen.

Wer den OC Explore Mode auf Advanced stellt, der erhält erweiterte Zugriffsmöglichkeiten.

Unter Advanced CPU Configuration finden sich PBO und VSoC Optimierungen, sowie die Möglichkeit Kerne abzuschalten und ein cTDP Limit zu setzen.

Unter Advanced DRAM Configuration finden wir die Einstellungen bezüglich der Timings. Ganz besonders wichtig ist hier der Gear Down Mode, der oftmals nicht im A-XMP Profil hinterlegt ist, und somit auch manchmal einen Start des Rechners verhindert, nachdem ein Profil geladen wurde. (also reinschauen und ggf. aktiveren)

Wie man im Bild erkennen kann, sind sämtliche Stromsparmechanismen bei MSI unter CPU Features zu finden.

Wer ein neueres Board hat, der bekommt hier ein Bios Walkthrough- Video von Buildzoid aka Actually Hardcore Overclocking.

MSI Bios Optionen 2.png


Ebenfalls vorhanden dort im Channel, ein Walkthrough für Gigabyte Boards mit x470 Chipsatz.

Für ASRock Nutzer gibt es hier ein Bios Overview Video. Hier wird das Bios anhand eines Taichi x570 gezeigt.

Bitte entschuldigt, dass ich keine (eigenen) Bilder nutze, aber mir fehlt es an Mainboards (und leider auch ein wenig an Hilfe), um diese zu erstellen.

Ich hoffe es hilft dem einen oder anderen dennoch weiter, möglichst alle Einstellungen zu finden.

Klar kommt es auf das Mainboard drauf an (Highend oder Low Budget), aber die Bezeichnungen sollten Herstellerintern zumeist gleich bleiben.

Ich hoffe ihr konntet einiges an Informationen für euch herauslesen.
 

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Chillaholic

Fleet Admiral
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Super Leserartikel, ich würde dir aber noch empfehlen mehr von der Formatierung gebrauch zu machen und zumindest Unterpunkte fett und ggf. in größerer Schriftart hervorzuheben zur besseren Lesbarkeit. ;)
 

Verangry

Lieutenant
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@Chillaholic
Ja da hatte ich schon meine Probleme mit der Formatierung.

Ich werde es nochmal anpassen, das hinzufügen aus Word, womit ich es vorgeschrieben hatte, wurde leider nicht so übernommen wie ich es gerne gehabt hätte.

Und alle anderen, danke.
Wenn ihr Anregungen, wünsche etc.pp. habt, immer her damit.
 

Nero1

Commander
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Perfekter Artikel für meinen bald kommenden 3700X :D Vielen Dank für die ausführliche Arbeit, da versteht man direkt besser was das alles für Folgen hat. Tolle Arbeit @Verangry!
 

Verangry

Lieutenant
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Sehe gerade, im letzten Spoiler, bei den Bios Einstellungen anderer Hersteller, sind die Links nicht mit übernommen worden, die füge ich morgen nochmal mit ein.

Glaube da fehlen auch noch ein paar andere links, ich werde es mir jedenfalls nochmal anschauen und dann wieder einfügen.
 

Killer1980

Commander
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Das overclocking bei ryzen 3000 ist schon lange nicht mehr so einfach wie es früher war. Ich habe nach diversen Artikeln, es nicht einmal angefasst und habe mich nur auf Speicher overclocking beschränkt, da es dort am meisten zu holen war.
Bei dieser CPU Generation gibt es zu viele Faktoren auf welche man achten muss und am Ende bringt es kaum was.

Trotzdem ein super Guide und vielen Dank dafür.
 

DJ2000

Lt. Junior Grade
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Ich schliesse mich allen Vorrednern an, sehr gute Arbeit, Hut ab.
Die Zeit und Arbeit die dort hineingelaufen ist kann man nur erahnen.

Ich bin sicher das man zu einigen Punkte den Inhalt noch vervielfachen könntest. Dennoch finde ich die länge/kürze schon ansprechend für viele die sich da erst hineinversetzen müssen und dem Guide auch folgen zu können.
Danke für die Arbeit.
 

using_e

Cadet 2nd Year
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Möchte mich auch für die Zusammenstellung des Artikel bedanken.

Jedoch noch ein Vorschlag. Ich hatte das aus diesem Artikel erstellte Dokument durch Zufall schon vor einigen Wochen entdeckt, konnte dann aber nicht herausfinden von wem und woher das Dokument kam.

Es wäre toll das Dokument noch um folgendes zu ergänzen:

1.) Urheber
2.) In dem Dokument einen Link auf den eigentlichen CB Artikel einfügen
3.) Revisionsverzeichnis oder zumindest eine Revision mit Datum, sodass man weiß ob es etwas Neues im Dokument gibt

Wäre wirklich toll wenn du das Dokument noch um diese 3 einfachen aber wesentlichen Dinge ergänzen könntest. Jemand findet das Dokument im Internet oder bekommt es von jemanden, weiß dann aber nicht von wem und woher es ursprünglich kommt.

LG
using_e
 

Verangry

Lieutenant
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Danke für den Input.

Ist ein guter und berechtigter Hinweis. Werde ich dann mal machen
Da ich das allerdings auch im PCGH Forum zur Verfügung gestellt hatte, werde ich dann wohl beide Nicknamen mit rein nehmen.

Aber passt schon so.

Tante Edit sagt:

Habe nun in der Fußzeile mich als Ersteller und das Datum der letzten Bearbeitung mit eingefügt.
Außerdem steht auf der ersten Seite ein Link in der PDF der auf diese Seite im Forum verweist.

Danke nochmal für den Hinweis.


Edit 2

Habe die fehlenden links nun auch wieder eingefügt, nun müsste es erstmal wieder komplett sein.
 
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Gregmaan

Cadet 1st Year
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8
Vielen Dank für den Artikel.
Mein Asus Board lief ziemlich instabil auf den defaults (lediglich D.O.C.P aktiviert) Dank dieser Anleitung habe ich endlich den entscheidenden Hinweis erhalten.
Wenn man D.O.C.P. aktiviert, stellt Asus die BCLK Frequenz fest auf 100 (kein Spread Spektrum).
Stelle ich die BCLK wieder auf Auto läuft alles wunderbar stabil.
DANKE!
Gruß Gregor
 

SV3N

Redakteur
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Wenn man D.O.C.P. aktiviert, stellt Asus die BCLK Frequenz fest auf 100 (kein Spread Spektrum).
Darauf weise ich immer wieder hin - denn die Leute denke immer, D.O.C.P. sei ein AMD-Pendant zu XMP, was aber nicht stimmt.

D.O.C.P. (Direct Over Clock Profile) ist eine Funktion von Asus und sowohl für Intel- als auch AMD-Plattformen nutzbar - mit AMD hat es rein gar nichts zu tun. Zudem geht das D.O.C.P. auch eine ganze Ecke weiter als ein XMP-Profil, da es z.B. die BCLK und andere Werte ändert. Ich hatte mehr als ein System hier stehen, bei der Nutzer nicht mehr weiter wusste und das Problem war das D.O.C.P.

@Gregmaan danke für dein Feedback - das hilft sicherlich einigen Nutzern weiter.
 

Gregmaan

Cadet 1st Year
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..Die Sache ist leider noch komplexer als bis eben noch angenommen habe:
Wenn ich das D.O.C.P. Profil aktiviere und sonst soweit alles möglichst auf Standardwerten bzw. Auto lasse, ist die BCLK Frequenz mit HWInfo 105 ?? die InfiityFabric auf 1680 MHz und der "Multiplikator" auf 35 was einen Standardtakt von 3690 MHz ergibt. Gerade auch mal CMOS gelöscht, aber das hat keine Veränderung ergeben.
Wo kann ich denn mein Problem mal posten? Hier ist das vermutlich die falsche Stelle.
 

Verangry

Lieutenant
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Moin.

Ich habe unter den Artikel mal einen Powerplan zur Verfügung gestellt, zum testen.

Der Powerplan ist auf Bios 1004B abgestimmt, die Verwaltung der Taktraten ist dem Windows Scheduler überlassen.

Der Plan senkt die Idle Frequenzen auf bis zu 5xx MHz ab, nutzt nur die Kerne die Effektiv gebraucht werden und senkt damit den Idle Verbraucht.
Bei Last auf einzelnen Kernen (Games) werden dann die höchsten Taktraten angelegt, die möglich sind (sein sollten)

Bios Einstellungen sollten wie zuvor auch genutzt werden
Global C states Aktiv, Cool and Quiet Aktiv, CPPC (2) aktiv.
Der Rest ist euch überlassen.
Also ob PBO aktiviert oder ECO Modus genutzt werden soll usw.

Könnt gerne einen Kommentar da lassen, ob euch etwas auffällt.

Im PCGH forum wurde er, genauso wie von einigen im RAM OC Discord, bereits getestet.

Achtung, nicht bei jedem wird dieser Plan Verbesserungen bringen, da es sehr CPU und Board abhängig ist, welche Kerne bevorzugt werden und welche in euren Chiplet die "besten Kerne" sind.
 
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Oakley

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323
@Verangry
Danke für Deinen unermüdlichen Einsatz! Werde Deinen "Powerplan-1004B" gerne mal testen. Kannst Du mir noch grob erklären was die hauptsächlichen Unterschiede sind vs. "1usmus AMD Ryzen Power Plan 1.1" und ob es bereits Erfahrungen gibt aus PCGH/Discord Forum mit meiner Mobo/CPU - Kombo siehe Signatur?

Danke, Gruss
Oakley
 

Verangry

Lieutenant
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März 2019
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824
Moin.

Erstmal gerne, freut einem immer Feedback zu bekommen auch wenn es sich um negatives handeln sollte.

Der Unterschied zu dem von Yuri wird wohl der sein, dass er die CPU entscheiden lässt auf welchen Kernen geboosted wird. (Ich habe den Plan selbst nie getestet, weil ich schon vorher einen custom Plan hatte)

Ich habe es dem Windows Scheduler überlassen, da er mit Windows 10 Version 1909 verbessert wurde (oder 1903 mit Patch) die neuen Chipsatztreiber vom 15.01. regeln dann den Rest.

Außerdem erlaubt der Plan das Power saving. Also die Taktraten gehen bei niedriger Nutzung auf bis zu 5xx MHz herunter (anders als die 2900/3600/3875 MHz mit den anderen AMD Plänen)

Habe außerdem das Energiesparen der Festplatten deaktiviert, da es bei manchen Nutzern zu hängen der Platten nach längerer Idle Zeit gab. Wer also noch HDD verbaut haben sollte muss dies eventuell wieder aktivieren, damit die nicht dauerhaft im Rechner rum Brummen obwohl sie nicht genutzt werden.

Und aus der Community gab es bislang eine Meldung, dass der Plan nicht funktionieren sollte, allerdings war da nicht der Plan schuld, sondern ein Hintergrundprogramm. Welches genau das war ist unklar.

Bei wieder einem wurde der SC etwas schlechter (gemessen mit cpuz) da der beste Kern nicht genutzt wurde.

Sollte es ähnliche Erfahrungen geben, dann empfehle ich einfach den AMD high performance Plan.

Das waren dann aber auch schon alle negativen Meldungen, der Rest hatte ca 25 -75 MHz mehr angezeigten Boost Takt und weniger Stromverbrauch. Zwar mehr als mit dem Energiesparplan von Windows aber immerhin.

Sieht dann bei mir mit einem 3800X in etwa so aus.

1580644885469.png
 
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