2/6 Lian Li Z70 im Test : Aluminium. Formvollendet.

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Lieferumfang und Daten

  • Material: Aluminium
  • Abmessungen: ca. 600 × 220 × 592 mm (H × B × T)
  • Gewicht: ca. 8,8 kg
  • Drei 5,25"-Laufwerksschächte
  • Ein externer Schacht für 3,5"-Geräte
  • Neun Hot-Swap-Einbauplätze für 3,5"-Festplatten und zwei Einbauplätze für zwei 2,5"-Datenträger
  • Mainboard-Formfaktor: µATX, ATX, E-ATX, HPTX, SSI CEB / EEB
  • Frontanschlüsse: zwei USB-3.0 und eine USB-2.0-Schnittstelle, Buchsen für Kopfhörer und Mikro sowie ein eSATA-Anschluss
Belüftungsmöglichkeiten
Position Anzahl Größe U/min Anschluss Staubfilter Anlaufspannung
Front
Deckel 2 140 mm 970 3pin-Molex 5,2 V
Linke Seite
Rechte Seite 3 120 mm 1240 3pin-Molex Ja 3,6 V
Heck 1 120 mm 1450 3pin-Molex 3,8 V
Boden

Das Zubehör ist beim Z70 üppig bemessen. In einer großen weißen Pappschachtel finden sich die folgenden Beigaben:

  • Vier Beutel mit verschiedenen Schrauben
  • Ein Piezo-Speaker für die Ausgabe von BIOS-Beep-Codes
  • Ein Montagebügel für das Netzteil
  • Ein USB-3.0 zu USB-2.0-Konverter
  • Eine Montageplatte für SSI CEB / EEB Mainboards
  • Montageschienen für die Festplatten
  • Zwei Kabelbinder
  • Halter und spezielle Rändelschrauben für die Halterung der Erweiterungskarten
  • Zwei Schlüssel
  • Eine praktische Kunststoffbox für Schrauben und andere Kleinteile

Auch bei Lian Li Gehäusen muss man nicht mehr das USB-3.0-Kabel vom Frontpanel zu den externen Anschlüssen der Hauptplatine legen. Wer jedoch noch kein Mainboard mit internem USB-3.0-Header besitzt, kann dank des beiliegenden Konverters die Frontanschlüsse an einem USB-2.0-Header anschließen. Die mehrsprachige Anleitung, die der Hersteller beilegt, ist als mehrsprachiges Faltblatt ausgeführt und bietet kurz und knapp, anhand detaillierter Abbildungen, die nötigsten Informationen die beim Zusammenbau benötigt werden.

Ausstattung außen

In Zeiten, in denen die Vorderseite eines Computergehäuses oftmals von großen Einsätzen aus Meshgitter bestimmt wird, ist das Design des Lian Li Z70 eine willkommene Abwechslung. Die aus einem einzelnen Stück Aluminium gefertigte Front verzichtet nahezu komplett auf Belüftungsöffnungen und wird gerade durch diesen Verzicht zu einem ästhetischen Hochgenuss. Für einen Big-Tower sind gerade einmal drei 5,25"-Schächte überraschend wenig, wenn sie wohl auch für die meisten Anwender ausreichen dürften. Als Blenden kommen die Standardmodelle zum Einsatz, die man so auch bei fast jedem anderen Gehäuse des Herstellers finden kann. Sie bestehen ebenfalls aus Aluminium und werden im Schacht einfach festgeklemmt. Die Unterseite der Frontpartie ist angeschrägt und bietet ein sehr schön gestaltetes Lüftungsgitter, das sich wohltuend vom optischen Einerlei der Konkurrenz abheben kann. Ebenfalls leicht schräg angebracht sind beim Z70 die Frontanschlüsse. Hier werden dem Anwender zwei USB-3.0-Ports, eine USB-2.0-Schnittstelle und ein eSATA-Anschluss geboten. Abgerundet wird die Anschlussausstattung von den üblichen 3,5 Millimeter Buchsen für Mikrofon und Kopfhörer. Leider ist die Leiste, welche die Frontanschlüsse beherbergt, ebenso aus Plastik gefertigt, wie der Rahmen der das Lüftungsgitter im unteren Bereich hält.

Auch beim Lian Li Z70 kann die Front in einem Stück abgenommen werden, so kommt dann auch schon die große Besonderheit, die dieses Modell bietet zum Vorschein. Der Big-Tower fährt gleich neun Hot-Swap fähige Einbauplätze für 3,5"-Festplatten auf! Hier dürfte selbst für passionierte Datensammler mehr als genug Platz sein. Um die Datenträger einzubauen, setzt der Hersteller auf ein Schienensystem, das wir bisher von Lian Li in dieser Form noch nicht kannten. Die besagten Schienen werden an beiden Seiten der Festplatte angebracht, fixiert werden sie dabei mit je zwei speziellen Rändelschrauben. Ein Schraubendreher ist für die Montage also nicht nötig. Nachdem Einschieben des Datenspeichers in den Käfig, muss lediglich noch ein vertikaler Sperrriegel geschlossen und mit zwei Rändelschrauben gesichert werden. Um einem Diebstahl der wertvollen Festplatten vorzubeugen, hat der Hersteller noch ein Schloss angebracht, mit dem der erwähnte Riegel abgeschlossen werden kann. Unterhalb der 3,5"-Festplatten befindet sich dann noch eine Aufnahmevorrichtung die gleich zwei Datenträger im 2,5"-Format aufnehmen kann. Entsprechende Geräte werden dabei ganz klassisch verschraubt.

Die beiden Seitenwände verfügen auf Höhe des Festplattenkäfigs über ein großes Lüftungsgitter, auf der rechten Seite sind hier gleich drei 120-mm-Lüfter untergebracht die dafür Sorge tragen, dass die Festplatten im Inneren nicht überhitzen. Sonstige Öffnungen gibt es bei beiden Seitenteilen nicht. Erwähnenswert ist sicher noch, dass jede der beiden Wände mit gleich drei Rändelschrauben gesichert wird. An der Oberseite kümmern sich zwei große 140-mm-Ventilatoren um den Abtransport der erwärmten Luft. Beide besitzen ein Schutzgitter aus feinem Lochblech, das durchaus auch aus dem HiFi-Bereich stammen könnte.

Dass das Z70 auch sehr große Mainboards aufnehmen kann, wird bei einem Blick auf die Rückseite des Gehäuses ersichtlich. Der Einbau von HPTX-Platinen oder ausladender Server-Hardware im SSI CEB / EEB-Format stellt kein Problem dar. Daneben gibt es noch einen 120-mm-Lüfter zu sehen. Sehr löblich ist hier, dass Lian Li nicht einfach ein paar Löcher in das Aluminium stanzt, sondern ein hochwertiges Schutzgitter verbaut! Zwei Schlauchdruchführungen dürfen natürlich auch beim neuen Z70 nicht fehlen, die Integration einer Flüssigkeitskühlung wird dadurch erheblich erleichtert. Das Netzteil findet einmal mehr am Boden seinen Platz, selbstverständlich hat der Hersteller hier auch an einen Staubfilter gedacht. Hier zeigt sich dann auch noch eine weitere Neuerung, musste man bisher bei Gehäusen aus dem Hause Lian Li den Filter immer am Boden einklippsen, kann man ihn nun bequem zu Seite herausziehen. Für einen sicheren Stand sorgen vier große Standfüße, die auch von teuren HiFi-Geräten stammen könnten. Sie besitzen eine Auflage aus Gummi die gerne einen Tick dicker hätte ausfallen dürfen.

Was soll man bezüglich der Verarbeitungsqualität groß schreiben? Es ist eben ein Lian Li, das Z70 macht dem Namen alle Ehre und punktet mir perfekter Verarbeitung und hochwertigstem Material. Da ist es gleich doppelt schade, dass ausgerechnet am Frontpanel Plastik verbaut wurde. Gerade an der Stelle, welche die Finger am häufigsten berühren, hätten wir uns ebenfalls Aluminium gewünscht!

Ausstattung innen

Der Innenraum des Lian Li Z70 besitzt ein wahrlich fürstliches Raumangebot und gleicht einer Kathedrale aus silbern glänzendem Aluminium. Auffällig ist dabei die breite in der Mitte angebrachte vertikale Strebe, sie verleiht der Leichtmetallstruktur mehr Stabilität und beherbergt darüber hinaus auch noch eine Halterung für Erweiterungskarten. Um die Stütze zu entfernen, müssen lediglich vier Rändelschrauben gelöst werden.

Wie die Festplatten im Z70 montiert werden, haben wir bereits im vorangegangenen Kapitel beschrieben, daher beschränken wir uns an dieser Stelle auf die Anschlüsse der neun Hot-Swap fähigen 3,5"-Einbauplätze. Die Spannungsversorgung für die Datenträger erfolgt mittels großen 4pin-Molex-Steckern, jeweils zwei Stecker sind nötig um drei SATA-Festplatten mit Strom zu versorgen. Als eher ungewöhnlich darf die Anordnung der drei 120-mm-Lüfter gelten, die dafür Sorge tragen, dass die wertvollen Datenträger nicht überhitzen. Sie sind beim Z70 an der rechten Seite des Festplattenkäfigs montiert und beziehen die Luft durch ein Lüftungsgitter in der Seitenwand. Selbstverständlich besitzt jeder der drei Ventilatoren dabei einen feinmaschigen Staubfilter.

Für 5,25"-Laufwerke stehen insgesamt drei Einbauplätze parat, zwei davon verfügen über den bereits von anderen Modellen des Herstellers bekannten Klemmmechanismus. Der Halt den diese Befestigungsmethode bietet war bis jetzt immer von Gehäuse zu Gehäuse unterschiedlich, einmal ist der Sitz gut und ein anderes mal wackelt das Laufwerk munter in seinem Schacht hin und her. Glücklicherweise muss man sich nicht alleine auf die Plastikhebelchen verlassen und kann die 5,25"-Geräte noch zusätzlich mit Schrauben sichern. Der unterste der drei 5,25"-Einbauplätze verzichtet gleich ganz auf die erwähnte Klemmbefestigung, hier müssen entsprechende Geräte von beiden Seiten verschraubt werden. Ein externer 3,5"-Schacht ist beim Z70 leider nicht vorhanden, bei anderen Modellen hat der Hersteller in der Vergangenheit schon einmal einen passenden Konverter beigelegt.

Beim großen Mainboardträger gibt es einige Neuerungen, die man von Lian Li bisher in dieser Form noch nicht kannte. Da wären natürlich an erster Stelle die mit Gummitüllen versehenen Öffnungen, durch die man bequem die ganzen anfallenden Kabel verlegen kann. Leider sitzen die Gummiabdeckungen recht locker, steckt man ein dickeres Kabel hindurch drückt man schon einmal die Tülle aus der Öffnung heraus. Ein Blick auf die Rückseite des Mainboardträgers zeigt noch eine weitere Besonderheit, die wir so schon bei LanCool Gehäusen gesehen haben. Es handelt sich dabei um den praktischen Kabelkanal, der direkt neben dem Tray angebracht ist. Dadurch wird das Verlegen der Kabel erheblich erleichtert, ein paar Ösen auf der Rückseite des Mainboardträgers wären aber dennoch hilfreich gewesen.

An der Innenseite des Deckels befinden sich gleich zwei große Lüfter im 140-mm-Format, mehr gibt es an dieser Stelle nicht zu sehen. Auch beim Lian Li Z70 wird das Netzteil am Boden montiert, befestigt wird es dabei mit dem bekannten Montagebügel, den es ebenfalls bei fast jedem Gehäuse des Herstellers gibt. Alternativ ist aber natürlich auch weiterhin die klassische Befestigungsmethode mit konventionellen Schrauben möglich. Damit der Stromspender keine Vibrationen auf das leichte Aluminiumchassis übertragen kann, liegt er auf zwei Streifen aus weichem Gummi auf.

Einen wirklich imposanten Anblick bietet das Schnellmontagesystem für die Erweiterungskarten. Zwar trifft man auch dieses vorzügliche System in so gut wie jedem Lian Li Midi-Tower an, beim Z70 werden aber gleich 11 Erweiterungsslots geboten, entsprechend viele der soliden Aluminiumhebel kümmern sich um einen festen Sitz der Expansionskarten. Schon an dieser Stelle können wir sagen, dass es kaum einen werkzeugfreien Befestigungsmechanismus gibt, welcher dem beschrieben System auch nur annähernd das Wasser reichen kann! Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren 120-mm-Lüfter am Heck zu sehen. Hier heimst der Hersteller Lob für die hochwertigen Schutzgitter ein, die an der Innen- und Außenseite angebracht sind. Abgerundet wird die Ausstattung durch zwei Schlauchdruchführungen die sich oberhalb des Lüfters befinden.

Auch die Verarbeitung des Innenraumes darf als perfekt bezeichnet werden. Sowohl Verarbeitung als auch Materialgüte bewegen sich auf allerhöchstem Niveau und lassen keinen Zweifel am Premiumanspruch des Herstellers aufkommen.

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