4/8 Streacom Nano 150 Watt im Test : Pico-Netzteil abseits der Norm

, 132 Kommentare

Messungen

Effizienz

Den Wirkungsgrad bestimmen wir in vier üblichen Szenarien mit 10, 20, 50 und 100 Prozent Belastung. Zunächst simulieren wir dabei einen Betrieb im nordamerikanischen 115-Volt-Stromnetz. Diese Werte sind für unsere Leser zwar wenig Praxis-relevant, sind aber perfekt geeignet, um zu prüfen, ob ein Netzteil zu Recht das 80Plus-Zertifikat trägt. Die anschließenden Messungen mit den in Europa üblichen 230 Volt Eingangsspannung dienen der eigentlichen Bewertung des Wirkungsgrads des Probanden.

Vom Wirkungsgrad des Nano 150 sind wir insgesamt eher enttäuscht. Auch wenn das Netzteil nicht über ein 80Plus-Zertifikat verfügt – wir hätten durchaus konkurrenzfähige Ergebnisse erwartet. Abgesehen von sehr geringen Lasten im Bereich 15 bis 25 Watt bleibt der Wirkungsgrad eher niedrig. Ab 50 Prozent Auslastung des Nano 150, also 75 Watt anliegender Last, sind konventionelle Netzteile wohl immer die sparsamere Lösung. Aus Sicht des Energiesparens lohnt sich dieses Pico Netzteil eigentlich fast nie – entweder wäre auch ein schwächeres Modell ausreichend oder ein konventionelles Netzteil würde den besseren Wirkungsgrad liefern.

Zum anderen zeigt sich, dass das Nano 150 unser Lastszenario nicht bewältigen kann. Die 12-Volt-Leitung bricht stark ein und sorgt dafür, dass bei geplanten 150 Watt Last lediglich 130 Watt bereitgestellt werden. Wir müssen daher darauf hinweisen, dass das Ergebnis bei Volllast begrenzt aussagekräftig ist – schließlich absolviert das Netzteil eigentlich ja keine Volllast.

Leistungsfaktorkorrektur (PFC)

Ein PC-Netzteil verhält sich im Stromnetz anders als gewöhnliche (ohmsche) Lasten wie z.B. eine Glühlampe. Die nicht Sinus-förmige Stromaufnahme bedeutet, dass neben der Wirkleistung sog. Blindstrom entsteht. Dies führt zum einen zu einer höheren gemessenen Scheinleistung, zum anderen zu einer Belastung für das Stromnetz. Ein Messwert von "1" an dieser Stelle würde bedeuten, dass das Netzteil sich perfekt verhält und kein Blindstrom entsteht. In der Realität werden immer geringere Ergebnisse gemessen. Verbraucher bezahlen in Deutschland übrigens i.d.R. lediglich die Wirkleistung. Diese und alle folgenden Messungen werden mit 230 Volt Eingangsspannung durchgeführt.

Die Leistungsfaktorkorrektur des Nano 150 arbeitet weiter unterdurchschnittlich: Ein Leistungsfaktor von knapp 0,5 zeigt deutlich die Mängel der Leistungsfaktorkorrektur. Auch wenn Verbraucher in Deutschland lediglich die Wirkleistung bezahlen, sollte der Leistungsfaktor auch bei einem 150-Watt-Gerät deutlich höher liegen, um die Stromnetze und die Umwelt zu entlasten.

Auf der nächsten Seite: Spannungsregulation