Medion Akoya E6418 : Aldi-Notebook mit exotischer CPU und SSD ohne DRAM

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Medion Akoya E6418: Aldi-Notebook mit exotischer CPU und SSD ohne DRAM

Das nächste Aldi-Notebook von Medion setzt auf Intels Broadwell mit 6 GB Arbeitsspeicher, ein IPS-Display mit 15,6 Zoll und SSD sowie HDD. Das klingt zum Preis von 599 Euro vielversprechend. ComputerBase hat sich das Notebook eine Woche vor der Verfügbarkeit am 29. Oktober genauer angesehen.

Viel Leistung auch im Akkubetrieb

Medion setzt beim Akoya E6418 auf Intels 5. Generation der Core-Prozessoren. Der Core i5-5257U taktet die zwei Kerne in der Basis mit 2,7 GHz und maximal mit 3,1 GHz und unterstützt Hyper-Threading. Bei der Grafik kommt mit der Iris 6100 die zweitgrößte Ausbaustufe der Broadwell-Generation zum Einsatz. Sie bietet dieselbe Anzahl an Ausführungseinheiten wie das Topmodell Iris Pro 6200, verzichtet aber auf den schnellen eDRAM. Die TDP der CPU liegt bei hohen 28 Watt.

Der Core i5-5257U ist ein Exot am Markt, bisher setzen nur Apple im MacBook Pro mit 13 Zoll, Acer und Medion selbst auf diesen Chip. Die überwiegende Mehrheit der Notebooks mit Broadwell-Prozessor am Markt nutzt den Core i5-5200U mit 2,2 respektive 2,7 GHz und kleinerer Grafikeinheit HD 5500. Dessen TDP liegt bei nur 15 Watt.

HDD, SSD und Arbeitsspeicher: Alles lässt sich einfach tauschen
HDD, SSD und Arbeitsspeicher: Alles lässt sich einfach tauschen

Im Cinebench R15 hält die CPU sowohl bei Last auf einem Kern als auch bei Last auf zwei Kernen mit vier Threads konstant den maximalen Turbotakt von 3,1 GHz. Die erreichten Ergebnisse von 122 respektive 305 Punkten liegen nicht weit entfernt von der Leistungsfähigkeit der 2-Kern-Desktop-CPU Intel Core i3-4330 mit festen 3,5 GHz bei 54 Watt TDP. Dem Notebook ist es dabei egal, ob es aus der Steckdose oder dem Akku mit Strom versorgt wird. Die Leistung bleibt dieselbe.

Cinebench R15
Angaben in Punkten
  • Multi-Core-Test:
    • Intel Core i5-6600K
      602
    • Intel Core i5-4690K
      568
    • Intel Core i5-2500K
      458
    • Intel Core i3-4330
      350
    • Intel Core i5-5275U
      305
  • Single-Core-Test:
    • Intel Core i5-6600K
      165
    • Intel Core i5-4690K
      145
    • Intel Core i3-4330
      139
    • Intel Core i5-2500K
      126
    • Intel Core i5-5275U
      122

Die Leistung der integrierten Grafikeinheit Iris 6100 reicht aus, um Spiele wie Counter-Strike: Global Offensive oder World of Warcraft in Full HD bei gut 30 respektive 25 FPS zu spielen. In World of Tanks liegen die FPS niedriger, zudem zeigen sich Grafikfehler. Ein Problem, das auch den Desktop-Prozessor Core i5-5675C der Broadwell-Generation betrifft – ComputerBase wird diesem Problem gesondert nachgehen. Auch in Spielen mindert der Akkubetrieb die Leistung nicht.

Der Prozessor überrascht, die 128 GB große SSD mit einem Controller von Phison tut es auch. Der schnelle Massenspeicher im M.2-Format (SATA) kommt ohne DRAM als Pufferspeicher daher. Das bremst insbesondere die sequenzielle Schreibleistung, die mit maximal 130 MB/s deutlich hinter andere SSDs zurück fällt. Aber auch die sequenzielle Leseleistung, die vom fehlenden Cache nicht betroffen sein sollte, erreicht in AS SSD mit 340 bis 380 MB/s nur unterdurchschnittliche Durchsatzraten. 40 von 128 GB der SSD waren beim Test mit Programmdateien belegt.

Auch der PCMark 8 bescheinigt dem Laufwerk mit einem durchschnittlichen Durchsatz von 84 MB/s über den gesamten Testlauf ein Ergebnis deutlich hinter der Konkurrenz. Im durch den Benchmark simulierten Arbeitsalltag liegt das Notebook hingegen nur zehn Prozent hinter dem ComputerBase-Testsystem für ausgewachsene SSDs zurück. Und das, obwohl dort ein Vier-Kern-Prozessor zum Einsatz kommt. Das deckt sich mit dem Eindruck im Alltag: Der Leistungszugewinn durch die SSD ist, weil er in der Regel auf der Leseleistung beruht, immer noch deutlich spürbar, ihr Einsatz trotz der Limitierung in den meisten Szenarien also nicht nur Blendwerk. Der Platz ist mit 128 GB aber beschränkt und je voller das Laufwerk, desto geringer die Leistung.

Die 6 GB Speicher vom Typ DDR3-1.600 liegen in zwei Modulen mit 2 und 4 GB im Format SO-DIMM vor. Wer aufrüsten will, muss also auf mindestens ein Modul verzichten, da nur zwei Slots zur Verfügung stehen.

Modell Medion Akoya E6416
(Aldi Nord)
Display 15,6 Zoll, Full HD (1.920 × 1.080), IPS, matt
Prozessor Intel Core i5-5257U,
2,7 GHz (3,1 GHz Boost; HT), 28 Watt
Grafik Intel Iris 6100 (IGP)
Arbeitsspeicher 2 + 4 GB DDR3-1.600
Festplatte 128 GB SSD (M.2, SATA),
1.000 GB HDD (5.400 U/min)
WLAN Intel Wireless-AC 3160
Ethernet Gigabit-LAN
Bluetooth 4.0
Akku 44 Wh (4 Zellen)
Optisches Laufwerk Multi-DVD-Brenner
Lautsprecher Stereo (Dolby Advanced Audio)
Eingabegeräte Medion Clickpad mit Gestensteuerung
Anschlüsse Multi-Kartenleser, HDMI, VGA,
Kombo-Audio, 2 × USB 3.0, 2 × USB 2.0
Sonstiges HD-Webcam, Mikro
Abmessungen 380 × 25 × 260 mm
Gewicht 2,3 kg (inkl. Akku)
Betriebssystem Windows 10 Home
Software App-Paket, Cyberlink Media Suite,
Testversionen von Office 365 und McAfee LiveSafe
Preis 599 Euro

Mattes IPS-Display mit Full HD

Das RGB-Display im Aldi-Notebook löst in Full HD mit 1.920 × 1.080 Pixeln auf und basiert auf IPS. Für diesen Preisbereich ist das ungewöhnlich. Die IPS-Technologie sorgt für große Blickwinkel ohne Farbverfälschungen, die Helligkeit nimmt bei großen Winkeln aber spürbar ab. Mit Blick von Links ist das deutlicher wahrzunehmen als mit Blick von Rechts, weil die Helligkeit des Displays in der Horizontale zum rechten Rand fällt. Maximal 260 cd/m² links stehen maximal 220 cd/m² rechts gegenüber.

Die maximale Helligkeit in der Bildschirmmitte liegt im Netzbetrieb bei 245 cd/m², das ist wenig. Im Akkubetrieb sind zudem maximal 200 cd/m² möglich, mit der automatischen Helligkeitsreduzierung auf 50 Prozent liegen noch 110 cd/m² an. Der Kontrast fällt mit 600:1 ebenfalls gering aus.

Die Helligkeitsverteilung ist ungleichmäßig
Die Helligkeitsverteilung ist ungleichmäßig

Reflexionen haben Anwender nicht zu befürchten, das Display ist matt ausgeführt. Touch bietet der Bildschirm hingegen nicht.

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