2/3 CPU-Köpfen mit Delid-Die-Mate im Test : Mehr Takt und geringere Temperaturen ohne Risiko

, 307 Kommentare

Der Praxistest

Anmerkung: Da die Güte der Chips bereits ab Werk unterschiedlich ist, können die Ergebnisse variieren. Dabei spielt sowohl die Default-Eingangsspannung mit hinein, als auch der maximal mögliche Takt. Dementsprechend gibt es beispielsweise bei den Core i7-6700K „kalte“ CPUs, die problemlos auch 5 GHz mitmachen, aber auch „heiße“ Kandidaten, die selbst mit deutlich höherer Spannung kaum die 4,5 GHz schaffen. Die hier erzielten Werte und Ergebnisse sind deshalb keine Garantie, dass dies mit jedem Prozessor vergleichbar funktioniert.

Weder ComputerBase noch der Erfinder des Werkzeugs beziehungsweise der Online-Shop, der dieses verkauft, geben eine Garantie, falls es zu Beschädigungen am Prozessor kommt und dieser nicht mehr funktionsfähig ist. Das Entfernen des CPU-Heatspreaders geschieht auf eigenes Risiko und geht immer mit dem vollständigen Verlust der Herstellergarantie einher.

Mit dem Kleingedruckten im Kopf wurde das neue Prozessor-Testsystem zur Bastelstube umfunktioniert. Auf dem Asus Z170-Deluxe sitzt in allen vier Fällen der altbekannte Noctua NH-U12P mit Lüfter NF-P12 bei maximal 1.300 U/min unter Last, die hauseigene Noctua-Wärmeleitpaste wurde zwischen Kühler und Heatspreader aufgetragen. Die Testreihen umfassen die Standard-Konfiguration und jeweils den Takt von 4,5 GHz mit einer auf 1,3 Volt gesteigerten Spannung, das Lastszenario Prime95 in der Version 28.5 (AVX-Test).

Core i7-6700K bei Standardtakt mit Turbo
Angaben in °C
  • max. Kerntemperatur bei Volllast mit Prime95 28.5:
    • Thermal Grizzly Conductonaut
      53
    • Thermal Grizzly Kryonaut
      61
    • Arctic Silver 5
      65
    • Default (ungeköpft)
      71
Thermal Grizzly Conductonaut mit Core i7-6700K im Referenztakt
Thermal Grizzly Conductonaut mit Core i7-6700K im Referenztakt

Bereits im Test ohne Übertaktung und der normalen Standard-Konfiguration des Prozessors inklusive aktiviertem Turbo-Modus werden große Unterschiede deutlich. Während der Dauerbrenner Arctic Silver eine sechs Grad geringere Temperatur hervorbringt als Intels Standard-Wärmeleitpaste, sind es bei der ersten Thermal-Grizzly-Lösung zehn Grad. Der Sprung zum flüssigen Metall ist aber noch einmal groß: Mit 53 Grad bei voller Last auf allen Kernen wird die Standard-Temperatur um 18 Grad unterboten.

Mit steigender Spannung und ebenfalls höheren Taktraten werden die Unterschiede nochmals deutlicher. Arctic Silver 5 ist mit einem Gewinn von nur noch 4 Grad kaum besser als die Standard-Intel-Lösung und für den Einsatz in Overclocking-Rechnern, bei denen das Limit erreicht werden soll, nur noch bedingt geeignet. Dies zeigt insbesondere der Blick zur zweiten klassischen Wärmeleitpaste Thermal Grizzly Kryonaut, die 13 Grad auf Intels Standardlösung herausholen kann. Erneut in einer eigenen Liga spielt die die Wärmeleitpaste auf Basis von flüssigem Metall: Mit 21 Grad Unterschied fällt erstmals die 20-Grad-Marke und macht die Unterschiede deutlicher als je zuvor.

Core i7-6700K auf 4,5 GHz bei 1,3 Volt
Angaben in °C
  • max. Kerntemperatur bei Volllast mit Prime95 28.5:
    • Thermal Grizzly Conductonaut
      70
    • Thermal Grizzly Kryonaut
      78
    • Arctic Silver 5
      87
    • Default (ungeköpft)
      91

Im letzten Test wurde das ComputerBase-Testsystem an die Grenze getrieben. Bei 4,7 GHz mit 1,35 Volt stieg der Core i7-6700K mit der Intel-Standard-Wärmeleitpaste bei 94 Grad mit einem Bluescreen aus. Das gleiche Spiel mit Flüssigmetall-Wärmeleitpaste zwischen Die und Heatspreader bringt nicht nur einen stabilen Betrieb zum Vorschein, sondern bei maximal 72 Grad auch noch unproblematische Temperaturen, die wiederum fast dem Maximum der Intel-Default-Lösung im Standard-Takt entsprechen.

Die Flüssigmetall-Wärmeleitpaste sorgt selbst bei noch einmal 0,05 Volt mehr Spannung und zusätzlichen 200 MHz Takt nur für einen Temperaturanstieg von zwei Grad gegenüber dem vorangegangenen Test.

Core i7-6700K auf 4,7 GHz bei 1,35 Volt
Angaben in °C
  • max. Kerntemperatur bei Volllast mit Prime95 28.5:
    • Thermal Grizzly Conductonaut
      72
    • Default (ungeköpft)
      94
      Hinweis: Bluescreen

Der Bastler hat aber noch weitere Möglichkeiten. Die Wärmeleitpaste kann bekanntlich nicht nur zwischen CPU-Die und Heatspreader ausgetauscht werden, sondern auch noch zwischen dem Heatspreader und Prozessorkühler. Dadurch lassen sich im besten Fall nochmal einige Grad einsparen, da die an den Kühler abgegebene Wärme schneller abtransportiert werden kann.

Die tieferen Temperaturen können aber nicht nur zum Overclocking genutzt werden. Das System kann beispielsweise auch auf eine geringere Lautstärke optimiert werden, da die Lüfter nicht mehr so schnell drehen müssen wie zuvor, um gleichbleibende CPU-Temperaturen zu erzielen.

Auf der nächsten Seite: Erkenntnisse und Empfehlungen