2/5 VRAM bei Grafikkarten : Das Ende von 4 GB für Modelle über 300 Euro naht

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Testergebnisse

Sämtliche Tests werden auf dem Grafikkarten-Testsystem durchgeführt. Als Betriebssystem ist allerdings Windows 10 anstatt Windows 8.1 installiert. Als Treiber kommen der Crimson 16.1 beziehungsweise der GeForce 361.43 zum Einsatz.

Frametime-Messungen

Über Frametimes, die Zeitabstände zwischen zwei berechneten Bildern, wird ein zu kleiner Speicher am besten sichtbar: Weil die Grafikkarte Daten aus dem Hauptspeicher nachladen muss, kommt es zu stark schwankenden Frametimes. Die FPS müssen in diesem Fall nicht einmal messbar sinken.

Die Messungen werden mit Nvidias FCAT-Verfahren erstellt, das im Gegensatz zu Programmen wie FRAPS die Messwerte anhand des an den Monitor gelieferten Bildes und nicht bereits innerhalb des Rendering-Verfahrens erstellt. Damit zeigt es genau das, was der Spieler auf dem Monitor sieht.

Dragon Age: Inquisition

Dragon Age bleibt zu jeder Zeit ein gutes Stück von der 4.096-MB-Grenze entfernt und damit haben alle vier Grafikkarten im Testfeld keinerlei Schwierigkeiten mit dem Speicherverbrauch. Das gilt auch für die GeForce GTX 970. Zwar werden auf der Nvidia-Karte bereits rund 100 MB des langsamen Speichers adressiert, was in dem Spiel aber ohne negative Konsequenzen bleibt – der Treiber verrichtet hier gut seinen Dienst. Die unregelmäßigeren Frametimes zur Mitte der Testsequenz kommen durch eine Zwischensequenz zu Stande und haben spielerisch keine Auswirkungen.

Assassin's Creed Syndicate

Assassin's Creed Syndicate schafft in den getesteten Einstellungen, noch knapp unter der 4.096-MB-Marke zu bleiben: 3,9 Gigabyte werden benötigt. Selbst gemessen hat die GeForce GTX 970 allerdings abermals keine Nachteile bezüglich der Frametimes gegenüber der GeForce GTX 980. Auffällig sind bei beiden Grafikkarten jedoch reproduzierbar wiederholt auftretende große Ausschläge, während der der Bildaufbau mehr als doppelt so lange dauert als normal.

Auf den Grafikkarten von AMD läuft der Titel weniger rund, und das unabhängig vom Modell und unabhängig vom Speicherausbau. Ob dies dem Treiber, dem Spiel oder einer Mischung aus beidem geschuldet ist, bleibt offen. Zwischen der Radeon R9 290X mit vier Gigabyte und der Radeon R9 390X mit acht Gigabyte gibt es nur minimale Unterschiede.

Far Cry 4

Far Cry 4 belegt weniger Speicher als Assassin's Creed, trotzdem schafft es die GeForce GTX 970 nicht mehr ganz so gut, die Einschränkungen im Speicher-Interface zu umgehen. In diesem Titel gibt es in der zweieinhalb Minuten langen Testsequenz reproduzierbar immer mal wieder große Verzögerungen bei den Frametimes, die die GeForce GTX 980 nicht aufweist.

Alle Modelle von AMD haben messbar mit Schwankungen der Frametimes in Far Cry 4 zu kämpfen. Die Radeon R9 390X zeigt dabei bezüglich der Anzahl der Ausreißer keine Unterschiede zur Radeon R9 290X, allerdings bezüglich der Schwankungen. Dort schneidet die Acht-Gigabyte-Karte minimal besser ab, obwohl mehr als vier Gigabyte laut Auslesetool nie genutzt werden.

Call of Duty: Black Ops III

Call of Duty: Black Ops III zeigt als (fragwürdig) speicherfressendes Spiel, dass selbst ein vier Gigabyte großer Speicher heutzutage zu klein für eine Auflösung wie 2.560 × 1.440 sein kann.

Die GeForce GTX 970 muss in dem Titel deutlich Federn lassen, der Titel verkommt zu einer unspielbaren Ruckelorgie. Je nach Szene läuft Black Ops III anfangs noch normal, bereits wenige Sekunden später ruckelt das Spiel aber enorm.

Die Grafikkarten mit durchweg schnell angebundenen vier Gigabyte laufen dann ohne diese gravierenden Probleme. Auf der GeForce GTX 980 schwanken die Frametimes trotzdem weiterhin und dasselbe passiert auch auf der Radeon R9 290X mit derselben Speicherausstattung.

So richtig rund sind die Frametimes in Call of Duty: Black Ops III erst mit einer Radeon R9 390X und damit auf einer mit mehr als vier Gigabyte bestückten Grafikkarte. Dann gibt es absolut keine Schwankungen bei den Zeitabständen mehr.

Mittelerde: Mordors Schatten

Auch das speicherfressende Mittelerde: Mordors Schatten ist in 2.560 × 1.440 zu viel für die GeForce GTX 970. Die Frametimes haben in regelmäßigen Abständen einen Schluckauf. Doch auch die GeForce GTX 980 mit den vollen vier Gigabyte kann sich davon nicht ganz befreien. Die Schwankungen fallen auf der schnelleren GeForce-Karte zwar deutlich kleiner aus, treten aber fast genauso regelmäßig auf. Auch auf der Grafikkarte reichen die 4.096 MB nicht. Dasselbe gilt für die Radeon R9 290X.

Die Radeon R9 390X profitiert dann auch in Mittelerde stark von dem acht Gigabyte großen Speicher und zeigt in dem Rollenspiel die mit Abstand gleichmäßigsten Frametimes aller Testkandidaten.

FPS-Verlaufsdiagramm

Die Frameverlaufsdiagramme zeigen die FPS über die Zeit, kleine Verzögerungen innerhalb einer Sekunde sind hier nicht sofort sichtbar, zumal eine darauf folgende schnelle Abfolge von Bildern die FPS sogar auf dem ursprünglichen Niveau halten könnte. Über mehrere Sekunden andauernde Probleme lassen sich hingegen gut ablesen, dann gehen die ansonsten parallel verlaufenden Linien weit auseinander.

Nvidia

Einzig in Call of Duty: Black Ops III zeigt sich, dass die GeForce GTX 970 gegenüber der GeForce GTX 980 an Performance verliert. In allen vier anderen Spielen zeigt sich dagegen nichts ungewöhnliches.

AMD

Aufgrund der sehr ähnlichen technischen Spezifikationen liegen die Radeon R9 290X und die Radeon R9 390X deutlich näher beisammen als die zwei Modelle von Nvidia, Abweichungen aufgrund des Speichers sind deshalb leicht zu erkennen. Allerdings gibt es nur in Mittelerde: Mordors Schatten eine Sequenz, in der die Radeon R9 390X mit acht Gigabyte Speicher mehr FPS liefern kann als die Radeon R9 290X mit deren vier Gigabyte.

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