3/5 Lüfter auf Radiatoren im Test : Hohe Kühlleistung auch mit wenig statischem Druck

, 118 Kommentare

Testergebnisse

In den nachfolgenden Diagrammen wird die Kühlleistung als Differenz aus CPU-Temperatur und Raumtemperatur angegeben. Die oft bei Tests im Bereich Wasserkühlung angegebenen Temperaturdifferenzen zwischen zu kühlendem Bauteil und Wasser oder Wasser und Raumtemperatur werden bewusst nicht als Resultate gezeigt: Es soll die CPU gekühlt werden – und nicht das Wärme-Transportmedium Wasser.

Die maximale Wassertemperatur sollte nur aus Sicherheitsgründen immer mit überwacht werden, da Custom-Wasserkühlungen nicht für allzu hohe Wassertemperaturen ausgelegt sind. Während der Testläufe war die mittlere Wassertemperatur zwischen 24,0 und 27,3 Kelvin niedriger als die CPU-Temperatur.

Kühlleistung auf 30-mm-Radiator

Der Alphacool ST30 240 kombiniert eine geringe Einbautiefe von 30 Millimetern mit einer moderaten Lamellendichte von 16 FPI (Fins per Inch, Lamellen pro Zoll). Diese Kombination ist für eine niedrige Lüfterdrehzahlen ausgelegt – passend für die im Test genutzten Umdrehungsgeschwindigkeiten.

Beim Betrachten der Ergebnisse folgt zunächst Ernüchterung, die bei der geringen Dicke allerdings zu erwarten war. Die Unterschiede der verschiedenen Lüfter sind sehr gering und schrumpfen mit zunehmender Drehzahl noch weiter. Beträgt der größte Unterschied bei einseitiger Lüfterbestückung bei 500 U/min noch 1,7 Kelvin, sinkt dieser bei 1.200 U/min auf 0,3 Kelvin.

Unabhängig von der Lüfterbestückung ist es bei einer Raumtemperatur von ca. 22°C problemlos möglich, den übertakteten Prozessor selbst mit langsam drehenden Lüftern auf unter 80°C zu kühlen. Nur die Wassertemperatur steigt in grenzwertige Regionen an: Bis zu 46°C direkt nach dem CPU-Kühler wurden im Test des NF-S12A bei 500 U/min maximal gemessen.

Auch Push/Pull verändert die Resultate nicht

Ähnlich sieht das Ergebnis auch im Push/Pull-Betrieb aus: Große Unterschiede können nicht ausgemacht werden. Einzig der NF-F12 kann sich in niedrigen Drehzahlbereichen von seinen beiden Konkurrenten absetzen. Mit diesem Lüfter wird der Prozessor bei 500 U/min 46,1 Kelvin über Raumtemperatur gehalten – mehr als 2 Kelvin kühler als mit dem NF-P12 und sogar mehr als 3 Kelvin kühler als der NF-S12A.

Kühlleistung auf 60-mm-Radiator

Die doppelt so dicke UT60-Serie von Alphacool hat eine Lamellendichte von nur 10 FPI, so dass diese Wärmetauscher trotz ihrer Größe immer noch für langsam drehende Lüfter optimiert sind. Trotzdem sollte mit diesem Radiator nun ein deutlicher Unterschied zwischen den verschiedenen Lüftern erkennbar werden. So zumindest die Theorie.

Die Praxis sieht auch hier anders aus. Auch hier ist im niedrigen Drehzahlbereich eine Differenz auszumachen, doch der theoretisch für Radiatoren ungeeignete NF-S12A liegt im Push-Einsatz nur 1,4 Kelvin hinter dem besten Lüfter bei 500 U/min. Die Abstände schrumpfen mit zunehmender Drehzahl und betragen nur noch 0,8 Kelvin bei 1.200 U/min. Die CPU kann so mit jedem Lüftermodell schon bei niedrigen 500 U/min etwa 50 Kelvin oberhalb der Raumtemperatur gehalten werden und ist bei 1.200 U/min nur noch circa 37 Kelvin über der Raumtemperatur – ein hervorragender Wert, der bei 22°C typischer Raumtemperatur in weniger als 60°C Kerntemperatur resultiert.

Selbst der schwächste Lüfter benötigt kein Push/Pull

Auch im Push/Pull-Betrieb gibt es keine Überraschungen. Wurde dieses Testszenario ursprünglich gewählt, um dem druckschwachen NF-S12A eine Möglichkeit zum Aufholen zu gewähren, zeigt sich, dass dieser Lüfter bereits in der Push-Anordnung keine Probleme auf dem UT60 verursacht. Der NF-F12 kann sich im niedrigsten Drehzahlbereich analog zu den Ergebnissen auf dem schlanken ST30 leicht von seinen beiden Konkurrenten absetzen. Etwas schwach skaliert der NF-P12, der bei 1.200 U/min um etwa 1 Kelvin von den beiden Kontrahenten geschlagen wird.

Auf der nächsten Seite: Push/Pull ermöglicht eine geringere Drehzahl