5/7 Pixel XL im Test : Google-Phone par excellence

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Effizienter Snapdragon 821

In den Pixel-Smartphones ist unabhängig von der gewählten Größe immer der Snapdragon 821 von Qualcomm verbaut. Bei dem System-on-a-Chip handelt es sich um das aktuelle Topmodell des Herstellers. Im Grunde ist der Snapdragon 821 eine zweite Generation des Snapdragon 820, die fünf Prozent effizienter arbeitet. Qualcomm ermöglicht deshalb leicht höhere Taktfrequenzen auf beiden CPU-Paaren und der GPU.

Qualcomm erlaubt höhere Taktraten

Der Maximaltakt des Performance-Clusters aus zwei Kryo-Kernen liegt nun bei 2,34 anstatt 2,15 GHz. Die zwei Kryo-Kerne des Power-Cluster dürfen nun deutlich höher mit 2,19 GHz takten, zuvor waren maximal 1,59 GHz möglich. Bei der Adreno-530-GPU gibt es eine leichte Steigerung von 624 auf 653 MHz. In Summe soll die CPU-Leistung laut Qualcomm um zehn Prozent und die GPU-Leistung um fünf Prozent steigen.

Google entscheidet sich für bessere Effizienz

Was Qualcomm dem Snapdragon 821 maximal an Takt erlaubt, muss der OEM aber nicht ausnutzen. Google geht einen anderen Weg und erhöht gegenüber dem Snapdragon 820 nicht den Takt, sondern setzt alles auf die gesteigerte Effizienz des SoCs. Höhere Benchmark-Ergebnisse als der Snapdragon 820 erzielt der 821 im Pixel deshalb nicht, die Leistung ist aber dauerhaft auf diesem hohen Niveau abrufbar. 20 aufeinanderfolgende Benchmark-Durchläufe des GFXBench Manhattan OpenGL ES 3.0 führen gerade einmal zu einem Leistungsverlust von vier FPS oder 8,3 Prozent. Das Pixel XL wird dabei nie unangenehm heiß und ist zu jeder Zeit schneller als das Galaxy S7, ab dem achten Durchgang wird auch das iPhone 7 Plus überholt.

FPS-Entwicklung GFXBench Manhattan OpenGL ES 3.0 bei Dauerbelastung
Pixel XL iPhone 7 Plus Galaxy S7
Durchgang FPS Delta
1. Durchgang
FPS Delta
1. Durchgang
FPS Delta
1. Durchgang
1 48 – 0,0 % 63 – 0,0 % 40 – 0,0 %
2 48 – 0,0 % 60 – 4,8 % 40 – 0,0 %
3 48 – 0,0 % 56 – 11,1 % 40 – 0,0 %
4 48 – 0,0 % 41 – 34,9 % 40 – 0,0 %
5 48 – 0,0 % 47 – 25,4 % 39 – 2,5 %
6 48 – 0,0 % 41 – 34,9 % 39 – 2,5 %
7 47 – 2,1 % 48 – 23,8 % 38 – 5,0 %
8 46 – 4,2 % 44 – 30,2 % 38 – 5,0 %
9 46 – 4,2 % 44 – 30,2 % 38 – 5,0 %
10 46 – 4,2 % 49 – 22,2 % 37 – 7,5 %
11 46 – 4,2 % 42 – 33,3 % 37 – 7,5 %
12 45 – 6,3 % 42 – 33,3 % 32 – 20,0 %
13 45 – 6,3 % 42 – 33,3 % 37 – 7,5 %
14 45 – 6,3 % 48 – 23,8 % 36 – 10,0 %
15 45 – 6,3 % 41 – 34,9 % 34 – 15,0 %
16 45 – 6,3 % 41 – 34,9 % 36 – 10,0 %
17 45 – 6,3 % 41 – 34,9 % 19 – 52,5 %
18 45 – 6,3 % 42 – 33,3 % 26 – 35,0 %
19 44 – 8,3 % 41 – 34,9 % 24 – 40,0 %
20 44 – 8,3 % 41 – 34,9 % 27 – 32,5 %

Hohe Leistung dauerhaft abrufbar

Anstatt nur eine initial sehr hohe Leistung zu bieten, hat Google den deutlich weiseren Weg bei der Implementierung des Snapdragon 821 gewählt. Google hätte zwar auch den Takt des SoC voll ausreizen können, so wie es Qualcomm in den aktualisierten Spezifikationen erlaubt, stattdessen hat Google aber den Takt des Snapdragon 820 beibehalten und sich für die bessere Effizienz des neuen Chips entschieden. Die Leistung aktueller High-End-SoCs ist bereits sehr hoch, sodass es nicht unbedingt ein weiteres Plus braucht. Im Pixel XL ist diese hohe Leistung nun auch dauerhaft abrufbar.

Weil die maximalen Taktraten von CPU und GPU gleich bleiben, sortiert sich das Pixel XL in den Benchmarks auf dem erwarteten Niveau von Smartphones mit Snapdragon 820 ein. Die Single-Core Leistung des Kryo ist sehr hoch, bei den Multi-Core-Tests schneiden naturgemäß Octa-Core-Lösungen wie der Snapdragon 810 sowie Chips von Samsung und Huawei besser ab. In den Tests, die Android und iOS unterstützen, schlägt der A10 Fusion des iPhone 7 (Plus) jedoch alle Konkurrenzprodukte.

4 GB RAM und 32 oder 128 GB UFS-2.0-Speicher von Samsung

Arbeitsspeicher und interner Speicher stammen jeweils von Samsung. Der Hersteller beider Speicher lässt sich unter anderem einsehen, indem das Gerät in den Bootloader-Modus gestartet wird. Der Arbeitsspeicher vom Typ LPDDR4 ist immer 4 GB groß.

Der interne Speicher der Pixel-Smartphones kann wie zu Nexus-Zeiten nicht erweitert werden. Kunden sollten sich deshalb gut überlegen, ob sie zum Modell mit 32 oder 128 GB greifen. Bei der getesteten 32-GB-Variante sind nach der Einrichtung und dem Update von Apps noch rund 23 GB frei. Android nimmt auf dem Pixel mehr Speicher ein, weil zwei Partitionen für das Betriebssystem reibungslose Updates im Hintergrund ermöglichen. In beiden Fällen kommt der interne Speicher von Samsung und entspricht dem schnellen UFS-2.0-Standard.

Aussagen zur Geschwindigkeit des internen Speichers lassen sich aktuell noch nicht treffen, da Apps zum Messen in zwei Fällen unrealistische Werte von über 2,7 GB/s ausgeben, was weit außerhalb der UFS-2.0-Spezifikationen liegt. Theoretisch müsste das Pixel Werte um 300 bis 450 MB/s beim sequentiellen Lesen und etwa 100 bis 150 MB/s beim sequentiellen Schreiben erreichen.

Das fast sehr gute Display

Google geht aber nicht nur beim System-on-a-Chip einen anderen Weg, sondern schwimmt auch bei den Displays gegen den Strom und verbaut kleinere Panels als noch vor einem Jahr. Kam das Nexus 5X noch auf 5,2 Zoll, sind es jetzt kleinere 5,0 Zoll beim Pixel. Das getestete Pixel XL bietet 5,5 Zoll, während das Nexus 6P noch auf 5,7 Zoll kam. Beide Varianten nutzen mit Gorilla Glass 4 geschützte AMOLED-Bildschirme, die im Falle des Pixel mit 1.080 × 1.920 Bildpunkten (441 ppi) und im Falle des Pixel XL mit 1.440 × 2.560 Bildpunkten (534 ppi) auflösen. Die Auflösung ist eines der wenigen Unterscheidungsmerkmale zwischen kleinerem Pixel und größerem Pixel XL.

Das Panel im Pixel XL hat eine maximale Helligkeit von durchschnittlich 418 cd/m². Im oberen Bereich leuchtet das Display mit 430 cd/m² am hellsten, nach unten hin nimmt die maximale Helligkeit leicht ab. Die Abweichungen bewegen sich allerdings nur im niedrigen zweistelligen Bereich und sind mit bloßem Auge nicht wahrnehmbar.

5,5 Zoll großes WQHD-Display mit 1.440 × 2.560 Bildpunkten
5,5 Zoll großes WQHD-Display mit 1.440 × 2.560 Bildpunkten

Kein Boost für die maximale Helligkeit

Die Maximalhelligkeit ist ein Schwachpunkt des Displays, wenngleich das Pixel XL gemessen an anderen OLED-Smartphones sogar gut abschneidet. Das Panel des Pixel XL verfügt nicht über einen Boost-Modus bei automatischer Regulierung. Trifft sehr helles Licht auf den Helligkeitssensor, regelt das Panel maximal nur auf den Wert, der auch bei manueller Einstellung erreicht werden kann. Das Moto Z Play und insbesondere die OLED-Displays aktueller Samsung-Smartphones leuchten viel heller und sind deshalb vor allem bei direktem Sonnenlicht besser ablesbar.

sRGB-Modus in den Entwickleroptionen

Die maximale Helligkeit bleibt glücklicherweise der einzige Kritikpunkt am Display. OLED-typisch gibt es nichts am Kontrast auszusetzen, der echtes Schwarz ermöglicht. Vor allem den stets schwarz hinterlegen Software-Bedienflächen für Android kommt das zugute. Ebenfalls der Panel-Technik zu verdanken ist die intensive Farbdarstellung, wobei Google in der Standardeinstellung die Farben nicht ganz so überdreht wie Samsung. Für normale Nutzer zugängliche Display-Presets wie bei Samsung gibt es nicht, in den Entwickleroptionen findet sich jedoch wieder ein sRGB-Schalter für eine alternative Kalibrierung. Hier ist zwar der Weißpunkt mit 6.700 zu 7.500 Kelvin besser eingestellt, im direkten Vergleich wirkt der sRGB-Modus aber stark ausgeblichen.

Der einzige Kritipunkte ist die vergleichsweise niedrige Helligkeit
Der einzige Kritipunkte ist die vergleichsweise niedrige Helligkeit

Inaktivitätsdisplay und präzise Touch-Erkennung

Das Pixel XL verfügt wieder über das von den früheren Nexus-Smartphones und Tablets bekannte Inaktivitätsdisplay, das im „ausgeschalteten“ Zustand Benachrichtigungen darstellen kann, bei Samsung auch als Always-on-Display bekannt. Speziell für das Pixel XL gibt es darüber hinaus Optimierungen an der Touch-Erkennung respektive Leistung. Die Folge ist eine präzise Touch-Erkennung wie bei keinem Google-Smartphone zuvor.

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