Beliebte Passwörter: „schalke04“ schlägt qwertz und Kraftausdrücke

Michael Günsch 112 Kommentare
Beliebte Passwörter: „schalke04“ schlägt qwertz und Kraftausdrücke
Bild: mkweb2 | CC0 1.0

Anhand von Informationen aus Datenlecks haben Wissenschaftler des Hasso Plattner Institut (HPI) die Top Ten der deutschen Passwörter im Internet erstellt. Zahlenkombinationen wie das weltweit beliebte Passwort „123456“ wurden dabei nicht berücksichtigt. Auf Rang eins landet das simple „hallo“, auch derbere Ausdrücke sind dabei.

Eine Milliarde Konten als Basis

Die Forscher des HPI in Potsdam haben nach eigenen Angaben rund eine Milliarde Nutzerkonten ausgewertet, von denen 30 Millionen anhand der .de-Domain als deutsch eingestuft wurden. Die Passwörter stammen aus 31 im Internet frei zugänglichen Listen, die durch diverse Datenlecks entstanden. Folgende Passwörter wurden demnach in Deutschland am häufigsten genutzt:

  1. hallo
  2. passwort
  3. hallo123
  4. schalke04
  5. passwort1
  6. qwertz
  7. arschloch
  8. schatz
  9. hallo1
  10. ficken

Leicht zu merken, aber unsicher

Die Studie ist erneut ein Beleg für die mangelnde Sorgfalt vieler Internetnutzer. Die Passwörter gelten als leicht zu knacken und sind damit unsicher. Viele Begriffe zeugen von mangelnder Kreativität und Bequemlichkeit. Das naheliegende „passwort“ als Passwort ist zwar leicht zu merken, aber ebenso eine schwache Hürde für den Schutz eines Nutzerkontos. Würden bei der Rangliste auch reine Zahlenkombinationen berücksichtigt, bliebe laut Studie in Deutschland wie auch weltweit das am häufigsten verwendete Passwort „123456“ – ein internationaler Dauerbrenner.

Nutzer sollten reagieren

HPI-Direktor und Mitautor der Studie Professor Christoph Meinel erklärt, dass es zwar „keinen 100-prozentigen Schutz vor Identitätsdiebstahl“ im Internet gibt, doch „wer sein Passwort auf dieser Liste entdeckt, sollte es schnellstmöglich ändern“. Zudem mahnt er: „Vielen Nutzern ist nicht bewusst, dass Kriminelle mit dem Handel gestohlener Identitäten sehr viel Geld verdienen und welcher Schaden ihnen entstehen kann“.

Passwortmanager helfen

Die Empfehlungen bleiben immer die gleichen: Passwörter sollten zum Einen nicht zu simpel sein und zum Anderen nicht für mehrere Accounts genutzt werden. Außerdem empfiehlt es sich, die Passwörter regelmäßig zu ändern. Fehlt die Kreativität bei der Suche nach einem „sicheren“ Passwort, bieten sich sogenannte Passwortmanager zur Generierung an, die sich zugleich die vielen nötigen Passwörter merken. Der Nutzer selbst braucht sich dabei nur das sogenannte Master-Passwort merken. Ein kostenloses Beispiel ist die Software KeePass Password Safe, für die es auch ein deutsches Sprachmodul gibt.

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