Scythe Mugen 5 im Test: Mehr Kühlleistung und mehr Platz für RAM 4/5

Thomas Böhm 80 Kommentare

Messergebnisse

Als erster CPU-Kühler in diesem Testaufbau werden für den Mugen 5 sinnvolle Vergleichswerte benötigt. Daher tritt der Kühler gegen die bereits im Jahr 2015 in einem anderen System getesteten Scythe Mugen 4 und Thermalright HR-02 Macho Rev. B an. Der Vergleich mit dem direkten Vorgänger bietet sich an, um festzustellen, ob die von Scythe durchgeführten Optimierungen des Kühlers in messbaren Verbesserungen resultieren. Mit dem Thermalright Macho stellt sich dem Kühler zudem eine beliebte Konkurrenz: Der HR-02 Macho bietet für die 40-Euro-Klasse eine sehr gute Kühlleistung bei niedriger Lautstärke und kann ebenfalls mit übertakteten Prozessoren umgehen.

Messungen mit Serienlüftern

Messungen werden sowohl im Standardtakt des i7-3960X als auch mit Übertaktung auf 4 GHz durchgeführt. Mit übertaktetem System existieren schon Vergleichswerte: Ein Alpenföhn Brocken 2 sowie ein Noctua NH-D15 verrichteten bereits ihren Dienst im Testsystem.

Kühlleistung

Sofern die Kühler mit Standardtakt des Prozessors bei voller Lüfterdrehzahl arbeiten, bildet der Scythe Mugen 5 knapp das Schlusslicht im Vergleich zum Thermalright HR-02 Macho sowie Mugen 4. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Scythe stattet den Mugen 5 mit einem langsameren Lüfter aus, der maximal nur 1.150 U/min erreicht. Bei gleicher Drehzahl für die drei Kühler kann er seinen Vorgänger hingegen übertreffen und muss sich nur knapp hinter dem Macho einordnen – der aber auf einen 140-Millimeter-Lüfter zurückgreifen kann.

Die übertaktete CPU fordert die Kühler stärker, so dass sich die Spreu vom Weizen trennt: Der Mugen 4 wird nun trotz 300 U/min schnellerem Lüfter von seinem Nachfolger hauchdünn geschlagen. Wieder liegt der Thermalright Macho knapp in Führung – der riesige Noctua NH-D15 bleibt aber unerreichbar. Die von Scythe durchgeführten Veränderungen des Mugen zahlen sich aus: Bei 800 U/min wird der Mugen 4 um gut 3 Kelvin geschlagen und der Kühler von Thermalright ist wie gehabt nur knapp in Führung – obwohl der Kühlturm des Macho mehr Raum einnimmt.

Schalldruckmessungen

Um Einflüsse der Gehäusebelüftung bei den Schalldruckmessungen der CPU-Kühler auszuschließen, werden die Messungen bei angehaltenem Gehäuselüfter und geöffneter Seitenwand durchgeführt. Als Lärmquelle ist daher nur der Lüfter des jeweiligen CPU-Kühlers vorhanden.

Scythe Mugen 5 und Thermalright HR-02 Macho liegen nicht nur bei der Kühlleistung nahezu gleichauf. Auch der Schalldruck bei maximaler Lüfterdrehzahl ist nahezu identisch. Im Gegensatz dazu ist der Mugen 4 deutlich lauter – der schnellere Lüfter macht sich bemerkbar. Bei gedrosselter Drehzahl sind die Geräusche des Mugen 5 minimal präsenter als die der Konkurrenz – doch spätestens bei geschlossener Seitenwand fällt kein Unterschied mehr zwischen den Kontrahenten auf.

Nebengeräusche produzieren alle Testkandidaten

Auch wenn die Ventilatoren der drei Kühler nicht schlecht sind, arbeitet keiner völlig ohne Nebengeräusche: Sowohl der Lüfter des Mugen 4 als auch der des Mugen 5 fallen durch ein konstantes, wenn auch leises Klackern auf. Das Geräusch ist auch bei der Minimaldrehzahl des Mugen-5-Lüfters (knapp über 300 U/min) hörbar, wenn im Abstand von wenigen Zentimetern am Gehäusedeckel gelauscht wird. Bei diesem Abstand kann aber auch der Lüfter des Thermalright Macho durch schwache Kratzgeräusche wahrgenommen werden, wenn er mit Minimaldrehzahl arbeitet.

Messungen mit Referenzlüftern

Obwohl der Thermalright HR-02 Macho Rev. B mit einem 140-Millimeter-Lüfter ausgestattet ist, sind die Lüfterklammern für Ventilatoren mit einem Lochabstand von 105 Millimetern ausgelegt, dem Standardformat für Lüfter mit 120 Millimetern Rahmenbreite. Als Referenzlüfter erhält der Macho daher ebenso wie Mugen 4 und Mugen 5 einen Noctua NF-F12 PWM. Der Macho verliert nun also seinen Größenvorteil beim Lüfter.

Scythe Mugen 5 und Thermalright HR-02 Macho liefern sich auch mit identischer Lüfterausstattung ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Während der Mugen 5 mit höherer Drehzahl etwas besser skaliert, führt der Macho knapp bei niedrigen 800 U/min. Der Scythe Mugen 4 bleibt hinter den beiden Kontrahenten – vor allem bei übertaktetem Prozessor fehlen ihm ein paar Kelvin zu den Konkurrenten.

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