Intel Kaby Lake im Test: Core i7-7700K und i5‑7600K mit aggressivem Turbo 8/8

Volker Rißka 344 Kommentare

Preis-Leistungs-Verhältnis

Im Preis-Leistungs-Verhältnis wird das das Performance-Rating auf Basis aller Anwendungen und Spiele in Full HD herangezogen. Bei den Preisen gilt, dass die Produkte zum Zeitpunkt der Ermittlung auch verfügbar sein sollten, mit der Randbedingung, dass es sich nicht um einen unbekannten Shop handelt. (Stand 30.12.2016)

Ein immer schwächerer Euro im Vergleich zum US-Dollar machen den Prozessorkauf aktuell zu einer teuren Angelegenheit. Die neuen Intel-Prozessoren sollen auf dem Papier zwar das gleiche kosten wie die direkten Vorgänger, wie üblich sind zum Start aber Aufpreise zu erwarten. Aktuell kostet der Core i7-7700K 400 Euro, der Core i5-7600K 280 Euro. Das sind jeweils um die 50 Euro mehr als beim Vorgänger. Das Verhältnis zur Leistung fällt deshalb aktuell schlechter aus.

Fazit und Empfehlung

Intel Core i7-7700K und Core i5-7600K legen die Messlatte zu Beginn des neuen Jahres erneut ein kleines Stück höher. Dank effektiv bis zu 400 Megahertz zusätzlichem Takt springt ein Vorsprung von rund zehn Prozent auf die Vorgängergeneration Core i7-6700K und Core i5-6600K heraus.

Intel Kaby Lake im Test: Core i7-7700K und i5-7600K
Intel Kaby Lake im Test: Core i7-7700K und i5-7600K

Die entscheidenden Taktraten legen um 400 MHz zu

Beide Prozessoren sind dabei sogar leicht schneller, als es die Eckdaten bezüglich Basis- und Ein-Kern-Turbotakt vermuten lassen haben. Mit immer mindestens 4,4 GHz schlägt der Core i7-7700K immer wieder selbst Intels Sechs-Kern-Prozessoren, denn auch zum Jahreswechsel 2016 auf 2017 wollen viele Anwendungen lieber noch einen hohen Takt denn mehr Kerne sehen. Mit acht Threads kann die CPU aber auch dort mithalten, sodass selbst in den Anwendungen, die viele Kerne bevorzugen, der Unterschied nur ein sehr geringer ist.

Mit einem prozentual noch leicht höheren Zugewinn kann auch der Core i5-7600K knapp einen der alten Verkaufsschlager mit acht Threads, den Xeon E3-1231 v3 aus der Haswell-Generation von 2014, schlagen. In Anbetracht dessen, dass dieser seinerzeit aber auch nur 200 bis 220 Euro gekostet hat, nur ein schwacher Trost, der kaum über den viel diskutierten Stillstand in der CPU-Leistung hinwegdeuten kann.

Im Desktop mehr bessere sechste als neue siebte Generation

Denn aller Leistungszugewinne zum Trotz: Einen signifikanten Sprung in der Leistung zeigt auch Kaby Lake mit weiterhin maximal vier Kernen und ohne neue Architektur nicht. Bei Haswell Refresh inklusive Devil's Canyon war ein vergleichbares Update Intel vor zweieinhalb Jahren keine neue Generation von Core-Prozessoren wert.

Intel Kaby Lake im Test: Core i7-7700K und i5-7600K
Intel Kaby Lake im Test: Core i7-7700K und i5-7600K

Die neue Generation kämpft zudem unter AVX-Anwendungen mit einer hohen Leistungsaufnahme und noch höheren Temperaturen, die nicht immer auf einen noch nicht per BIOS-Update behobenen Fehler im Microcode zurück zu führen sind. Ein neuer AVX-Offset im BIOS soll Anwender im Zweifel vor Problemen bewahren. Im Leerlauf und ohne AVX ist die Leistungsaufnahme hingegen abermals gesunken.

Schlechte Wärmeübertragung zwischen Die und Heatspreader

Auch bei der Verbindung zwischen CPU-Die und Heatspeader bleibt alles beim Alten: Auch Kaby Lake setzt auf eine Wärmeleitpaste. Spätestens beim Übertakten wird die Kühlung damit zum Problem. Erste Tests mit entferntem Heatspreader haben bereits vor Wochen Vorteile von bis zu 30 Grad gezeigt, die die seinerzeit mit Skylake-CPUs ermittelten rund 20 Grad niedrigeren Temperatur noch einmal deutlich in den Schatten stellen. Dass Intel das Material zur Wärmeübertragung erneut geändert hat, ist allerdings nicht bekannt.

Warum Intel hier weiterhin nicht auf die Wünsche der treuesten Kunden, den Enthusiasten, eingeht, bleibt ein Geheimnis des Quasi-Monopolisten und ein Grund, warum die Hoffnungen gerade dieser Gruppe auf AMD Zen a.k.a. Ryzen auch nach der Präsentation von Kaby Lake hoch bleiben werden.

Der Preis entscheidet zwischen den Generationen

Kunden, die heute auf eine aktuelle K-CPU von Intel wechseln wollen, sollten das Preis-Leistungs-Verhältnis als Entscheidungsgrundlage heranziehen. Neben dem Mehr an Leistung bieten die neuen CPUs für Desktop-Anwender keinen wesentlichen Vorteil, sodass der Aufpreis auch nur mit dieser Eigenschaft ins Verhältnis gesetzt werden muss. Die Beschleunigung von HEVC Main 10 ist aktuell noch von geringer Relevanz und kann ab Polaris und Pascal auch von der GPU übernommen werden.

Ausführliche Informationem zum aktuellen Leistungsrating aller aktuellen Intel- und AMD-CPUs gibt es im großen Prozessor-Vergleich.

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