Browser: Burda kauft Browsererweiterung Ghostery für Cliqz

Ferdinand Thommes 97 Kommentare
Browser: Burda kauft Browsererweiterung Ghostery für Cliqz
Bild: Ghostery | CC0 1.0

Der Medienkonzern Burda hat die auf Wahrung der Privatsphäre ausgelegte Browsererweiterung Ghostery erworben. Sie soll die eigenen Bemühungen um die Privatheit des Surfens mit dem zum Konzern gehörenden Browser Cliqz verbessern und ihm internationale Märkte öffnen.

Ghostery ist eine Erweiterung, die bisher für die Browser Firefox, Chrome, Opera, Edge, Internet Explorer und Safari verfügbar war. Zudem gibt es Ghostery als App für Android und iOS. Die Software versucht das Surfverhalten der Anwender möglichst anonym zu gestalten, indem es Dienste meldet, die im Hintergrund Daten an Unternehmen senden. Der Nutzer kann das auf Wunsch auch blockieren.

Doppeltes Anti-Tracking

In nächster Zeit wird mit Cliqz ein weiterer Browser hinzukommen, der Ghostery aber vermutlich tiefer integrieren wird, als das bei anderen Browsern der Fall ist. Der Burda-Verlag, zu dem der Browser gehört, hat von Ghostery Inc. das Endkundengeschäft und die Marke der Browser-Erweiterung erworben. Burda will die Technik in das Anti-Tracking-Modul bei Cliqz integrieren und die Daten beider Techniken zusammenführen.

Burda stellt sich mit dem Kauf von Ghostery, der auch im Zusammenhang mit dem Leistungsschutzrecht für Presseverlage gesehen wird, besser gegen Google auf. Zudem sollen die rund zehn Millionen monatlichen Ghostery-Nutzer Cliqz den Weg in den internationalen Markt ebnen.

Besser gegen Google positioniert

Wie Burda gegenüber Zeit Online mitgeteilt hat, wird Ghostery durch die Übernahme zu einem deutschen Produkt, das deutschem Recht unterliegt. Somit verbleiben in Zukunft auch die Daten in Deutschland. Bereits heute kann Ghostery als eine von zwei zugelassenen Erweiterungen in den Einstellungen von Cliqz aktiviert werden.

Der Anfang 2016 gestartete Browser Cliqz zählt auch die Macher von Firefox zu seinen Unterstützern. Mozilla ist seit August einer der strategischen Investoren beim auf Firefox basierenden Cliqz. Über die Höhe der Investition von Mozilla ist genauso wenig bekannt wie über die Höhe des Kaufpreises für den Endkundenanteil von Ghostery.