Corsair Force MP500 im Test: Kupferaufkleber und Firmware machen den Unterschied 3/5

Michael Günsch 46 Kommentare

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Hier liegen Corsair und Patriot nahezu gleichauf. Die Unterschiede sind generell sehr gering.

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Nahezu auf gleichem Leistungsniveau zeigen sich Corsair und Patriot beim parallelen Lesen und Schreiben. Samsungs NVMe-Klasse ist deutlich schneller. Die Plextor M8Pe schneidet schlechter ab und die Intel SSD 600p liegt aufgrund ihrer Schreibschwäche auf dem letzten Platz ihrer Klasse.

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Oftmals lieferten sich Corsair Force MP500 und Patriot Hellfire einen engen Schlagabtausch in den vorangegangenen Tests. Vor allem durch Vorteile beim sequenziellen Schreiben und im PCMark 8 schneidet die Corsair-SSD aber einen kleinen Tick besser ab. Kupferaufkleber und optimierte Firmware verschaffen der MP500 einen Vorteil. Insgesamt reicht es jedoch nur für die Mittelklasse der schnellen NVMe-Boliden.

Temperaturen

Der Titel des Tests der Patriot Hellfire lautete „Ab 80 °C hört der Spaß schnell auf“. Die Formulierung fußte auf der Tatsache, dass der Controller vergleichsweise schnell die Marke von 80 °C erreicht und daraufhin die Leistung drosselt. Der Hersteller hat im Nachhinein versichert, dass der Controller bis zu einer Temperatur von 125 °C spezifiziert ist, was aber nichts an dem Umstand der Drosselung ändert. Auch mit Lüfter kam es zu einem Leistungseinbruch, das Verhalten lässt sich aber nicht allein durch die Temperatur begründen.

Die Corsair Force mit gleichem Controller und im gleichen Formfaktor sollte bei sehr ähhnlicher Leistung auch ein ähnliches Temperaturverhalten wie die Patriot Hellfire an den Tag legen. Doch besteht ein kleiner, aber feiner Unterschied: Corsair hat im Aufkleber eine Kupferschicht als Wärmeleiter integriert. Genügt diese einfache Maßnahme, um die Temperaturen unter Dauerlast im Zaum zu halten?

Corsair Force MP500 Seq. Write ohne Lüfter
Corsair Force MP500 Seq. Write ohne Lüfter

Der Dauerschreibtest im Betrieb ohne kühlenden Luftstrom offenbart, dass die Temperaturgrenze von 80 °C als Auslöser für die Drosselung auch für die Force MP500 gilt – kein Wunder, ist diese Grenze doch vom Controller-Hersteller vorgesehen. Es dauert aber deutlich länger als bei der Hellfire, bis diese Schwelle überschritten wird. Folglich kann die Corsair-SSD am Stück Daten länger mit hoher Geschwindigkeit schreiben. Zudem wird im fünf Minuten dauernden Dauerschreibtest die Marke von 800 MB/s nicht unterschritten, wie es am Ende bei der Hellfire der Fall war. Auch die mit HD Sentinel ermittelte Maximaltemperatur ist niedriger: 91 °C sind es bei Corsair, bei Patriot hingegen 95 °C. In beiden Fällen betrug die Raumtemperatur 22 °C.

Corsair Force MP500 Seq. Write mit Lüfter
Corsair Force MP500 Seq. Write mit Lüfter

Mit zugeschaltetem Lüfter, der aus geringem Abstand für einen Luftzug über die SSD hinweg sorgt, können die Temperaturen schließlich im Zaum gehalten werden. Maximal 73 °C bedeuten, dass keine Drosselung einsetzt. Die Schreibrate bewegt sich somit fast durchweg oberhalb von 1.200 MB/s. Die schon zuvor verzeichneten kurzen Leistungseinbrüche nach gut einer Minute Last, traten erneut auf – die Temperatur ist nicht die Ursache dafür.

Der Aufkleber macht nicht allein Unterschied

Der Vergleich mit den unter gleichen Bedingungen erstellten Temperaturdiagrammen der Patriot Hellfire beweist: Der Aufkleber der Corsair Force MP500 macht einen Unterschied. Dies ist aber nicht der einzige Grund für die niedrigeren Temperaturen, denn die Hellfire geht mit anfangs 1.400 MB/s ein Stück zügiger zu Werke, was letztlich das Aufheizen zusätzlich beschleunigt. Der unerklärliche Leistungseinbruch der Hellfire trotz aktiver Kühlung bleibt bei Corsair ganz aus.

Temperatur: Patriot Hellfire 480 GB Seq. Write ohne Lüfter
Temperatur: Patriot Hellfire 480 GB Seq. Write ohne Lüfter
Temperatur: Patriot Hellfire 480 GB Seq. Write mit Lüfter
Temperatur: Patriot Hellfire 480 GB Seq. Write mit Lüfter

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