Intel Kaby Lake im Test: Elf Core i7, i5, i3, Pentium und Celeron im Vergleich 2/5

Volker Rißka 221 Kommentare

Benchmarks

Wie ComputerBase Prozessoren testet und welche Software dafür zum Einsatz kommt, kann in einem separaten Artikel nachgelesen werden.

Auf einen expliziten Test der integrierten Grafikeinheit wird nachfolgend verzichtet, da es dort keine Änderungen zu den bisherigen Ergebnissen gibt. Je nach Spiel und Anforderung ist selbst die integrierte Intel-Grafik für Full HD mit hohen Details nutzbar. Spätestens aber bei der Verringerung der Details und dem Verzicht auf qualitätssteigernde Mittel kann Anfang 2017 auch mit der Intel-Grafiklösung gespielt werden.

Intel Kaby Lake im Test: Core i7, i5, i3, Pentium und Celeron im Vergleich
Intel Kaby Lake im Test: Core i7, i5, i3, Pentium und Celeron im Vergleich

Der Dank geht an den Systemintegrator MIFCOM, der die komplette Mainstream-Produktpalette an Core i5 und Core i7 leihweise für den Test zur Verfügung gestellt hat.

Gesamtergebnis

Hinweis: Alle Seiten enthalten durchklickbare Diagramme für die Einzeltests. Zudem gibt es eine Aktualisierung und Überarbeitung der Ratings: Über den Bearbeiten-Schalter kann das Rating den eigenen Favoriten nach selbst gewichtet werden.

Da über die Leistung der K- und T-Modelle bereits ausführlich berichtet wurde, gilt der Blick in dieser Klasse den erstmals getesteten, nicht übertaktbaren Core-Modellen. Dabei zeigt sich insbesondere bei den Core i5 und Core i7, was der erhöhte (Turbo-)Takt für positive Folgen hat: Der Core i5-7400 ist jetzt so schnell wie ein Core i5-6500 aus der letzten Generation, der Core i5-7500 schließt gar zum Core i5-6600K auf. Und der normale Core i7-7700 ist – mit Werkstakt – schneller als ein Core i7-6700K.

Vier echte Kerne sind deutlich schneller als vier logische

Abermals deutlich wird dabei auch: Vier „echte“ Kerne sind über ein breites Feld an Anwendungen und Spielen immer zwei Kernen mit Hyper-Threading vorzuziehen. Selbst mit 1 GHz mehr Takt kann der Core i3-7350K mit zwei Kernen und Hyper-Threading dem kleinsten neuen Quad-Core-Prozessor im Gesamt-Rating nicht das Wasser reichen.

Der Pentium kannibalisiert Core i3 und Celeron

Im Einstiegsbereich kann sich der kleinste Core i3 zwar noch minimal vor dem Pentium G4560 behaupten, in Anbetracht des doppelt so hohen Preises ist das aber ein teuer erzielter Sieg. Erneut zeigt sich, wie sehr der neue Pentium mit Hyper-Threading den Core i3 das Leben schwer macht, von kleinsten Modellen ist – außer es wird AVX (2.0) benötigt – ganz klar abzuraten. Und das gilt auch in die andere Richtung: Prozessoren der Serie Celeron sollte mit Kaby Lake ebenfalls nur noch der kaufen, der den kleinen Preisvorteil heute einem deutlichen Leistungsplus (für morgen) vorzieht. Der Sprung zum Pentium kostet lediglich 15 Euro, bringt aber mindestens ein Drittel mehr Leistung – so günstig gibt es den sonst nie.

Anwendungen (Windows)

In Anwendungen spielen je nach Einsatzgebiet mal ein hoher Takt und mal viele Threads eine Rolle. Hier punkten die Core i7 mit ihren acht Threads. Wenn zusätzlich ein hoher Takt wie bei den 7700K-Modellen anliegt, ist das doppelt gut. Der T-Modell mit 35, statt 91 Watt TDP und deshalb deutlich weniger Takt fällt dementsprechend bereits leicht zurück.

Im Mittelfeld bestätigen die Core i5 das bereits zuvor gezeigt Bild: Die neuen Modelle sind genauso schnell wie eine in der Hierarchie des Vorgängers darüber angesiedelte CPU: Und so steht auch hier der Core i5-7400 vor dem Core i5-6500 und der Core i5-7500 vor dem Core i5-6600.

Der Pentium G4560 untermauert seine Ausnahmestellung im Einsteigersegment. Die gerade 15 Euro günstigeren Celeron werden obsolet, die kleinen Core i3 kosten mindestens das Doppelte, aber leisten kaum 15 Prozent mehr.

Anwendungen (Linux)

Unter Linux rutschen die Modelle etwas zusammen, weil die Multi-Core-Anwendungen im Test nicht so zahlreich vertreten sind. Die Aussage bleibt dieselbe: Um den Celeron sollte man ein Bogen machen, der Pentium macht den Core i3 Konkurrenz. Ab einem Core i5, also einem Prozessor mit vier echten Kernen, ist der Anwender auf der sicheren Seite.

Spiele (Full HD)

In Spielen ist die Grafikkarte im Schnitt wichtiger als die CPU. Das heißt jedoch nicht, dass jede CPU heutzutage auch ausreichend ist. Vielmehr hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass ohne größere Probleme deutlich mehr Spielspaß erst ab vier Kernen garantiert ist, am besten noch gepaart mit einem hohen Takt. Eben diese Mischung ist es, die alle Core i7 aus der Familie Kaby Lake ganz noch oben bringt. Sogar die Zehn-Kern-CPU Core i7-6950X wird hier geschlagen.

Vier Threads aus zwei Kernen sind ein Muss, der Celeron hat deshalb überhaupt keine Chance mehr. Doch selbst ein Core i3 kann in problematisches Fahrwasser kommen, wenn ein moderner Titel nach CPU-Leistung verlangt. In einem separaten Artikel wird sich ComputerBase diesem Aspekt bereits in Kürze widmen.

Spiele (720p)

Wird die Auflösung reduziert und die Grafikkarte damit ein wenig entlastet, werden die Unterschiede zwischen den CPUs etwas größer. An den Positionen im Ranking ändert sich unterm Strich aber nichts. Was bei hohen Auflösungen zählt, ist auch bei niedrigeren wichtig: vier Kerne und ein hoher Takt sollten es sein. Jede Reduktion in einem der Bereiche führt zu einer Verringerung der Leistung. Folglich ist der Celeron mit nur zwei Kernen und geringem Takt das Schlusslicht, über Pentium, Core i3, Core i5 bis hin zum Core i7 folgt die Leistung der Hierarchie im Portfolio.

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