Im Test vor 15 Jahren: Intels Core i3-2100T sparte Strom und Leistung
Der Intel Core i3-2100T (Test) war Intels kleinster Sandy-Bridge-Prozessor in der auf minimale Leistungsaufnahme optimierten T-Version – die TDP lag bei nur 35 Watt –, die Intel zusätzlich zu den stromsparenden S-Versionen einführte.
Energie sparen um jeden Preis
Der Core i3-2100T setzte wie das Standardmodell ohne T-Suffix auf zwei physische Kerne und vier logische. Gegenüber dem herkömmlichen Modell senkte Intel die maximale Taktrate von 3,1 GHz auf 2,5 GHz für die CPU selbst und von 850 MHz auf 650 MHz für die iGPU herab. Notwendig war dies aufgrund der strikt spezifizierten Anforderungen an die maximale Stromstärke von 25 Ampere bei 35-Watt-CPUs gegenüber erlaubten 55 Ampere bei 65-Watt-Modellen.
| Modell | Kerne / Threads |
Takt / Turbo SC Turbo DC |
L3- Cache |
Grafik | Grafiktakt / mit Turbo |
TDP | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Core i5-2390T | 2 / 4 | 2,7 GHz 3,5 GHz 3,1 GHz |
3 MByte | HD 2000 | 650 MHz 1.100 MHz |
35 W | OEM only |
| Core i3-2120 | 2 / 4 | 3,3 GHz kein Turbo |
3 MByte | HD 2000 | 850 MHz 1.100 MHz |
65 W | $138 |
| Core i3-2100 | 2 / 4 | 3,1 GHz kein Turbo |
3 MByte | HD 2000 | 850 MHz 1.100 MHz |
65 W | $117 |
| Core i3-2100T | 2 / 4 | 2,5 GHz kein Turbo |
3 MByte | HD 2000 | 650 MHz 1.100 MHz |
35 W | $127 |
| Turbo SC: Maximaltakt bei Belastung eines Kerns Turbo DC: Maximaltakt bei Belastung zweier Kerne |
|||||||
Ansonsten blieb der Prozessor unverändert und unterschied sich hauptsächlich durch strikteres Binning von dem Modell mit 65 Watt TDP: Jeder i3-2100(T), der über die strikten Leistungsaufnahmeanforderungen hinaustrat, der musste konsequenterweise ein i3-2100 werden. Der TDP entsprechend – die wie der Name „Thermal Design Power“ andeutete, die abzuführende Leistung spezifizierte – lieferte Intel den i3-2100T mit einem kleineren Boxed-Kühler und -Lüfter aus. Preislich lag der i3-2100T mit 100 Euro mehr oder weniger auf dem Niveau eines i3-2100 für 95 Euro.
Die Leistung litt
In Anwendungen büßte das T-Modell etwa 18 Prozent gegenüber dem herkömmlichen i3-2100 ein und in den theoretischen Tests knapp 10 Prozent. In Spielen in 640 × 480 Bildpunkten stieg der Leistungsnachteil auf 17 Prozent an – nahe an dem tatsächlichen Taktdefizit von 20 Prozent. In 1.680 × 1.050 Pixeln fiel der Malus mit 12 Prozent aufgrund des deutlicheren GPU-Limits etwas milder aus. Über alle Benchmarks hinweg landete der Core i3-2100T somit um 17 Prozent hinter dem etwas günstigeren Core i3-2100.
Mit den Werkseinstellungen ging der i3-2100T dabei nur wenig sparsamer zu Werke als das Standardmodell. Im Leerlauf verbrauchte das System exakt gleich viel Energie und unter Last betrug die Differenz neun Watt. Mit manuell gesenkten Spannungen ließen sich weitere sechs Watt einsparen, womit das System unter voller CPU-Last 23 Watt mehr verbrauchte als im Leerlauf. Bei einem i3-2100 (ohne T-Suffix) mit Werkseinstellungen lag dieser Wert bei 38 Watt. Die maximale Ersparnis von 15 Watt kostete den Kunden somit 5 Euro mehr und 17 Prozent CPU-Leistung. Dafür ermöglichte der i3-2100T eine passive Kühlung des Prozessors: Im Test hielt er über zwei Tage Prime95 ohne CPU- oder Gehäuselüfter bei einer maximalen Kerntemperatur von 68 °C durch.
Fazit
Effizient war der Intel Core i3-2100T, sprach aber zugleich einen limitierten Kundenkreis an. Für die meisten Anwender war der Aufpreis in Anbetracht der marginalen Energieersparnisse und Leistungseinbußen kein attraktives Angebot. Interessant wurde der i3-2100T dann, wenn die thermische Leistung wirklich die Grenzen des Systems bestimmte. Beispielsweise für den Einsatz in passiv gekühlten HTPCs.
In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:
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