Windows Vista: Abschied von einem bereits verstorbenen Betriebssystem

Jan-Frederik Timm 210 Kommentare
Windows Vista: Abschied von einem bereits verstorbenen Betriebssystem
Bild: Microsoft

Drei Jahre nach dem Aus von Windows XP ist mit dem heutigen 11. April auch Windows Vista am Ende seiner Lebenszeit angekommen. Doch im Gegensatz zum Vorgänger findet dessen Abschied im Stillen statt, denn von Relevanz ist Windows Vista schon lange nicht mehr.

Windows Vista ist schon lange tot

Auf ComputerBase griffen im März 2017 nur noch 0,22 Prozent der Leser mit Windows Vista auf die Webseite zu, den Zahlen von Netmarketshare.com zufolge liegt der globale Anteil bei 0,72 Prozent; Windows XP nutzen auch drei Jahre nach dem offiziellen Ende neun Mal so viele Anwender weltweit.

Verglichen mit dem Status, den Windows XP zum Laufzeitende im April 2014 noch aufwies, wird der Unterschied in der Relevanz für Anwender, Firmen und Microsoft noch deutlicher: Auf ComputerBase waren es damals noch knapp 5 Prozent Marktanteil, weltweit sogar um die dreißig. Und das obwohl Microsoft über ein Jahr lang für die Umstellung auf ein moderneres Betriebssystem getrommelt hatte. Schon davor hatte sich der Konzern dafür entschieden, Windows XP fast dreizehn anstatt der üblichen zehn Jahre Support zu bieten.

Windows Vista, veröffentlicht am 30. Januar 2007, geht wiederum nach den üblichen gut 10 Jahren im Dienst in Rente. Das bedeutet, dass es ab heute keine Updates oder Patches mehr geben wird. Offene Sicherheitslücken bleiben offen. Bei Windows XP hat Microsoft von dieser Regel nur ein Mal eine Ausnahme gemacht, als einen Monat nach dessen Abschied noch eine gravierende Lücke im Internet Explorer geschlossen wurde. Seitdem ist Windows XP angreifbarer denn je zuvor.

Ausnahmen gab es wiederum für Firmenkunden, denen Microsoft gegen Vorlage eines validen Migrationsplans auf ein neueres Betriebssystem gegen Geld auch weiterhin Sicherheitsupdates für Windows XP bot; diese Updates gelangen bis heute auch ins Netz und können manuell installiert werden. Ein vergleichbares Programm für Windows Vista ist bisher nicht bekannt und dürfte aufgrund der geringen Relevanz auch nicht angeboten werden.

Aero war vielen Anwendern ein Dorn im Auge

Unter Enthusiasten war insbesondere das bunte und mit den vielen Effekten der Aero-Oberfläche verspielte Aussehen von Windows Vista ohne zugleich wesentliche neue Funktionen gegenüber Windows XP zu bieten ein Grund, nicht auf Windows Vista umzusteigen. OEMs hatten hingegen mit den gestiegenen Hardwareanforderungen, die für Aero eine Grafikkarte mit DirectX-9-Unterstützung vorsahen, ein Problem. Zusammen mit dem hohen Ansehen von Windows XP verwehrte das Windows Vista den Erfolg anderer Betriebssysteme von Microsoft.

Die meisten Zugriffe erfolgten über Windows Vista im Jahr 2009 auf ComputerBase: 40 Prozent Marktanteil erreichte das Betriebssystem im Herbst dieses Jahres. Windows XP lag drei Jahre davor allerdings bei fast 90 Prozent, Windows 7 zu Spitzenzeiten drei Jahre danach bei fast 70 Prozent. Gegenüber Windows 8(.1) lief Windows Vista allerdings noch vergleichsweise gut.

Marktanteile auf ComputerBase
Betriebssystem Maximaler Marktanteil im Jahr
Windows XP 89,2 Prozent 2006
Windows Vista 40,0 Prozent 2009
Windows 7 68,6 Prozent 2012
Windows 8(.1) 22,7 Prozent 2015
Windows 10 offen

Auch der Support von Drittanbietern endet

Mit dem Ende des Supports für Windows Vista durch Microsoft werden auch Drittanbieter ihre Unterstützung einstellen. Ob Treiber oder Software, die Anzahl der Angebote wird in naher Zukunft abnehmen. Mit Blizzard hat erst im März ein prominenter Publisher angekündigt, Spiele bis Ende 2017 per Update von der Ausführung unter Windows XP und Vista abzuhalten. Auch Ubisoft hat für die Vertriebsplattform uPlay (Download) angekündigt, keine Updates mehr unter Vista bereitzustellen; Spiele sollen allerdings lauffähig bleiben. ComputerBase hat inzwischen Angebote für Vista aus dem Download-Archiv gestrichen. Der Support von Windows 7 endet erneut in drei Jahren im Jahr 2020.

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