Wooting One: Mechanisch-analoge Tastentechnik für Spieler

Max Doll 26 Kommentare
Wooting One: Mechanisch-analoge Tastentechnik für Spieler
Bild: Wooting

Das Startup Wooting hat mehr als nur eine weitere mechanische Tastatur im Tenkeyless-Design mit schwebenden Tastenkappen konzipiert. Die Neuerung der One versteckt sich in den Tastern, die Signale analog erfassen können – entscheidend ist nicht nur, ob eine Taste gedrückt wird, sondern auch wie tief.

Die neumodischen Taster lassen sich zudem wie bei der EpicGear Defiant (Test) einfach abziehen und gegen Modelle des gleichen Herstellers austauschen. Da sich so alle Schalter entfernen lassen, bietet Wooting im gleichen Zuge die Möglichkeit zum Austausch der „top plate“ an. Diese stabilisiert bei freistehenden Designs normalerweise die Taster und dient als Oberseite des Gehäuses.

Die weitere Ausstattung umfasst eine individuell konfigurierbare RGB-Beleuchtung, programmierbare Tasten, die per Software eingerichtet werden können, und Onboard-Speicher. Die Eingabeverzögerung soll darüber hinaus Werte unterhalb einer Millisekunde erreichen, das versprochene N-Key-Rollover ist bei einer auf Spieler zielenden Tastatur ohnehin obligatorisch.

Zusatzfunktionen legt Wooting auf die FN-Ebene des Funktionsblocks; Medien- und Lautstärkesteuerung sollen laut Hersteller mit der rechten Hand schnell erreichbar sein. Alternativ kann die FN-Belegung zudem auf die primäre Profilebene gelegt werden.

Analoge Taster

Das eigentliche Herz der Wooting One sind aber Taster, die Signale analog erfassen. Eingesetzt werden Schalter von Flaretech, die zwar über einen Kreuzstempel für MX-Tastenkappen verfügen, Signale aber nicht mit Kontaktplättchen generieren. Stattdessen wird ein Infrarot-Sensor genutzt, der es zugleich möglich macht, die Eindrücktiefe zu erfassen. Der Sensor sitzt dabei auf dem PCB, das Tastergehäuse übernimmt in den Worten von Wooting nur die Rolle eines mechanischen „Dummys“. Dieser braucht nicht verlötet werden und dient primär dazu, ein Feedback beim Schreiben zu vermitteln.

Wooting nutzt optische Taster
Wooting nutzt optische Taster (Bild: Wooting)

Verfügbar ist die Wooting One mit Tastern der Abstimmung Red und Blue. Beide Modelle verfügen über eine maximale Eindrücktiefe von vier Millimetern, Signale werden in einem Bereich zwischen 1,6 und 3,6 Millimetern generiert. Der Unterschied zwischen beiden Farbversionen liegt in der Abstimmung: Rote Taster besitzen keinen Druckpunkt, blaue, hörbar klickende Modelle hingegen schon.

Flaretech Red Flaretech Blue
Charakteristik: linear taktil („clicky“)
Hubweg: 4,0 mm
Position des Signalpunktes: 1,6 mm
Widerstand am Signalpunkt: 55 g
Lebensdauer (Anschläge): 100 Mio.

Die Möglichkeit zu analogen Eingaben erlaubt laut Hersteller präzisere Eingaben in Spielen. Über unterschiedlich starken Druck können unterschiedliche Bewegungsgeschwindigkeiten gewählt oder mehrere Funktionen auf eine Taste gelegt werden. Ähnliche Vorteile versprechen mit Analogsticks ausgestattete Mäuse sowie Roccats Force FX, die ebenfalls unterschiedlich starken Tastendruck in unterschiedliche Signale verwandeln kann.

Preis: Ab 160 Euro

Nach einer schon vor einem Jahr beendeten Kickstarter-Kampagne bietet Wooting die Tastatur nun nach dem Start der Massenproduktion über die eigene Homepage zum Kauf an. Fällig werden rund 160 Euro für die Tastatur sowie vier zusätzliche rote und blaue Taster und rund 200 Euro für die Tastatur mit einem vollständigen zweiten Satz Taster. Der Versand ist bei beiden Varianten inbegriffen.