40 Jahre x86: Intels Erinnerungen mit Meilensteinen und einer Spitze

Mahir Kulalic 73 Kommentare
40 Jahre x86: Intels Erinnerungen mit Meilensteinen und einer Spitze

Anlässlich des 40. Geburtstages der x86-Architektur hat Intel Meilensteine und Vorteile in einem Blog-Eintrag zusammengefasst. Interessanter erscheinen jedoch Stellungnahmen zu einer Emulation der Architektur durch Dritte, die laut Intel Gefahr laufe, Patente zu verletzen. Gemeint sein dürfte Microsoft mit Windows 10 auf ARM.

Vier Jahrzehnte nach dem Start des Intel 8086 in einem IBM-Computer verweist Intel insbesondere auf viele Investitionen, Moore's Law und Disziplin als Faktoren für die seit dem fortlaufende Weiterentwicklung und Innovation für die Architektur und CPUs. Als Beispiele für Meilensteine der technischen Möglichkeiten nennt der Chiphersteller die MMX-Technologie aus dem Jahr 1996, Streaming SIMD Extensions (SSE) sowie den Nachfolger SSE2 und die Integration von AES-Verschlüsselung.

Subtile Spitze gegen Microsoft

Während Intel in seiner Aufzählung die einzelnen Eckpfeiler nur kurz umreißt, wird dem Thema „Schutz der x86-ISA-Innovation“ ein großer Abschnitt gewidmet. Der Hersteller bezieht sich auf aktuelle Meldungen, dass Unternehmen derzeit an einer Emulation der x86-Architektur arbeiten - gemeint sein dürften Microsoft und Qualcomm mit Windows 10 auf ARM. Damit möchte Microsoft nicht nur ein vollständiges Windows 10 auf die mobilen Prozessoren von Qualcomm bringen, sondern dabei auch eine reibungslose Kompatibilität zu Win32-Programmen mit x86-Befehlssätzen gewährleisten. Dies war bisher nicht möglich, Microsofts letzter Versuch mit Windows RT für mobile Prozessoren scheiterte merklich.

1.600 Patente und einige Gerichtsverfahren

Seit 1996 habe Intel über 1.600 Patente zu Befehlssätzen und verwandten Themen angemeldet. Der Chiphersteller betont, seine Architektur durch rechtliche Schritte zu schützen und nennt als Beispiele Vorgänge gegen UMC, Cyrix aber auch AMD. Der letzte solche Fall betreffe einen Rechtsstreit mit Transmeta, dessen x86-Implementierung SIMD emuliert haben soll. Im Nachgang betont Intel den kommerziellen Misserfolg von Transmeta, der zu einem Ausstieg aus dem CPU-Geschäft führte. 2009 wurde Transmeta aufgelöst.

Erneute rechtliche Schritte bei Bedarf

Für die Zukunft der x86-Emulation heiße Intel rechtmäßige Konkurrenz willkommen, kündigt aber an, bei Verletzung des geistigen Eigentums erneut alle notwendigen rechtmäßigen Schritte bei Bedarf geltend zu machen. Intel erwartet, dass andere Unternehmen die Errungenschaften der Firma respektieren. Die offensiven Aussagen sowie der deutliche Hinweis auf den Misserfolg von Transmeta lassen sich durchaus als klares Zeichen in Richtung Microsoft und Qualcomm deuten. Auf der anderen Seite sind Microsoft und Intel ebenfalls seit Jahrzehnten Partner und profitieren wirtschaftlich voneinander. Wie Microsoft die Emulation genau löst und ob Intel seine Patente verletzt sehen wird, bleibt abzuwarten.