Im Test vor 15 Jahren: Externe HDD mit 20 GB und 16 MB/s für 249 Euro

Michael Günsch 117 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Externe HDD mit 20 GB und 16 MB/s für 249 Euro

In Nostalgie zu schwelgen macht nicht nur der Redaktion Spaß, wie das Feedback von Lesern auf so manches „antike“ Stück auf Facebook gezeigt hat. In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wagt die Redaktion ab sofort regelmäßig einen Blick in das Test-Archiv. Den Anfang macht eine externe HDD von Iomega mit 20 GByte.

2002: Eine externe Festplatte mit 20 GByte und USB 2.0

Im Juli 2002 hat ComputerBase in der Rubrik Storage die externe Festplatte Iomega HDD 20 GB getestet. Der Hinweis, dass es sich um eine HDD und keine SSD handelt, war seinerzeit noch überflüssig, spielten SSDs doch noch praktisch keine Rolle im PC-Alltag.

Während heute USB 3.1 mit Steckertyp C als Novum gilt, war zu dieser Zeit noch ein Thema, ob das Mainboard denn bereits USB 2.0 unterstützt, oder dafür eine Controller-Karte benötigt wird. Die 20 GByte über USB 1.1 zu befüllen war zwar ebenso möglich, mit etwa 1 MB/s dann aber nur für sehr geduldige Menschen erträglich. Unterstützt wurde die externe Festplatte unter anderem von Windows 98, aber auch vom damals noch jungen Windows XP, das im Oktober 2001 erschienen ist.

Die Technik kam noch von IBM

Das Testobjekt gehörte mit 20 GByte Speicherplatz seinerzeit zur Einstiegsklasse, große Schwestermodelle boten bereits bis zu 120 GByte. Kostenpunkt: 485 Euro. Heute bilden dagegen meist externe HDDs mit 500 GByte den Einstieg, während das Maximum mit einem Laufwerk auf 10.000 GByte (10 TByte) angewachsen ist. Im 2,5-Zoll-Format sind externe Festplatten aktuell mit bis zu 5 TByte verfügbar.

Größenvergleich mit Nokia 6210
Größenvergleich mit Nokia 6210

In dem Gehäuse der Iomega-HDD von 2002 steckte eine 2,5-Zoll-Festplatte der Reihe IBM Travelstar IC25N020 mit 4.200 U/min und einer einzelnen Magnetscheibe (Platter). Die interne Schnittstelle lautete noch ATA/100, der SATA-Standard wurde erst im Folgejahr eingeführt. Mit der Dockingstation war die Festplatte stolze 18,5 Zentimeter lang. Die Breite lag bei 9 Zentimetern, die Höhe bei 1,5 Zentimetern. Ein Nokia 6210, als seinerzeit beliebtes Handy, diente damals zum Größenvergleich.

Über 12 Euro pro Gigabyte

249 Euro veranschlagte der Hersteller als unverbindliche Preisempfehlung für den externen 20-GB-Massenspeicher. Damit lag der Preis pro Gigabyte bei stolzen 12,45 Euro. Heute liegen die Preise bei weniger als 5 Cent pro Gigabyte.

Zum Vergleich: Für 250 Euro ließe sich heute eine externe 5.000-GB-HDD und ein 256-GB-USB-Stick mit USB 3.0 als Zugabe erstehen.

Keine 20 MB/s über USB 2.0

Die Leistungsmessungen ergaben über USB 2.0 eine sequenzielle Leserate von durchschnittlich 16 MB/s, maximal wurden 19 MB/s erreicht. Die Schreibrate fiel mit 10 MB/s im Durchschnitt und 13 MB/s im Maximum geringer aus. Heute erreichen externe 2,5-Zoll-HDDs mit 5.400 U/min und weitaus höherer Datendichte pro Platter lesend wie schreibend Transferraten von über 100 MB/s über USB 3.0.

Das Erbe der IBM-HDDs liegt heute bei HGST und Toshiba

Im Jahr 2002 war IBM bereits dabei, die Festplatten-Sparte an Hitachi zu verkaufen. 2003 erfolgte die endgültige Übergabe und der Hersteller Hitachi Global Storage Technology entstand. Heute gehört das Erbe zum einen dem Hersteller HGST, der seit März 2012 zum globalen Storage-Leader Western Digital zählt. Zum anderen gingen Teile der 3,5-Zoll-Fertigung im gleichen Jahr an Toshiba.

Iomega-Produkte heute als LenovoEMC

Der 1980 gegründete Storage-Hersteller Iomega wurde im Sommer 2008 von EMC (heute Dell EMC) übernommen. Im Jahr 2013 folgte ein Joint-Venture mit Lenovo: Die Iomega-Produkte wurden fortan unter der Marke LenovoEMC geführt.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ blickt die Redaktion ab sofort regelmäßig am Wochenende auf ausgewählte Tests zurück, die vor 15 Jahren auf ComputerBase erschienen sind. Warum 15 Jahre? Vor 10 Jahren gab es bereits das iPhone, vor 20 Jahre allerdings noch zwei Jahre lang kein ComputerBase – 15 Jahre liegen genau in der Mitte. Neben dem Rückblick erfolgt in der Regel auch eine Einordnung der damals aktuellen Technik in den heutigen Kontext.