GTX 1080 Ti FTW3 Elite im Test: EVGA hat die erste GeForce mit 6.000 MHz schnellem GDDR5X 2/2

Jan-Frederik Timm et al. 106 Kommentare

Lautstärke und Temperatur

Im Leerlauf schaltet der ICX-Kühler auf der EVGA FTW3 Elite alle drei Lüfter ab. Die Konkurrenz nimmt sich in dieser Disziplin nichts. Unter Last platziert sich die Grafikkarte wiederum deutlich besser als die laute Zotac AMP! Extreme. Gemessene 39,5 Dezibel kommen zwar nicht an die Asus Strix OC mit ihrem 2,5-Zoll-Kühler heran, liegen mit unter 40 Dezibel aber auf einem guten Niveau für eine stark übertaktete Partnerkarte mit GP102.

Bei dem ersten Testsample erzeugt der links montierte Lüfter beim Drehzahlwechsel ein recht unangenehmes Geräusch, was sich in den Messreihen nicht zeigt, aber sofort hörbar ist. Die zwei anderen Lüfter weisen dieses Geräusch nicht auf. Ist die Drehzahl gleichbleibend, normalisiert sich die Geräuschscharakteristik. Eine zweite, mittlerweile zugeschickte Karte hat nicht mit dem Problem zu kämpfen. Es handelt sich entsprechend um ein einzeln auftretendes Problem. Falls die eigene Grafikkarte damit zu kämpfen hat, tauscht EVGA das Modell um, da es sich um einen Garantiefall handelt.

Alle drei Lüfter werden von separaten Sensoren angesteuert

Als Besonderheit lassen sich für die drei Lüfter eine jeweils separate Lüfterkurve erstellen, die sich nach den Temperatursensoren der GPU, des Speichers und der Stromversorgung richten. Auch die Automatik richtet die Lüfter nach den drei Temperaturangaben aus.

Lautstärke
Angaben in dB(A)
  • Windows-Desktop:
    • Asus GTX 1080 Ti Strix OC (Gaming)
      28,0
    • Gigabyte Aorus GTX 1080 Ti (Gaming)
      28,0
    • Zotac GTX 1080 Ti AMP! Extreme
      28,0
    • Palit GTX 1080 Ti GameRock Premium (OC)
      28,0
    • EVGA GTX 1080 Ti FTW3 Elite
      28,0
    • Nvidia GTX 1080 Ti Founders Edition
      29,0
  • Spiel (The Witcher 3):
    • Asus GTX 1080 Ti Strix OC (Gaming)
      37,0
    • Gigabyte Aorus GTX 1080 Ti (Gaming)
      38,0
    • Palit GTX 1080 Ti GameRock Premium (Silent)
      39,0
    • EVGA GTX 1080 Ti FTW3 Elite
      39,5
    • Zotac GTX 1080 Ti AMP! Extreme
      43,5
    • Nvidia GTX 1080 Ti Founders Edition
      44,5
    • Palit GTX 1080 Ti GameRock Premium (OC)
      45,5

Auch die Temperaturen bewegen sich dabei auf dem von anderen Modellen bekannten Niveau. Zur kritischen GPU-Temperatur von 84 °C, ab der der Takt gesenkt wird, bleiben gut 10 °C Abstand.

Temperatur
Angaben in °C
  • Windows-Desktop – GPU:
    • Palit GTX 1080 Ti GameRock Premium (OC)
      30
    • EVGA GTX 1080 Ti FTW3 Elite
      31
    • Nvidia GTX 1080 Ti Founders Edition
      34
    • Asus GTX 1080 Ti Strix OC (Gaming)
      34
    • Gigabyte Aorus GTX 1080 Ti (Gaming)
      35
    • Zotac GTX 1080 Ti AMP! Extreme
      38
  • Spiel (The Witcher 3) – GPU:
    • Asus GTX 1080 Ti Strix OC (Gaming)
      69
    • Palit GTX 1080 Ti GameRock Premium (Silent)
      71
    • EVGA GTX 1080 Ti FTW3 Elite
      72
    • Gigabyte Aorus GTX 1080 Ti (Gaming)
      74
    • Gigabyte Aorus GTX 1080 Ti (OC)
      74
    • Zotac GTX 1080 Ti AMP! Extreme
      74
    • Palit GTX 1080 Ti GameRock Premium (OC)
      78
    • Nvidia GTX 1080 Ti Founders Edition
      84
  • Spiel (The Witcher 3) – Kartenrückseite:
    • Nvidia GTX 1080 Ti Founders Edition
      60
    • Palit GTX 1080 Ti GameRock Premium (Silent)
      61
    • Palit GTX 1080 Ti GameRock Premium (OC)
      64
    • Asus GTX 1080 Ti Strix OC (Gaming)
      65
    • EVGA GTX 1080 Ti FTW3 Elite
      65
    • Gigabyte Aorus GTX 1080 Ti (Gaming)
      68
    • Gigabyte Aorus GTX 1080 Ti (OC)
      68
    • Zotac GTX 1080 Ti AMP! Extreme
      68

Leistungsaufnahme

Bei der Leistungsaufnahme ist kein spezifischer Vorteil der EVGA FTW3 Elite zu finden. Obwohl sie die GPU niedriger taktet als die etwa gleich schnelle Zotac AMP! Extreme, die für ihren vergleichsweise hohen Verbrauch bekannt ist, liegen beide Grafikkarten im Schnitt über vier Spiele auch in dieser Disziplin fast gleichauf. Möglicherweise benötigt der schnellere Speicher etwas mehr Energie. Im Leerlauf unter Windows belegt das Topmodell von EVGA sogar den letzten Platz – absolut ist die Abweichung aber klein.

Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
  • Windows-Desktop:
    • Nvidia GTX 1080 Ti Founders Edition
      10
    • Palit GTX 1080 Ti GameRock Premium (OC)
      11
    • Zotac GTX 1080 Ti AMP! Extreme
      12
    • Asus GTX 1080 Ti Strix OC (Gaming)
      13
    • Gigabyte Aorus GTX 1080 Ti (Gaming)
      13
    • Gigabyte Aorus GTX 1080 Ti (OC)
      13
    • EVGA GTX 1080 Ti FTW3 Elite
      14
  • Durchschnitt (Battlefield 1, Doom, Rise of the Tomb Raider, Witcher 3):
    • Nvidia GTX 1080 Ti Founders Edition
      212
    • Palit GTX 1080 Ti GameRock Premium (Silent)
      243
    • Gigabyte Aorus GTX 1080 Ti (Gaming)
      255
    • Gigabyte Aorus GTX 1080 Ti (OC)
      257
    • Asus GTX 1080 Ti Strix OC (Gaming)
      271
    • Zotac GTX 1080 Ti AMP! Extreme
      288
    • EVGA GTX 1080 Ti FTW3 Elite
      288
    • Palit GTX 1080 Ti GameRock Premium (OC)
      289

Übertaktungsvermögen

Annähernd 6.000 MHz Speichertakt sind auch mit den bekannten GDDR5X-Bausteinen oftmals möglich, bis es zu Abstürzen kommt oder durch die einsetzende Fehlerkorrektur die Leistung sogar wieder sinkt. Mit den 6.000-MHz-Modulen geht wiederum noch etwas mehr. 500 MHz sind es aber nicht.

Im Test konnten dem Speicher zusätzlich 302 MHz entlockt werden, bis die Leistung fiel. 6.500 MHz waren zwar ebenfalls noch ohne sichtbare Fehler lauffähig, aber brachten einen Rückschritt in den FPS. Wie von GP102 bekannt, zeigte sich die GPU wiederum zickig: Bei eingestellten zusätzlichen 22 MHz war Schluss. Zusammen mit dem auf maximal 117 Prozent ausgefahrenen Power-Target steigt die Leistung je nach Spiel damit um weitere bis zu 8 Prozent an.

Übertaktbarkeit
  • Battlefield 1:
    • EVGA GTX 1080 Ti FTW3 12 Gbps – Übertaktet (1.591/6.311)
      73,0
    • EVGA GTX 1080 Ti FTW3 12 Gbps – Standard (1.569/6.000)
      71,3
  • The Witcher 3:
    • EVGA GTX 1080 Ti FTW3 12 Gbps – Übertaktet (1.591/6.311)
      57,1
    • EVGA GTX 1080 Ti FTW3 12 Gbps – Standard (1.569/6.000)
      52,9

Fazit

Neue Treiber, diverse Windows-Updates und jüngste Spiele-Patches haben für diesen Test neue Benchmarks notwendig gemacht, was die Vergleichbarkeit mit bisher getesteten Partnerkarten der GeForce GTX 1080 Ti erschwert. Der Quervergleich mit Ergebnissen der Varianten Zotac GeForce GTX 1080 Ti AMP! (Test), Asus GTX 1080 Ti Strix OC (Test), Aorus GeForce GTX 1080 Ti (Test) und Corsair Hydro GFX GeForce GTX 1080 Ti lässt aber eine Einordnung zu.

Demzufolge ist die EVGA GeForce GTX 1080 Ti FTW3 Elite dank des ab Werk schnellsten Speichers abseits der Kingping- oder Lightning-Varianten aktuell die schnellste Partnerkarte mit GP102-GPU am Markt. Andere Varianten ermöglichen zwar noch höhere GPU-Taktraten unter Last, dieses Modell erzielt den Vorteil aber über den Speicher-Takt. Auf die Leistungsaufnahme hat das in Summe allerdings keinen positiven Einfluss, sie liegt mit den hohen fast 300 Watt der Zotac AMP! Extreme auf einem Niveau. Das Modell von EVGA ist aber signifikant leiser, obwohl das Kühlsystem nur zwei Slots breit ist.

Mit einem Preis von 900 Euro beim derzeit einzigen Anbieter Caseking* liegt die Grafikkarte allerdings auch in diesem Punkt am oberen Ende der Skala. Die quasi gleich schnelle Zotac AMP! Extreme kostet jedoch noch ein paar Euro mehr.

Kein Meilenstein, aber bisher einzigartig

Einen neuen Meilenstein in Sachen Leistung stellt die EVGA GeForce GTX 1080 Ti FTW3 Elite mit dem neuen Speicher am Ende nicht auf. Sie setzt die von den schnellsten Partnerkarten bekannte Leistung über einen bisher einzigartigen Ansatz um. Und wer den Speicher außerhalb der Spezifikationen betreibt, stößt in Taktregionen vor, die mit GDDR5X bisher nicht möglich waren.

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