GeForce GTX 1070 Ti im Test: Leise Custom Designs von Asus und Inno3D im Vergleich 3/7

Wolfgang Andermahr 143 Kommentare

Testergebnisse

Für den Artikel hat ComputerBase das Testsystem bzw. den Testparcours gegenüber den zuletzt bekannten Tests geändert. Hintergrund sind die geringen Leistungsunterschiede zwischen den für diesen Artikel relevanten Grafikkarten, die nicht durch unterschiedliche Treiber-, Windows- oder Spiele-Versionen verfälscht werden sollten. Alle Testergebnisse wurden deshalb neu erhoben.

Im Grafikkarten-Testsystem kam weiterhin der Core i7-6850K, übertaktet auf 4,3 GHz, zum Einsatz. Allerdings wurden die Benchmarks mit einem frischen Windows 10 Fall Creators Update durchgeführt. Die Spieleauswahl sowie die Einstellungen blieben unverändert, aber alle Updates waren installiert. Als Auflösung wurde durchweg 2.560 × 1.440 genutzt, da das die relevanteste Auflösung für die GeForce GTX 1070 Ti ist. Als Treiber waren der Crimson 17.10.3 beziehungsweise der GeForce 388.09 (erster Treiber der GTX 1070 Ti) installiert

Die neue GeForce GTX 1070 Ti Founders Edition
Die neue GeForce GTX 1070 Ti Founders Edition (Bild: Nvidia)

Die Taktraten unter Last

Die potenten 2,5-Slot-Kühler der getesteten Custom Designs sorgen dafür, dass das Temperature Target von 83 °C in keinem Spiel auch nach 30 Minuten eine Hürde darstellt, stattdessen deckelt – wenn überhaupt – das Power Target den Takt. Es lässt sich bei beiden manuell auf 120 Prozent anheben. Der Ausgangspunkt bei allen Custom Designs liegt bei 180 Watt (100 Prozent)

Die Asus GeForce GTX 1070 Ti Strix und die Inno3D GeForce GTX 1070 Ti iChill X3 takten wenig verwunderlich dann auch beinahe identisch. Der maximal in Spielen auf Dauer haltbare Takt liegt bei 1.860 MHz. Und in vielen Spielen wird dieser von beiden Modellen auch gehalten. Andere gut gekühlte Custom Designs werden sich ebenfalls so verhalten.

Die tatsächlichen Taktraten im Fractal Design Define R5
Spiel (3.840 × 2.160) Asus GTX 1070 Ti Strix Inno3D GTX 1070 Ti iChill X3
Anno 2205 1.835 MHz [PT] 1.810-1.823 MHz[PT]
Ashes of the Singularity 1.835-1.860 MHz [PT] 1.797-1.860 MHz[PT]
Battlefield 1 1.860 MHz 1.860 MHz]
COD: Infinite Warfare 1.860 MHz 1.860 MHz
Deus Ex: Mankind Divided 1.860 MHz 1.860 MHz
Dishonored 2 1.860 MHz 1.860 MHz
Doom 1.823-1.860 MHz [PT] 1.797-1.848 MHz[PT]
F1 2016 1.860 MHz 1.860 MHz
For Honor 1.860 MHz 1.860 MHz
Gears of War 4 1.835-1.860 MHz [PT] 1.826-1.860 MHz[PT]
Ghost Recon Wildlands 1.860 MHz 1.860 MHz
Mafia 3 1.848-1.860 MHz [PT] 1.835-1.860 MHz[PT]
Mass Effect Andromeda 1.835-1.848 MHz [PT] 1.810-1.835 MHz[PT]
Mirror's Edge Catalyst 1.860 MHz 1.860 MHz
Rise of the Tomb Raider 1.860 MHz 1.860 MHz
Shadow Warrior 2 1.835-1.860 MHz [PT] 1.810-1.848 MHz[PT]
The Witcher 3 1.823-1.835 MHz [PT] 1.810-1.835 MHz[PT]
Titanfall 2 1.860 MHz 1.860 MHz
Watch Dogs 2 1.860 MHz 1.860 MHz
[P] = Power Target limitiert, [T] = Temperature Target limitiert

Manche Spiele schlagen stattdessen am Power Limit von 180 Watt an und takten leicht herunter. Der Abschlag ist jedoch nur minimal. Die geringste Frequenz lässt sich in Doom auf der Inno3D GeForce GTX 1070 iChill X3 messen. Die GPU taktet dann zwischen 1.797 MHz und 1.848 MHz. Die Asus GeForce GTX 1070 Ti Strix im Vergleich mit 1.823 MHz bis 1.860 MHz leicht höher.

Generell zeigt sich, dass in Spielen, in denen die Grafikkarten durch die Leistungsaufnahme ausgebremst werden, die GeForce GTX 1070 Ti Strix minimal höher taktet. Nichtsdestoweniger lässt sich festhalten, dass immer beide Grafikkarten an das Limit beim Verbrauch stoßen, oder beide nicht.

Benchmarks in 2.560 × 1.440

Von Nvidia entsprechend vorbereitet, landen beide GeForce GTX 1070 Ti dann auch genau da, wo sie landen sollten: zwischen GeForce GTX 1070 Founders Edition (Test) und GeForce GTX 1080 Founders Edition (Test). Konkret ist die neue Grafikkarte im Durchschnitt 16 Prozent schneller als eine herkömmliche GeForce GTX 1070 und acht Prozent zügiger als die Radeon RX Vega 56. An die GTX 1080 kommt die Grafikkarte dagegen nicht heran, sie ist weitere fünf Prozent schneller. Bei den Frametimes sind die Abstände geringer, die Reihenfolge bleibt aber gleich.

Gleich schnelle Custom Designs vor GTX 1070 OC

Wenig verwunderlich ist die Asus GeForce GTX 1070 Ti Strix am Ende genau so schnell wie die Inno3D GeForce GTX 1070 Ti iChill X3. Und auch im Vergleich zu von Haus aus übertakteten Partnerkarten der GeForce GTX 1070 geht Nvidias Zielsetzung über die vorgeschriebenen Taktraten auf: Die – mit guter Kühlung! – immer gleich schnelle GeForce GTX 1070 Ti ist minimal schneller als die schnellsten Versionen der GeForce GTX 1070 es war. Der Abstand zur im Testfeld vertretenden Asus GeForce GTX 1070 Strix liegt bei fünf Prozent.

Im Vergleich zur GeForce GTX 1080 „FE“ erstaunlich stark

Die GeForce GTX 1070 Ti von Asus und Inno3D kommen sehr nahe an die GeForce GTX 1080 Founders Edition heran. Deutlich näher sogar, als man es anhand der technischen Spezifikationen vermuten konnte. Das liegt daran, dass die GeForce GTX 1080 Founders Edition in Spielen niedriger taktet als die GeForce GTX 1070 Ti, weil sie ein Temperatur-Problem bekommt. Das dürfte potentiell auch bei der GeForce GTX 1070 Ti Founders Edition der Fall sein, ein Muster dieser Variante hat Nvidia der Redaktion aber nicht bereit gestellt.

In einigen Spielen ist die GeForce GTX 1070 Ti mit gutem Kühler sogar minimal schneller als die GeForce GTX 1080 FE. Das ist in Doom (bis zu drei Prozent) und in Gears of War 4 (bis zu drei Prozent) der Fall. In den Spielen taktet die GeForce GTX 1080 Founders Edition weiter herunter als gewöhnlich, während die GeForce GTX 1070 Ti den hohen Takt halten kann. Die Partnerkarten der GeForce GTX 1080 mit besserem Kühler reagieren hingegen anders und takten nicht so weit herunter.

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