Medion Akoya P56000 im Test: Der erste Aldi-PC mit AMD Ryzen steht Kopf 4/4

Jan-Frederik Timm 404 Kommentare

Fazit

Zum Preis von 599 Euro ist der Medion Akoya P56000 mit Ryzen 5 1600, Radeon RX 560, 8 GB RAM, SSD und HDD sowie drei Jahren Garantie beim Einkauf über Aldi Süd (ab 16. November) in der Tat ein sehr gutes Angebot, das seinesgleichen sucht.

Der „Aldi PC“ Medion Akoya P56000 mit AMD Ryzen im Test
Der „Aldi PC“ Medion Akoya P56000 mit AMD Ryzen im Test

Im Preisvergleich starten Komplettsystem-Angebote namhafter OEMs mit Ryzen 5 erst bei 749 Euro, dann allerdings mit dem Einstiegsmodell Ryzen 5 1400, der nur vier Kerne bietet und deutlich niedriger taktet. Auch bei der Grafikkarte vertrauen andere Anbieter in der Regel in den Basismodellen auf die Radeon RX 550 (Test) anstelle der Radeon RX 560 (Test). Der von der ComputerBase-Community empfohlene ideale Gaming-PC zum Selberbauen für 600 Euro setzt zwar auf eine deutlich stärkere Grafikkarte, bietet dafür allerdings eine langsamere CPU und keine SSD – für einen reinen Spiele-Rechner die bessere Wahl.

Überzeugende Kühlung und moderne Anschlüsse

Überzeugen können beim Akoya P56000 auch das kompakte und überwiegend aus Metall gefertigte Gehäuse mit seinen vielen Anschlüssen inklusive USB 3.1 Gen 2 (davon einmal USB Typ C), dem Slim-Line-DVD-Laufwerk und der leisen Kühlung, die in Spielen überhaupt nicht aus der Ruhe zu bringen ist. Die Festplatte könnte allerdings noch etwas besser entkoppelt sein. So ist das von ihr erzeugte Brummen quasi das einzige Geräusch, das Anwender außerhalb von extrem prozessorlastigen Programmen vernehmen. Staubfilter gibt es keine.

Ein zweischneidiges Schwert ist der Einsatz nur eines RAM-Moduls: Ja, wer aufrüsten will, der muss keinen verbauten Riegel entsorgen. Dafür kostet das Single-Channel-Interface gegenüber Dual-Channel mit zwei Mal vier Gigabyte Leistung – und das nicht nur in der Theorie.

4 GB Grafikspeicher wären besser, 2 GB reichen für Full HD aber auch (noch)

Definitiv noch besser gewesen wäre das System mit der 4-GB-Variante der Radeon RX 560, die in einigen Titeln höhere Detailstufen zugelassen hätte, ohne dass der VRAM limitiert. Der Preispunkt wäre laut Medion dann allerdings nicht mehr zu halten gewesen. Der Hersteller erklärt: „Das System ist zum Endkundenpreis von 599 € extrem scharf kalkuliert. Eine 4GB RX560 hätte den kalkulativen Rahmen gesprengt. Uns waren andere Features wie SSD, 8GB RAM und 6fach Core Ryzen CPU in diesem Fall wichtiger. Des Weiteren bringen 4GB Grafikkartenspeicher gegenüber 2GB in dieser Grafikkartenklasse einen nicht so großen Vorteil.

Wer die Grafikkarte später einmal aufrüsten will, der kann das übrigens problemlos tun. Zu beachten gilt es allerdings, dass das Netzteil keinen PCIe-Stecker zur Verfügung stellt, auch die neue Grafikkarte muss sich also ausschließlich aus dem PCIe-Steckplatz bedienen können. Alternativ muss auch das Netzteil gegen ein stärkeres Modell mit mehr Anschlüssen getauscht werden.

In Summe empfehlenswert

Auch der Medion Akoya P56000 ist kein PC für Enthusiasten oder Anwender, die ihren PC eigentlich am liebsten selbst zusammenstellen. Für weniger versierte Nutzer ist das System zum Preis von 599 Euro allerdings eine Empfehlung wert.

Hinweis: Ursprünglich hatte es im Text geheißen, es gäbe neben dem Hot-Swap-Rahmen gar keine Möglichkeit zum Einbau eines weiteren Massenspeichers. Das war nicht korrekt. Für 2,5-Zoll-Laufwerke gibt es durchaus noch einen internen Einschub.

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