Fractal Design Define R6 im Test: In 6. Generation empfehlenswert

Carsten Lissack 187 Kommentare
Fractal Design Define R6 im Test: In 6. Generation empfehlenswert

tl;dr: Fractal Design legt den Klassiker der Define-Serie ein weiteres Mal neu auf. Auch das Define R6 bietet gegenüber dem Vorgänger sinnvolle Verbesserungen bei Aufbau, Materialwahl und Ausstattung, bleibt der Serie im Kern aber erneut absolut treu. Eine Kaufempfehlung fährt im Test auch diese Generation ein.

Einleitung

Seit neun Jahren gibt es das Fractal Design Define (Rx) in Deutschland und seit neun Jahren steht es in der Beliebtheit der Anwender ganz oben. Tests von ComputerBase haben in dieser Zeit wiederholt bestätigt: zurecht.

Fractal Design Define R6
Fractal Design Define R6

Heute, drei Jahre nach dem Define R5 (Test), stellen die Schweden die fünfte Revision des Klassikers vor. Abermals kaum angepasst wird die Optik, wenngleich das Loch in der Seitentür schwindet und die Front erstmals aus Metall gefertigt ist. Die wahren Neuerungen bietet allerdings der Innenraum.

Im Test schafft es die Summe aller Veränderungen, auch der 6. Generation trotz Preiserhöhung eine klare Kaufempfehlung zu verschaffen. Der nachfolgende Artikel liefert die Details.

Lieferumfang, Ausstattung und Vergleich

Zum Lieferumfang des Define R6 gehören das obligatorische Schraubenmaterial sowie sechs Kabelbinder. Ansonsten liegen der kleinen Pappschachtel im großen Karten keine weiteren Besonderheiten bei.

Die mehrsprachige Gebrauchsanweisung erklärt fast alle Montageschritte sehr genau anhand großer Schwarz-Weiß-Skizzen, viele Worte verliert sie dabei jedoch nicht.

Erstmals in der Geschichte der Define-Serie kommt das neue Define R6 mit drei statt wie sonst mit lediglich zwei 140-mm-Lüftern zum Kunden. Damit fällt einer der Hauptkritikpunkte aus der Vergangenheit endgültig weg und Käufer können sich ab sofort über einen Midi-Tower freuen, bei dem sie sich keine weiteren Gedanken über die Belüftung machen müssen. Dafür kostet das System aber auch etwas mehr.

Ansonsten unterscheidet sich das Fractal Design Define R6 zumindest auf dem Papier nur sehr geringfügig von der fünften Revision, wie der angefügten Tabelle zu entnehmen ist. Zwar wiegt der Midi-Tower mit 14,4 kg zu 11,2 kg deutlich mehr, fällt mit einem Volumen von 58,83 Liter im Verhältnis zu 56,91 Liter aber nur unwesentlich größer aus.

Merkmale der vorinstallierten Lüfter
Position Größe U/min Anschluss Anlaufspannung
Front 2 x 140 mm 1.000 3-Pin 3,0 Volt
Heck 140 mm 1.000 3-Pin 3,0 Volt

An der Ausstattung des Panels hat sich nichts geändert, die Anzahl der maximal möglichen Festplatten hat sich nur geringfügig von ursprünglich zehn auf acht reduziert.

Fractal Design Define R6 Fractal Design Define R5
Mainboard-Format: ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Chassis (L × B × H): 543 × 233 × 465 mm (58,83 Liter)
Schalldämmung, Fronttür
531 × 232 × 462 mm (56,91 Liter)
Schalldämmung, Fronttür
Variante
531 × 232 × 462 mm (56,91 Liter)
Schalldämmung, Seitenfenster, Fronttür
Material:
Kunststoff, Stahl
Variante
Kunststoff, Stahl, Glas
Kunststoff, Stahl
Nettogewicht: 14,40 kg 11,20 kg
I/O-Ports: 2 × USB 3.0, 2 × USB 2.0, HD-Audio, Lüftersteuerung
Einschübe: 1 × 5,25" (extern)
6 × 3,5"/2,5" (intern)
2 × 2,5" (intern)
vollmodulare Laufwerkskäfige
2 × 5,25" (extern)
8 × 3,5"/2,5" (intern)
2 × 2,5" (intern)
vollmodulare Laufwerkskäfige
Erweiterungsslots: 7
Lüfter: Front: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (optional) (2 × 140 mm inklusive)
Heck: 1 × 140/120 mm (optional) (1 × 140 mm inklusive)
Deckel: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Boden: 2 × 140/120 mm (optional)
Front: 2 × 140/120 mm (1 × 140 mm inklusive)
Heck: 1 × 140/120 mm (1 × 140 mm inklusive)
Deckel: 3 × 140/120 mm (optional)
Seitenteil links: 1 × 140/120 mm (optional)
Boden: 2 × 140/120 mm (optional)
Staubfilter: Deckel, Front, Netzteil, Boden Front, Netzteil, Boden
Kompatibilität: CPU-Kühler: 195 mm
GPU: 330 mm – 477 mm
Netzteil: Unbeschränkt
CPU-Kühler: 185 mm
GPU: 320 mm – 440 mm
Netzteil: 330 mm
Preis: 129,99 € / 149,99 € 104,95 € / 114,95 €

Ausstattung außen

Rein äußerlich hat sich im Vergleich zu den Vorgängermodellen erneut kaum etwas am neuen Define R6 verändert. Die Öffnung für einen optionalen seitlichen Lüfter, der im linken Seitenteil untergebracht wird und in der fünften Revision noch Verwendung fand, ist allerdings entfallen, und das Topcover ist nicht mehr dreigeteilt, sondern besteht aus lediglich einem Element. Diese Anpassungen verleihen dem Fractal Design Define R6 eine sehr hohe Eleganz, weil auf unnötige Öffnungen beziehungsweise Unterbrechungen in der Formgebung verzichtet wurde.

Links und rechts von der Frontverkleidung finden sich die bekannten Luftschlitze, durch die die beiden dahinter liegenden 140-mm-Lüfter ihre Frischluft beziehen. Durch jeweils eine Kerbe an einer der beiden Seiten kann die Fronttür leicht geöffnet werden.

Wenig Änderungen hat auch die Rückseite des Midi-Towers erfahren. Hier sorgt ein zur Höhenverstellung in Langlöchern verschraubter 140-mm-Heckventilator für den Ablufttransport und unten am Boden wird das Netzteil über ein Bracket eingebaut.

Mit optionaler Riser-Karte werden Grafikkarten ausgestellt

Neu sind die zwei vertikalen Erweiterungs-Slots, die sich rechts neben den sieben horizontalen Slots befinden. Mittels der optional zu erwerbenden Flex VRC-25-Riser-Karte, die Mitte des ersten Quartals 2018 für eine unverbindliche Preisempfehlung von 39,99 Euro verfügbar sein soll, soll hier eine Dual-Slot-Grafikkarte verbaut werden können, die bei der Echtglasvariante des Define R6 besser zur Geltung kommt, weil sie aufrecht steht. Ebenfalls neu ist der dicke runde Knopf oben links an der Rückseite. Er entriegelt das Topcover, welches sich daraufhin entnehmen lässt.

Fronttür aus Metall statt Kunststoff

Die Fronttür des Define R6 ist erstmals aus gebürstetem Aluminium statt zuvor aus Kunststoff gefertigt. Innen ist sie mit Bitumen zusätzlich gedämmt. Ihr Öffnungswinkel beträgt etwas mehr als 90 Grad und die Beschläge können gewechselt werden, sodass sich die Tür wahlweise nach links oder nach rechts öffnet.

Ein feiner Nylonstaubfilter hinter der Tür soll das Eindringen von Staub verhindern. Optional zu den beiden bereits vorinstallierten 140-mm-Lüftern können auch drei 120-mm-Exemplare verbaut werden. Über den Lüftern findet noch ein 5,25"-Laufwerk Platz. Um es einzubauen, muss die Blende abgenommen werden, anschließend lässt sich das Laufwerk mühelos einschieben.

Der Start- und der Reset-Knopf sowie weitere Anschlüsse sind im vorderen Bereich des Deckels integriert. Rechts neben dem großen, blau beleuchteten Startknopf befinden sich zwei USB-3.0- und dieselbe Anzahl an USB-2.0-Anschlüssen. Links davon hat der Hersteller einen deutlich kleineren Reset-Knopf und zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen eingelassen. Letztere dienen als Sound-Aus- beziehungsweise Mikrofoneingang.

USB Typ C und USB 3.1-Gen-2 nur nachrüstbar

Ende Januar des kommenden Jahres bietet Fractal Design ein optionales Aufrüstkit Connect D1 USB Kit mit USB Typ C und USB-3.1-Gen-2-Unterstützung an. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt in diesem Fall bei 29,99 Euro.

Wurde das Topcover entriegelt und entnommen, so wird ein weiteres langes modulares Bracket im Deckel sichtbar, an dem sich im Standardaufbau zwei 140-mm-Lüfter oder drei 120-mm-Exemplare anbringen lassen. Wer auf ein 5,25"-Laufwerk verzichtet und den Laufwerksschacht ausbaut, kann sogar drei Ventilatoren mit einer Rahmenbreite von 140 mm verbauen.

Zwei Topcover in einem

Ohne das Vorwissen aus der beiliegenden Gebrauchsanweisung ist nicht zu erkennen, dass sich im eigentlichen Topcover eine weitere Abdeckung befindet. Das zweite Topcover, welches bei der Integration von Topventilatoren zum Einsatz kommen sollte, kann leicht ausgeklemmt und wieder in den Deckel des Define R6 eingesetzt werden. Es verfügt wie auch der Filter an der Front über ein feines Nylonnetz.

In der Unterseite des Fractal Design Define R6 befindet sich ein durchgehender Nylonstaubfilter, der sowohl das Netzteil als auch zwei optionale 120- oder 140-mm-Ventilatoren daran hindert, Staub in das System zu befördern. Der Filter lässt sich von vorn einfach entnehmen.

Das Fractal Design Define R6 weist äußerlich keinerlei Mängel auf und ist hervorragend verarbeitet. Sämtliche Materialübergänge sind bündig, die Spaltmaße gleichmäßig.

Ausstattung innen

Im Innenraum gibt das Fractal Design Define R6 seine eigentlichen Neuerungen preis. Er ist jetzt erstmals mit einem doppelten Boden zum Verstecken von Netzteil und Kabeln und einem Sichtschutz für die dahinter liegenden Festplatten ausgestattet. Fünf mit Gummimanschetten verkleidete Kabeldurchführungen sollen für ein ordentliches Kabelmanagement im schwarz lackierten Innenraum sorgen.

Mitgedacht: Druckverschlüsse verhindern ein Abfallen der aufklappbaren Seitenteile

Natürlich sind die Seitenteile auch beim Define R6 mit Bitumen verkleidet und verhindern durch das erhöhte Gewicht eine störende Resonanzübertragung beispielsweise durch Festplatten. Um an den Innenraum zu gelangen, müssen die Seitenteile zunächst von zwei Rändelschrauben an der Rückseite befreit werden, anschließend lassen sie sich aufklappen. Sehr praktisch sind hierbei die Druckverschlüsse, die das Abfallen der Seitenteile nach dem Lösen der Rändelschrauben verhindern.

An der Rückseite sind einheitlich schwarz ummantelte Kabel sowie eine kleine Platine zu sehen. An ihr können bis zu neun Lüfter angeschlossen werden, die sich dann anschließend über lediglich einen Anschluss am Mainboard synchron und beliebig regulieren lassen.

Festplatten werden ausschließlich in den weißen Brackets von der Rückseite aus eingebaut. Während 3,5"-Festplatten auf den sechs großen Brackets entkoppelt aufgenommen werden, bleiben kleine 2,5"-Festplatten unentkoppelt. Da es sich hierbei heutzutage aber ausschließlich um SSDs handeln wird, ist das nicht weiter tragisch.

Die Brackets werden anschließend einfach in die Halterung eingehangen und mit einer Rändelschraube gesichert. Zwei kleinere Brackets für 2,5"-SSDs werden direkt an der Rückseite des Mainboardtrays befestigt.

Die überzeugende Verarbeitungsqualität setzt sich im Innenraum nahtlos fort. Es konnten keine scharfen Kanten ausfindig gemacht werden. Die Passgenauigkeit der Brackets ist sehr gut, ebenso wie ihre Handhabung.

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