Pascal, Polaris und Vega im Test: Mit neuen Benchmarks und Treibern in das Jahr 2018 4/4

Wolfgang Andermahr 562 Kommentare

Preise und Verfügbarkeit (von Radeon RX Vega)

Aktuelle Informationen zu den aktuell absurd hohen Preisen von Grafikkarten und deren extrem schlechter Verfügbarkeit liefert die News Mining: Preise für Grafikkarten steigen erneut extrem.

Aktuelle Kaufempfehlungen

Der nachfolgende Abschnitt basiert noch auf dem Stand der Preise von Ende 2017. Inzwischen sind die Preise für Grafikkarten allerdings abermals extrem gestiegen. Die nachfolgenden Aussagen werden dadurch nur noch verstärkt: Grafikkarten von AMD können Spielern aktuell gar nicht, Grafikkarten von Nvidia nur stark eingeschränkt empfohlen werden – die Preise sind einfach zu hoch.

Mit dem neuen Testsystem, den neuen Treibern und vor allem aber den neuen Spielen hat es leichte Verschiebungen in den Ranglisten gegeben. Am meisten – wenn auch ebenfalls nur einstellig – profitieren können die zwei Vega-Modelle von AMD. Die Radeon RX Vega 64 liegt jetzt im Durchschnitt in allen Auflösungen knapp vor der GeForce GTX 1080 und die Radeon RX Vega 56 setzt sich noch etwas besser von der GeForce GTX 1070 ab beziehungsweise rückt näher an die neue GeForce GTX 1070 Ti. In den mittleren und unteren Preisklassen hat sich dagegen kaum etwas geändert, ein leichter Vorteil für Polaris ist aber auch hier vorhanden. Zusammen mit der Preis- und Verfügbarkeitssituation lassen sich aktuelle Kaufempfehlungen ableiten.

Preisklasse: Bis 150 Euro

Wer ernsthaft auch aktuelle Titel spielen möchte, sollte Ende 2017 mindestens 150 Euro in die Hand nehmen. Weniger ist dagegen nur sinnvoll, wenn nur ältere Titel zum Einsatz kommen, oder man kein Problem damit hat, bereits in Full HD die Qualität deutlich herunter schrauben zu müssen. Für 150 Euro gibt es derzeit erste Modelle von Nvidias GeForce GTX 1050 Ti mit einem 4.096 MB großen Speicher. Die Palit GeForce GTX 1050 Ti StormX ist derzeit ab 149 Euro zu haben. Wer ein anderes Modell möchte, muss dagegen etwa zehn bis 20 Euro mehr bezahlen.

Wem auch 150 Euro zu viel sind, der sollte zu einer Radeon RX 560 greifen. Die MSI Radeon RX 560 Aero ITX mit vier Gigabyte gibt es ab 110 Euro. Dabei gilt aber zu bedenken, dass der Leistungsunterschied zur GeForce GTX 1050 Ti recht groß ist. Vier Gigabyte Speicher sollten es in jedem Fall sein, sonst zwingt allein diese Eigenschaft zum Herunterschalten von Details.

Preisklasse: Bis 300 Euro

Wer um die 200 Euro ausgeben möchte, hat derzeit Pech, denn eine Empfehlung in dieser Preisklasse gibt es nicht. Auch für maximal 250 Euro gibt es keine lohnenswerten Grafikkarten. Sinnvoll wird es erst wieder für maximal 300 Euro. Dafür gibt es eine GeForce GTX 1060 mit 6.144 MB Speicher, die in Full HD meistens maximale Details ermöglicht und mit der sich auch 2.560 × 1.440 mit reduzierten Details nutzen lässt.

Für 289 Euro gibt es die Gainward GeForce GTX 1060 Phoenix, die zwar nur mit den Referenzvorgaben von Nvidia taktet, dafür jedoch über ein gutes Kühlsystem verfügt. Für nochmals bessere Modelle von zum Beispiel Asus, Gigabyte oder MSI müssen rund 330 Euro bezahlt werden.

Grafikkarten von AMD und Nvidia im Benchmark-Test
Grafikkarten von AMD und Nvidia im Benchmark-Test

Preisklasse: Bis 450 Euro

Grafikkarte für 400 Euro gibt es aktuell genauso wenig wie Modelle für 200 Euro. Bis maximal 450 Euro wird es dagegen deutlich interessanter, denn dort tummeln sich erste Modelle der GeForce GTX 1070. Die kleine Zotac GeForce GTX 1070 Mini gibt es derzeit ab 440 Euro. Damit lassen sich Spiele in 2.560 × 1.440 oft bei vollen oder nur leicht reduzierten Details flüssig wiedergeben. Bessere Modelle lohnen sich dagegen kaum. Denn dann wildert man schnell in den Preisregionen der GeForce GTX 1070 Ti. Und wenn man zu dem Modell tendiert, sollte es dann doch gleich eine GeForce GTX 1080 sein – oder man spart bei der GeForce GTX 1070.

Die GeForce GTX 1080 gibt es grundsätzlich ab 515 Euro. Empfehlenswert ist die Palit GeForce GTX 1080 GameRock, die es ab 545 Euro gibt und die vor allem mit einem sehr leisen Betrieb überzeugt. Für bessere Modelle wie die Gigabyte GeForce GTX 1080 Aorus müssen rund 580 Euro bezahlt werden. Die GeForce GTX 1080 eignet sich sehr gut für 2.560 × 1.440 und auch 3.840 × 2.160 bei reduzierten Details sind mit der Grafikkarte spielbar.

Preisklasse: The Sky Is The Limit

Für wen Geld keine (oder nur eine kleine) Rolle spielt, der sollte bzw. muss zur GeForce GTX 1080 Ti greifen. Zwar gibt es eine noch schnellere Titan Xp oder gar die Titan V von Nvidia, für bis zu 3.100 Euro stehen Preis und Leistung für Spieler aber in keinem Verhältnis mehr. Für 742 Euro gibt es dagegen bereits die Palit GeForce GTX 1080 Ti JetStream, die einen sinnvollen Kompromiss aus Performance, Kühllösung und Kaufpreis darstellt.

Eines der besten Modelle, die Asus GeForce GTX 1080 Ti Strix OC, kostet mit 850 Euro noch einmal deutlich mehr. Dafür erhält der Käufer eine von Haus aus übertaktete Grafikkarte und damit mehr Performance. Und einen sehr guten Kühler, der selbst eine GeForce GTX 1080 Ti fast flüsterleise kühlt, ohne dass die Temperaturen ansteigen.

Nutzer höherer Auflösungen wie 2.560 × 1.440, vor allem aber 3.840 × 2.160 sollten den Kauf einer GeForce GTX 1080 Ti in Betracht ziehen. Wer dagegen nur in 1.920 × 1.080 spielt, benötigt die sehr hohe Rechenleistung extrem selten.

AMD hat aktuell ein Preisproblem

Grafikkarten von AMD zu empfehlen, fällt derzeit schwer. Das liegt weder an der Qualität der Hard- noch der zuletzt abermals deutlich aufgewerteten Software sondern am Preis. Die meisten Modelle sind derzeit entweder deutlich überteuert, oder gar nicht lieferbar. Bei der Radeon RX Vega ist gleich beides der Fall.

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