Anti Miner: Fragwürdiges Plugin aus Chrome Web Store entfernt

Michael Günsch 83 Kommentare
Anti Miner: Fragwürdiges Plugin aus Chrome Web Store entfernt
Bild: Julian Knauth

Ein Leser machte die Redaktion darauf aufmerksam, dass das Chrome-Plugin „Anti Miner“, das eigentlich das sogenannte Drive-by-Kryptomining unterbinden soll, selbst eine hohe CPU-Last erzeugt. Mit dem Verdacht, dass das Tool selbst im Hintergrund schürft, ist der Leser nicht allein.

Update 12.01.2018 12:42 Uhr

Inzwischen ist auch die Firefox-Version des Anti Miner nicht mehr bei den Mozilla-Add-ons zu finden. Die Ursache bleibt unklar. ComputerBase hat derweil die Version 1.1.5 des Chrome-Plugins in einer Sandbox-Umgebung geprüft und konnte keine Auffälligkeiten feststellen. Es ist aber möglich, dass noch eine jüngere Version im Umlauf war.

Weder die auf Github angegebene Website noch die E-Mail-Adresse der Entwickler ist erreichbar.

Anti Miner 1.15 zeigt kein auffälliges Verhalten
Anti Miner 1.15 zeigt kein auffälliges Verhalten
Update 06.01.2018 15:04 Uhr

Eine Prüfung des Quellcodes von Anti Miner für Chrome hat keine verdächtigen Codezeilen offenbart, die auf ein verdecktes Kryptomining hinweisen. Einige Nutzer berichten auch, dass sie keine ungewöhnlich hohe CPU-Last mit dem Plugin beobachten konnten.

Unklar bleibt, warum es bei anderen Anwendern zu hoher CPU-Last kommt und warum Anti Miner aus dem Chrome Web Store entfernt wurde.

Aus dem Web Store von Google ist Anti Miner bereits verschwunden. Sämtliche Download-Links führen ins Leere. ComputerBase hat den Link zu dem Browser-Plugin dennoch vorsorglich aus dem Ende November veröffentlichten Bericht zum Drive-by-Kryptomining entfernt.

Ein Screenshot von ComputerBase-Leser Julz2k belegt, dass das Chrome-Plugin Anti Miner eine sehr hohe CPU-Last erzeugt. Dies allein ist zwar noch kein Beleg dafür, dass das Tool im Hintergrund selbst Kryptowährungen schürft, doch ist das Verhalten eindeutig auffällig. Ein reddit-Nutzer hat die gleiche Beobachtung gemacht und vermutet, dass das Tool genau das Gegenteil von seiner eigentlichen Aufgabe bewirkt.

Der Screenshot belegt, dass Anti Miner eine hohe CPU-Last erzeugt
Der Screenshot belegt, dass Anti Miner eine hohe CPU-Last erzeugt (Bild: Julian Knauth)

Eine genaue Analyse des Plugins war noch nicht möglich. Dennoch rät die Redaktion aufgrund des fragwürdigen Verhaltens vorerst von der Nutzung ab. Dafür, dass das Tool aus dem Chrome Web Store genommen wurde, gibt es sicher einen guten Grund. Laut Chromebeat wird das Plugin von über 50.000 Anwendern genutzt.

Hinweise darauf, dass sich auch die Firefox-Version des Plugins verdächtig verhält, gibt es bisher keine. Bei Mozilla wird Anti Miner zur Stunde noch zum Download angeboten.

Die Redaktion bedankt sich an dieser Stelle bei ComputerBase-Leser „Julz2k“ für den Hinweis!