RobotCache: Steam-Alternative setzt auf Weiterverkauf und Mining

Max Doll 82 Kommentare
RobotCache: Steam-Alternative setzt auf Weiterverkauf und Mining

RobotCache will Steam Konkurrenz machen. Um sich zu etablieren, versucht die Plattform, Spieler mit der Möglichkeit zum Weiterverkauf von Spielen zu locken. Publisher sollen durch geringe Vertriebskosten Gefallen an dem Newcomer finden. Zentral für das Konzept ist auch eine neue Kryptowährung.

Hinter der Plattform stecken Branchenveteranen, darunter Brian Fargo, der das Entwicklerstudio inXile Entertainment gegründet hat und einer der Initiatoren der Crowdfunding-Alternative Fig ist.

Mehr Geld für Publisher und Entwickler

Zentral für den Ansatz von RobotCache sind Cryptomining-Konzepte. Zunächst sollen die laufenden Kosten radikal reduziert werden, indem der Verkauf von Spielen mittels Blockchain dezentralisiert wird, heißt es in der Pressemitteilung, allerdings ohne an dieser Stelle ins Detail zu gehen.

Betont wird vielmehr, dass durch diese Technologie der Plattform-Anteil am Verkaufspreis eines Spiels von 30 auf 5 Prozent gesenkt werden kann und Anbieter „bis zu 95 Prozent des Verkaufserlöses“ einstreichen. Das Blockchain-Verfahren soll außerdem sicherstellen, dass die Eigentumsrechte der Anbieter gewahrt, also Urheberrechtsverletzungen unterbunden werden.

Virtueller Gebrauchtmarkt

Außerdem will RobotCache Spielern die Möglichkeit zum Weiterverkauf ihrer Titel eröffnen. Publisher und Entwickler will die Plattform durch zwei Maßnahmen von dieser Option überzeugen: Sie werden die „Parameter der Wiederverkäufe“ bestimmen und können unter anderem Preise festlegen. Zusätzlich erhalten sie 70 Prozent(!) der Kaufsumme. Dem Besitzer des Spiels bleiben lediglich 25 Prozent, 5 Prozent gehen an RobotCache.

Der einzige Grund zum Verkauf eines virtuell erworbenen Spiels kann allerdings der Wunsch zur Veräußerung sein, d.h. das Vorhaben, einen Titel wieder zu Geld zu machen. Eine Zustandsverschlechterung durch vorherigen Gebrauch ergibt sich bei digitalen Gütern nicht. Wo sich Gebrauchtpreise zwischen Richtlinien der Anbieter und dieser einzigartigen Position der Güter einsortieren werden, bleibt abzuwarten, zumal effektiv nur ein Bruchteil des Marktwertes an den Besitzer der Nutzungslizenz geht.

Kryptowährung für vieles

Ausgezahlt wird Spielern jedoch kein Kaufbetrag in Euro, sondern in „Iron“. Bei Iron handelt es sich um eine neue Kryptowährung auf Basis des ERC20-Standards, mit der Spiele auf RobotCache gekauft werden können – sie wird die virtuelle Währung des Anbieters. Iron kann gekauft und per Opt-In-Verfahren über den Client „abgebaut“ werden. Die Währung wird darüber hinaus eingesetzt, um Spieler mit Hilfe eines Belohnungsprogramms zur Nutzung der Plattform zu motivieren. Dazu wird es individuelle Errungenschaften und „Community-Meilensteine“ geben, bei deren Erreichen alle Spieler belohnt werden.

Iron kommt allerdings noch eine zweite Bedeutung zu: Die Währung soll den Start der Plattform finanzieren. Dazu werden Unternehmen ab dem 17. Januar und Endkunden ab dem 15. Februar „Simple Agreements for Future Tokens“ angeboten, die sich nach einem „Token Generation Event“ beim Start der Plattform im zweiten Quartal des Jahres in Iron umgetauscht werden. Auf diese Weise will RobotCache mindestens 15 Millionen US-Dollar einnehmen, um exklusive Inhalte für die Plattform zu kaufen sowie Marketing, Buchhaltung, Verwaltung und weitere Unkosten zu zahlen.