Samsung SSD 860 im Test: Pro und Evo mit 4 TB am Schnittstellenlimit 2/3

Daniel Albers et al. 159 Kommentare

Benchmarks

ComputerBase hat über den Jahreswechsel damit begonnen, Testparcours und Testsystem für SSDs und HDDs zu aktualisieren. Ältere Messergebnisse sind damit nur noch eingeschränkt vergleichbar.

Meltdown, Spectre und 2 × 4 TB schrumpfen Testumfang

Die Veröffentlichung der Sicherheitslücken Meltdown und Spectre beziehungsweise die zum Teil deutlichen Auswirkungen der Gegenmaßnahmen auf die Leistung schneller Speichermedien haben die Arbeiten an einem umfassenden neuen Parcours Anfang 2018 aber jäh gestoppt. Schließlich wären viele der erhobenen Messwerte nach Installation finaler Patches in Zukunft hinfällig. Das Feld der in diesem Test vertretenen Konkurrenten fällt deshalb weniger umfangreich als gewohnt aus. Die 850er Serie lag ComputerBase leider nicht vor.

Die Tatsache, dass selbst HD-Tach auf SATA-SSDs mit 4 TB jeweils knapp fünf Stunden dauert, hat darüber hinaus dazu geführt, dass bisher nicht alle geplanten Tests mit allen Laufwerken erstellt werden konnten. Zukünftige Tests werden aber wieder einen umfassenderen Parcours enthalten.

Ein neues Testsystem mit RAM-Disk

Das Testsystem setzt auf einen nicht übertakteten Core i7-6700K mit vier Kernen und acht Threads, dem auf dem MSI Z270 Gaming Pro Carbon 32 Gigabyte DDR4-2133 (15-15-15-36-2T) zur Seite stehen. Nutzen kann Windows 10 (mit aktivem Patch gegen Meltdown, ohne Spectre-BIOS-Update) als Arbeitsspeicher davon aber nur acht Gigabyte, weil 24 Gigabyte als RAM-Disk konfiguriert sind. Das Laufwerk dient als Gegenspieler ohne Flaschenhals in den Kopiertests.

Vier der fünf Testkandidaten
Vier der fünf Testkandidaten

CrystalDiskMark

In den vier lesenden Testläufen des CrystalDiskMark liegen Samsung SSD 860 Evo und 860 Pro quasi gleich auf. Der Abstand des Duos zum aktuellen Konkurrenten Crucial MX500 (Test) ist ebenfalls zu vernachlässigen. Der Flaschenhals SATA lässt alle drei Laufwerke in den sequentiellen Tests hinter dem derzeit schnellsten NVMe-Laufwerk für den M.2-Steckplatz, der Samsung SSD 960 Pro (Test), operieren. Bei kleineren Dateien im wahlfreien Zugriff wird die Kluft aber kleiner.

Dass SATA-SSDs aber heute schneller als noch vor ein paar Jahren sind, zeigt der Vergleich mit der Intel SSD 510 (Test) aus dem Jahr 2011, die im sequentiellen Test noch nicht im Ansatz an die Geschwindigkeit der Schnittstelle heranreichte.

CrystalDiskMark 6.0.0 (Lesen)
  • Sequentiell (Q32T1):
    • Samsung SSD 960 Pro 512 GB
      3.590,1
    • Crucial MX500 1 TB
      562,9
    • Samsung SSD 860 Pro 4 TB
      562,7
    • Samsung SSD 860 Evo 4 TB
      562,5
    • Intel SSD 510 256 GB
      507,5
  • Wahlfrei (4KiB/Q8T8):
    • Samsung SSD 960 Pro 512 GB
      1.346,9
    • Samsung SSD 860 Pro 4 TB
      404,1
    • Samsung SSD 860 Evo 4 TB
      403,3
    • Crucial MX500 1 TB
      400,9
    • Intel SSD 510 256 GB
      81,2
  • Wahlfrei (4KiB/Q32T1):
    • Samsung SSD 960 Pro 512 GB
      594,1
    • Crucial MX500 1 TB
      400,6
    • Samsung SSD 860 Pro 4 TB
      397,4
    • Samsung SSD 860 Evo 4 TB
      395,7
    • Intel SSD 510 256 GB
      80,4
  • Wahlfrei (4KiB/1T1):
    • Samsung SSD 960 Pro 512 GB
      55,6
    • Samsung SSD 860 Pro 4 TB
      49,3
    • Samsung SSD 860 Evo 4 TB
      48,1
    • Crucial MX500 1 TB
      46,0
    • Intel SSD 510 256 GB
      18,9

Dieselben Tests schreibend durchlaufend bleibt das Bild fast gleich. Am Limit von SATA angelangt sind Unterschiede zwischen 860 Evo/Pro und MX500 beim sequentiellen Schreiben von 24 MB/s oder 5 Prozent aber immerhin eine Erwähnung wert. Auch bei wahlfreien Schreibvorgängen kleiner Dateien ohne Warteschlange können sich die Laufwerke von Samsung hier etwas von der MX500 absetzen.

CrystalDiskMark 6.0.0 (Schreiben)
  • Sequentiell (Q32T1):
    • Samsung SSD 960 Pro 512 GB
      2.142,1
    • Samsung SSD 860 Pro 4 TB
      528,7
    • Samsung SSD 860 Evo 4 TB
      528,3
    • Crucial MX500 1 TB
      504,4
    • Intel SSD 510 256 GB
      332,3
  • Wahlfrei (4KiB/Q8T8):
    • Samsung SSD 960 Pro 512 GB
      1.454,9
    • Crucial MX500 1 TB
      360,9
    • Samsung SSD 860 Pro 4 TB
      360,5
    • Samsung SSD 860 Evo 4 TB
      359,3
    • Intel SSD 510 256 GB
      50,3
  • Wahlfrei (4KiB/Q32T1):
    • Samsung SSD 960 Pro 512 GB
      499,8
    • Crucial MX500 1 TB
      360,5
    • Samsung SSD 860 Pro 4 TB
      359,8
    • Samsung SSD 860 Evo 4 TB
      358,8
    • Intel SSD 510 256 GB
      50,4
  • Wahlfrei (4KiB/1T1):
    • Samsung SSD 960 Pro 512 GB
      174,7
    • Samsung SSD 860 Evo 4 TB
      147,3
    • Samsung SSD 860 Pro 4 TB
      146,2
    • Crucial MX500 1 TB
      137,9
    • Intel SSD 510 256 GB
      49,7

Kopieren (Schreiben/Lesen)

Beim Lesen von Dateien in die RAM-Disk gibt es abermals keinen klaren Sieger im Vergleich Samsung SSD 860 Pro und 860 Evo und in deren Duell gegen die MX500. Das gilt sowohl für das Kopieren von zwei je 10 GB großen Dateien als auch das Kopieren des Steam-Ordners von Tomb Raider mit 21 GB, der auch viele kleinere Dateien beinhaltet. Grundsätzlich interessant ist der Vorsprung der Samsung SSD 960 Pro – doch nur wer die Daten von einer Quelle ohne Limitierung zuspielt, wird diesen Vorsprung auch im Alltag nutzen können.

Kopieren von Dateien (Lesen)
Angaben in Sekunden
  • 2 x 10 GB:
    • Samsung SSD 960 Pro 512 GB
      9,8
    • Crucial MX500 1 TB
      37,9
    • Samsung SSD 860 Evo 4 TB
      38,2
    • Samsung SSD 860 Pro 4 TB
      38,2
    • Intel SSD 510 256 GB
      52,0
  • Tomb Raider (Steam-Ordner, ca 20 GB):
    • Samsung SSD 960 Pro 512 GB
      12,5
    • Samsung SSD 860 Evo 4 TB
      44,9
    • Samsung SSD 860 Pro 4 TB
      45,0
    • Crucial MX500 1 TB
      45,0
    • Intel SSD 510 256 GB
      50,0

Werden die Daten aus der RAM-Disk auf die jeweiligen Laufwerke geschrieben, gibt es erstmals relevante Unterschiede zwischen den drei Hauptkonkurrenten. Die Samsung SSD 860 Pro liegt in beiden Fällen knapp vor der Evo, beide können sich leicht von der MX500 absetzen.

Kopieren von Dateien (Schreiben)
Angaben in Sekunden
  • 2 x 10 GB:
    • Samsung SSD 960 Pro 512 GB
      10,0
    • Samsung SSD 860 Pro 4 TB
      37,3
    • Samsung SSD 860 Evo 4 TB
      37,6
    • Crucial MX500 1 TB
      39,2
    • Intel SSD 510 256 GB
      56,0
  • Tomb Raider (Steam-Ordner, ca 20 GB):
    • Samsung SSD 960 Pro 512 GB
      12,7
    • Samsung SSD 860 Pro 4 TB
      42,8
    • Samsung SSD 860 Evo 4 TB
      43,7
    • Crucial MX500 1 TB
      45,2
    • Intel SSD 510 256 GB
      56,4

Entpacken und Installieren

Beim Entpacken einer ZIP-Datei spielt neben der Leistung des Laufwerks auch der Prozessor eine gewichtige Rolle. Als limitierender Faktor sorgt er für ein dichtes Zusammenrücken der Testprobanden, wenn der PCMark10 aus seinem 2,5 GB großen ZIP-Archiv entpackt wird. Sowohl das Archiv als auch der Zielordner befinden sich jeweils auf dem Testlaufwerk.

Die Ergebnisse der fünf Testprobanden in ein Diagramm zu bannen, wäre dabei irreführend. Denn teilweise schwanken die Ergebnisse von Lauf zu Lauf sehr. Am Ende benötigen alle fünf Modelle, unabhängig der Schnittstelle und des Alters, circa 23 Sekunden für diesen Job.

Auch bei der Installation schwankt die benötigte Zeit zu stark. Etwa zwei Minuten und zwanzig Sekunden benötigen sowohl Samsung SSD 960 Pro, 860 Pro, 860 Evo als auch Crucial MX500 und Intel SSD 510.

Für den finalen Parcours sind Testreihen geplant, die konsistentere Ergebnisse liefern können.

Neuzustand und Leistungsabfall

Zur Überprüfung der Leistungsbeständigkeit dient der Benchmark CrystalDiskMark. Mit diesem werden Transferraten und Zugriffszeiten der SSDs zunächst im leeren Auslieferungszustand sowie fast vollständiger Befüllung überprüft.

CrystalDiskMark – Samsung 860 Evo 4 TB
Neuzustand
(ohne Daten)
Hoher Füllstand
(10 GB frei)
∆ Neuzustand
Hoher Füllstand
Sequenzielles Lesen Q32T1 563 561 0 %
Sequenzielles Schreiben Q32T1 528 527 0 %
4K Q8T8 Lesen 403 404 0 %
4K Q8T8 Schreiben 359 361 +1 %
4K Q32T1 Lesen 396 402 +2 %
4K Q32T1 Schreiben 359 351 -2 %
4K Q1T1 Lesen 48 49 +2 %
4K Q1T1 Schreiben 147 145 –1 %
Werte in MB/s
CrystalDiskMark – Samsung 860 Pro 4 TB
Neuzustand
(ohne Daten)
Hoher Füllstand
(10 GB frei)
∆ Neuzustand
zu Hoher Füllstand
Sequenzielles Lesen Q32T1 563 563 0 %
Sequenzielles Schreiben Q32T1 529 500 -5 %
4K Q8T8 Lesen 403 404 0 %
4K Q8T8 Schreiben 361 361 +1 %
4K Q32T1 Lesen 397 399 +1 %
4K Q32T1 Schreiben 360 360 0 %
4K Q1T1 Lesen 49 50 +2 %
4K Q1T1 Schreiben 146 147 +1 %
Werte in MB/s

Im Zustand mit wenig freiem Speicher zeigt sich die 860-Serie genauso leistungsstark wie im Neuzustand und überzeugt durch nur geringe prozentuale Abweichungen vom Neuzustand. Die Abweichung von -5 % beim sequenziellen Schreiben bei der 860 Pro sind zwar ein wenig größer, fallen aber im Vergleich zu anderen SSDs nicht negativ auf.

Die Crucial MX500 mit 1 TB zeigt sich in den meisten Testsequenzen ebenso unbeeindruckt von einem bis auf 10 GB Restkapazität vollgeschriebenen NAND. Beim wahlfreien Lesen kleiner Dateien über einen Thread ohne Warteschlange brechen die Ergebnisse in CrystalDiskMark allerdings um ein Drittel ein.

CrystalDiskMark – Crucial MX500 1 TB
Neuzustand
(ohne Daten)
Hoher Füllstand
(10 GB frei)
∆ Neuzustand
zu Hoher Füllstand
Sequenzielles Lesen Q32T1 563 562 0 %
Sequenzielles Schreiben Q32T1 514 514 0 %
4K Q8T8 Lesen 401 398 -1 %
4K Q8T8 Schreiben 361 361 0 %
4K Q32T1 Lesen 401 394 -2%
4K Q32T1 Schreiben 361 360 0 %
4K Q1T1 Lesen 46 31 -33 %
4K Q1T1 Schreiben 138 136 -1 %
Werte in MB/s

Leistungsbeständigkeit

Consistency Test

Aufgrund des neuen Testsystems lassen sich die Ergebnisse nicht direkt mit denen der älteren SSD-Tests auf ComputerBase vergleichen. Dennoch zeichnet sich ab: Samsung 860 Evo und Pro liefern neue Bestmarken für SATA-SSDs im Consistency Test des PCMark 8. SSDs mit sehr viel Speicherplatz und entsprechend großem Reservespeicher (Spare Area) sind bei diesem Test klar im Vorteil. Die 860 Pro kann sich auch in dieser „Profi“-Disziplin nicht von der 860 Evo absetzen. NVMe-SSDs wie die 960 Pro haben der SATA-Oberklasse ohnehin längst den Rang abgelaufen und spielen gleich einige Klassen höher.

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