Apple: EU sieht Wettbewerb durch Shazam-Kauf bedroht

Frank Hüber 12 Kommentare
Apple: EU sieht Wettbewerb durch Shazam-Kauf bedroht
Bild: Shazam

Die Europäische Kommission prüft die Übernahme des Musikerkennungsdienstes Shazam durch Apple auf der Grundlage der EU-Fusionskontrollverordnung. Einem entsprechenden Antrag von Frankreich, Island, Italien, Norwegen, Österreich, Schweden und Spanien wurde somit stattgegeben.

Nach Auffassung der Europäischen Kommission könnte durch die Übernahme eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs im Europäischen Wirtschaftsraum drohen.

Österreich brachte den Stein ins Rollen

Da die geplante Übernahme von Shazam durch Apple unter den in der EU-Fusionskontrollverordnung festgelegten Umsatz-Schwellenwerten liegt, ab denen Unternehmenszusammenschlüsse aufgrund ihrer EU-weiten Bedeutung bei der Europäischen Kommission angemeldet werden müssen, blieb eine entsprechende Meldung durch Apple aus. Allerdings musste das Unternehmen die Übernahme zur aufsichtsrechtlichen Genehmigung in Österreich anmelden, da der dort geltende nationalen Schwellenwert überschritten wurde. Einen Rückschluss auf den Kaufpreis lässt diese Einordnung nicht zu, da sie sich rein auf Umsatzwerte bezieht, nicht aber auf den vereinbarten Kaufpreis.

Österreich stellte bei der Europäischen Kommission daraufhin einen Verweisungsantrag nach Artikel 22 Absatz 1 der EU-Fusionskontrollverordnung, nach dem ein Staat bei der Kommission um eine Prüfung bitten kann, der zwar keine EU-weite Bedeutung hat, aber den Handel innerhalb des Binnenmarkts beeinträchtigt und den Wettbewerb im Hoheitsgebiet des antragsstellenden Staates erheblich zu beeinträchtigen droht. Frankreich, Island, Italien, Norwegen, Schweden und Spanien haben sich diesem Antrag von Österreich daraufhin angeschlossen.

EU-Kommission sieht Wettbewerb bedroht

Nach einer ersten Sichtung der Angaben dieser Länder ist die Kommission vorbehaltlich des Ergebnisses einer umfassenden Prüfung der Auffassung, dass das Vorhaben erhebliche nachteilige Auswirkungen auf den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum haben könnte. Aus diesem Grund wird die Kommission Apple nunmehr auffordern, das Vorhaben zur Genehmigung anzumelden, um es anschließend zu prüfen.

Anfang Dezember 2017 hatte Apple den Kauf von Shazam bestätigt. Angaben zum Kaufpreis wurden bisher nicht bekannt, Medienberichten zufolge soll er jedoch bei 401 Millionen US-Dollar (rund 340 Millionen Euro) liegen.