BlackBerry Motion im Test: Marathon-Smartphone

Nicolas La Rocco 76 Kommentare
BlackBerry Motion im Test: Marathon-Smartphone

tl;dr: Mit dem Motion bietet BlackBerry jetzt auch ein Android-Smartphone ohne Hardware-Tastatur an. Aber nimmt der Hersteller sich damit nicht sein einziges Alleinstellungsmerkmal? Gewissermaßen schon, doch im Test stellte sich heraus, dass das BlackBerry Motion im Gegenzug mit anderen Vorzügen wie dem Akku punktet.

Robustes Gehäuse

Das Motion wird von BlackBerry Mobile als besonders ausdauernd, robust und leistungsstark beworben. Einen soliden Eindruck hinterlässt das Smartphone mit seinem das Gerät umschlingenden Metallrahmen allemal. Dass aber nicht nur Optik und Haptik in diese Richtung zielen, macht die IP67-Zertifizierung deutlich, die das Motion vor Spritzwasser und Staub schützt. Das KeyOne (Test) hatte diesen Schutz noch nicht.

Das Display wiederum soll eine „Nano-Diamond-Beschichtung“ schützen. Im Test wurde das Smartphone ohne Hülle verwendet und hat diesen frei von Kratzern überstanden. Ehrlicherweise muss an dieser Stelle aber gesagt werden, dass die meisten Smartphones ihre Tests in der Redaktion von ComputerBase ohne Blessuren überstehen – auch ohne spezielle Nano-Diamond-Beschichtung des Displays.

5,5 Zoll ohne Tastatur

Apropos Display: Anders als noch beim Priv (Test) lässt sich beim Motion nichts verschieben, um eine Tastatur zum Vorschein zu bringen. Das 5,5-Zoll-Panel mit Full-HD-Auflösung ist bis auf wenige Hardware-Tasten die einzige Option, um mit dem Motion zu interagieren. BlackBerry, was häufig als Synonym eines Smartphones mit Hardware-Tastatur verstanden wird, geht damit durchaus ein Risiko ein, weil sich das Unternehmen mit dieser Entscheidung einer deutlich größeren Konkurrenz entgegenstellt. Die BlackBerry-Tastatur ist immerhin das exklusive Merkmal, das sonst niemand am Markt bietet.

Das Motion-Display ist mit bis zu 475 cd/m² durchschnittlich hell und mit einem Weißpunkt von 8.400 Kelvin ziemlich kühl eingestellt, sodass Weiß einen leichten Blaustich vorweist. Der Kontrast des Panels liegt mit über 1.500:1 aber auf gutem Niveau. Außerdem wird die Darstellungsqualität durch Veränderungen am Blickwinkel nur geringfügig beeinträchtigt und die fettabweisende Schicht des Displays funktioniert gut. Mit einem Wisch über das T-Shirt lässt sich das Motion schnell reinigen.

Die Android-Systemtasten lagert BlackBerry aus und legt sie neben den Home-Button, der auch der Fingerabdrucksensor ist. Zum Entsperren muss dieser nicht gedrückt werden, sondern erst, wenn er als Home-Button genutzt werden soll.

Der Akku ist das Highlight

BlackBerry Mobile sagt, das Motion sei besonders ausdauernd. Dieser Aussage lässt sich im Test ohne Einschränkungen zustimmen. Das Motion ist mit einem 4.000-mAh-Akku ausgerüstet, was bereits zeigt, in welche Richtung es mit dem Gerät geht: nach oben. Kaum ein anderes Smartphone hat in den Messungen von ComputerBase so lange durchgehalten wie das Motion. Im PCMark waren es 13 Stunden und 32 Minuten, nur das LG X Power lief noch etwas länger. Wer viel YouTube mit seinem Smartphone schaut, kann sich in 720p-Auflösung bei mittlerer Helligkeit von 200 cd/m² auf über 15 Stunden Spielzeit einstellen. LGs X Power und das erste Moto Z Play von Lenovo schaffen noch mehr. Beachtlich sind die erzielten Werte aber allemal.

Im Alltag sind mit dem Motion stets volle zwei Tage Laufzeit möglich gewesen. Mehr als 32 Stunden bei gemischter Nutzung verspricht BlackBerry Mobile, was nicht übertrieben ist. Im Test wurde das Smartphone hauptsächlich für den geschäftlichen Einsatz mit Gmail, drei IMAP-Konten, Google-Kalender, WhatsApp, Facebook Messenger, gelegentlichen Telefonaten und Google Chrome verwendet. Spiele dürften einen größeren Einfluss auf den Akku haben, für die Nutzung abseits von Games sind zwei Tage Laufzeit aber eine sichere Hausnummer.

Qualcomm Quick Charge 3.0

BlackBerry Mobile liefert das Motion mit einem Ladegerät für Quick Charge 3.0 aus, das den Akku in etwa 40 Minuten zu 50 Prozent auflädt. Laut Aufdruck auf dem Netzteil geschieht der Ladevorgang mit maximal 15 Watt. Wer das Gerät vollständig laden möchte, muss allerdings mit mehr als einer Verdoppelung der Ladezeit auf 80 Minuten rechnen. Kabelloses Laden wird vom Motion nicht unterstützt.

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