Meltdown/Spectre: Mindestens 32 Klagen gegen Intel angestrebt

Volker Rißka 84 Kommentare
Meltdown/Spectre: Mindestens 32 Klagen gegen Intel angestrebt

Ein aktueller Report an die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) zeigt, dass Intel mindestens 32 Klagen aufgrund der Thematik Spectre und Meltdown erhalten hat. Weiterhin haben drei Aktionäre ebenfalls Bedenken geäußert und Klagen eingereicht und fordern Schadensersatz.

Intels ausführliches PDF-Dokument über den gesamten Konzern enthält auf Seite 124 die betreffenden Passagen. Demnach sind diverse Klagen von einer Vielzahl von Endnutzern eingereicht worden, gleichzeitig aber auch von Kunden, die während des Zeitraums, in dem das Problem rund um Spectre und Meltdown bereits bekannt, aber noch nicht publik war, Aktien erworben haben. Google hatte ab Juni 2017 Hersteller informiert, doch erst am 4. Januar 2018 gaben diese nach Druck durch die Öffentlichkeit und ersten Presseberichten wie auch auf ComputerBase bereits zwei Tage zuvor die Details bekannt.

As of February 15, 2018, 30 customer class action lawsuits and two securities class action lawsuits have been filed. The customer class action plaintiffs, who purport to represent various classes of end users of our products, generally claim to have been harmed by Intel's actions and/or omissions in connection with the security vulnerabilities and assert a variety of common law and statutory claims seeking monetary damages and equitable relief. The securities class action plaintiffs, who purport to represent classes of acquirers of Intel stock between July 27, 2017 and January 4, 2018, generally allege that Intel and certain officers violated securities laws by making statements about Intel's products and internal controls that were revealed to be false or misleading by the disclosure of the security vulnerabilities. Additional lawsuits and claims may be asserted on behalf of customers and shareholders seeking monetary damages or other related relief.

Parallel zu den Klagen von Kunden haben drei Haupt-Aktionäre Klagen gegen die Führungsetage von Intel eingereicht. Der Grund dabei ist ein ähnlicher, die Führungskräfte sollen ihren Aufgaben nicht nachgekommen sein, über die Sicherheitslücken zu informieren. Diese Klagen könnten aber auch in Zusammenhang mit den Fragen, die über den großen Aktienverkauf des Intel-CEOs aufkamen, in Zusammenhang stehen. Auch dort wird ein entsprechender Schadensersatz angestrebt.

In addition to these lawsuits, in January 2018, Joseph Tola, Joanne Bicknese, and Michael Kellogg each filed a shareholder derivative action in the Superior Court of the State of California in San Mateo County against certain members of our Board of Directors and certain officers. The complaints allege that the defendants breached their duties to Intel in connection with the disclosure of the security vulnerabilities and the failure to take action in relation to alleged insider trading. The complaints seek to recover damages from the defendants on behalf of Intel.

Neben Intel werden auch weitere Firmen verklagt, denn alle Prozessortypen sind von den Problemen betroffen – von x86 über ARM bis hin zu IBMs Lösungen und SPARC-Systemen. Intel steht als größter Anbieter jedoch im Rampenlicht und wird der Situation kaum Herr, mangelnde Kommunikation zu Beginn, fehlerhafte Patches und zurückgezogene BIOS-Updates lassen den Konzern in keinem guten Licht erscheinen. Deshalb soll sich Intel Expertenrat eines externen Krisenmanagers geholt haben, um den Schaden für den Konzern so gering wie möglich zu halten. Eine neue Security Group und eine deutliche Erhöhung der Prämie im Bug Bounty Program sind unter anderem die kurzfristige Folge. Im Conference Call zu den Quartalszahlen gab sich Intel letztlich selbstbewusst und erwartet quasi keine Auswirkungen von Meltdown und Spectre auf das Jahresgeschäft.