Kurzstreckenfunk: VW stattet neue Modelle serienmäßig mit WLANp aus

Frank Hüber 75 Kommentare
Kurzstreckenfunk: VW stattet neue Modelle serienmäßig mit WLANp aus
Bild: Vodafone

Volkswagen möchte bereits ab dem Jahr 2019 serienmäßig in neuen Modellen den Kurzstreckenfunk WLANp für die Vernetzung von Fahrzeugen untereinander und mit ihrer Umgebung einsetzen. So sollen die Verkehrssicherheit und der Verkehrsfluss durch ein weitgespanntes Funknetz deutlich erhöht werden.

Der WLANp-Standard soll dabei ab 2019 konzernweit eingeführt werden und alle Marken des Volkswagen-Konzerns betreffen, um durch eine schnelle Verbreitung und Vorreiterrolle einen Beitrag zur Reduzierung von Verkehrsunfällen zu leisten. WLANp als Standard für die Vehicle-to-X-Technologie (V2X) ist ein Kurzstreckenfunk, der nicht nur Autos untereinander vernetzen, sondern auch schwächere Verkehrsteilnehmer einbinden kann, um insbesondere diese zu schützen. Theoretisch ließen sich selbst Smartphones so anpassen, dass sie in das Netzwerk eingebunden werden können.

Herstellerübergreifende Vernetzung

Volkswagen hofft, durch die serienmäßige Einführung dieser Technologie bei volumenstarken Fahrzeugen – vom kompakten Pkw bis zum Nutzfahrzeug – schnell ein weit gespanntes Netz von Informationen über lokale Verkehrsrisiken aufbauen zu können. Da die Technologie nicht auf die Nutzung durch Volkswagen und untereinander limitiert ist, entsteht zudem eine herstellerübergreifende Vernetzung zwischen Fahrzeugen untereinander und mit ihrem Umfeld.

WLANp verbindet Autos im Umkreis von 500 Metern

WLANp ermöglicht den Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen innerhalb von wenigen Millisekunden im lokalen Umfeld von circa 500 Metern. Dabei sollen verkehrsrelevante Informationen zwischen Fahrzeugen als auch zwischen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur ausgetauscht werden. Bei Lkw eignet sich WLANp zudem für das sogenannte Prinzip des Platooning, also des vernetzten und synchronen Fahrens. Dies verbessert nicht nur die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss, sondern reduziert auch den Kraftstoffverbrauch sowie damit einhergehend die CO2-Emissionen.

Es sind nun alle Rahmenbedingungen für die zeitnahe Einführung dieser Technologie vorhanden. Mit der einsatzbereiten und ausgereiften WLANp-Technologie schaffen wir schnell eine deutliche und flächendeckende Erhöhung der Verkehrssicherheit auf den Straßen Europas. Damit kommen wir der ‚Vision Zero‘, der Vision vom unfallfreien Fahren, einen entscheidenden Schritt näher.

Dr. Ulrich Eichhorn, Leiter der Konzernforschung und -entwicklung

Infrastruktur und Einsatzfahrzeuge müssen nachziehen

Die flächendeckende Einführung der standardisierten und bereits umfassend erprobten WLANp-Technologie bietet auch für die Betreiber der Verkehrsinfrastruktur (zum Beispiel bei Ampeln) oder Flottenbetreibern (Blaulicht- und Baustellenfahrzeuge) ein zuverlässiges System. So können Informationen über den Verkehrsfluss, Unfälle, Baustellen und andere verkehrsrelevante Situationen und Ereignisse zuverlässig im lokalen Umfeld zur Verfügung gestellt werden.