AMD Ryzen 2000: Erste Testergebnisse zeichnen noch kein klares Bild

Volker Rißka et al. 188 Kommentare
AMD Ryzen 2000: Erste Testergebnisse zeichnen noch kein klares Bild

Auch in diesem Jahr bringt ein erster früher Test von Ryzen 2000 dem französischen Magazin CanardPC viel Aufmerksamkeit. Doch Vorsicht ist ob des frühen Zeitpunktes angebracht. Auch ComputerBase hat die 2. Generation Ryzen schon länger (nicht von AMD) in der Redaktion. Der Test erscheint aber erst zum offiziellen Marktstart.

Ryzen 7 2700X, Ryzen 5 2600X und Ryzen 5 2600 auf A320

CanardPC hat Ryzen 7 2700X, Ryzen 5 2600X und Ryzen 5 2600 auf einem Mainboard mit A320-Chipsatz getestet. Die Prozessoren sollen aus der Serienfertigung entnommen worden sein. Auch die CPUs in der Redaktion von ComputerBase entsprechen bereits der Serie, gefertigt wurden sie in den ersten beiden Kalenderwochen dieses Jahres.

Mit der Wahl des Chipsatzes war es den beiden X-Prozessoren im Test von CanardPC verwehrt, von den zwei neuen Turbo-Mechanismen XFR 2 Enhanced und Precision Boost Overdrive Gebrauch zu machen, die es nur für X470 und B450 geben wird. Den noch feineren Turbo Precision Boost 2 bieten hingegen auch die Chipsätze der ersten Generation, die aktuellen Informationen zufolge den Herstellern alle per BIOS-Update fit für Ryzen 2000 gemacht werden.

ComputerBase liegt für ein in der Redaktion bereits eingetroffenes Mainboard mit X470-Chipsatz allerdings noch kein finales BIOS vor. Einflüsse auf die Geschwindigkeit durch weitere Updates, auch für die älteren Plattformen, sind also nicht ausgeschlossen. Bei der ersten Generation Ryzen hatte ein neuer Microcode, den AMD erst wenig Tage vor Veröffentlichung der finalen Tests herausgab, für deutliche Leistungssteigerungen gesorgt.

Vorteile in Anwendungen und Spielen

Im Vergleich mit dem Vorgänger auf demselben Mainboard mit A320-Chipsatz hat CanardPC etwas über drei Prozentpunkte Vorteil in Spielen und 15 Prozent Vorteil in Anwendungen für den Ryzen 7 2700X im Vergleich zum Ryzen 7 1800X ermittelt. Die 1. Generation Ryzen wurde mit DDR4-2666, die zweite Generation mit DDR4-2933 getestet. Informationen zu weiteren Einstellungen liefert das Magazin aktuell aber nicht.

Neben höheren Taktraten und dem feiner abgestuften Turbo, was seit Wochen als quasi gesichert galt, sollen auch niedrigere Speicherlatenzen den neuen Ryzen zu mehr Leistung in Spielen verhelfen. Die von CanardPC gezeigten Vorteile in Spielen erscheinen ComputerBase vor diesem Hintergrund allerdings als gering. Auf Reddit regt sich auch bereits viel Kritik um die Auswahl der Spiele. Gestiegen sein soll die Leistungsaufnahme unter Volllast und zwar nicht nur beim Topmodell, dessen TDP auch offiziell steigen wird. Auch diese Ergebnisse könnten aber noch von der Plattform und deren Entwicklungsstand abhängig sein.

Neben technischen Fragezeichen haftet dem Artikel von CanardPC auch ein Detail aus dem Vorab-Test zur ersten Generation Ryzen aus dem vergangenen Jahr an. In diesem hatte die Redaktion den Hinweis „ZenOC@Air=5G“ versteckt. Diese Prophezeiung erwies sich am Ende als nicht korrekt.

Mit Sicherheit nicht der letzte Vorab-Test

Mit ersten Prozessoren bei Händlern und Systemintegratoren Wochen vor der offiziellen Präsentation war es nur eine Frage der Zeit, bis erste Benchmarks auch abseits der üblichen nebulösen Kanäle zur nächsten Generation Ryzen veröffentlicht werden. Und weitere dürften über die kommenden Wochen folgen. ComputerBase wird die wesentlichen Entwicklungen dabei im Sinne der Leser mitverfolgen, die meiste Zeit aber in einen eigenen Artikel investieren, der dann zum offiziellen Marktstart veröffentlicht werden wird. Leserwünsche zu diesem Artikel werden – ohne Garantie auf Durchführung – gerne in den Kommentaren entgegen genommen.

Grundsätzlich positiv festzuhalten bleibt im Vergleich zur ersten Generation der weit fortgeschrittene Stand der neuen Generation. Mainboard-Hersteller und Systemintegratoren können schon länger auf Basis finaler Spezifikationen und CPUs ihre Produkte testen, nicht zuletzt deshalb ist mit mehr Auswahl bei Komplett-Systemen und Mainboards zum Start am 19. April zu rechnen. AMD selbst rechnet mit über 20 Platinen mit X470-Chipsatz. Details zu vier Modellen von Asus sind bereits bekannt.