Final Fantasy XV im Test: Viel Speicher ist Pflicht, Gras per GameWorks ratsam 3/3

Wolfgang Andermahr 328 Kommentare

Grafikkarten-Benchmarks von Full HD bis Ultra HD

Nvidia-Grafikkarten fühlen sich derzeit wohler in der Final Fantasy XV Windows Edition als die von AMD – auch ohne GameWorks. So ist die GeForce GTX 1080 in Full HD 13 Prozent schneller als die Radeon RX Vega 64, die GeForce GTX 1060 ist 18 Prozent flotter als die Radeon RX 580 und die GeForce GTX 970 kann sich gleich um 24 Prozent vor der Radeon R9 390 platzieren. Bei den Frametimes ist der Abstand noch etwas größer.

Drei Erkenntnisse sind dabei wesentlich: Je höher die Auflösung, desto näher kommt AMD an die Konkurrenz heran. Das gilt für sämtliche Modelle, ist für die Radeon RX Vega 64 mittlerweile aber eher ungewöhnlich. So sinkt die Differenz zwischen der großen Vega-Variante und der GeForce GTX 1080 von 13 Prozent in Full HD auf neun Prozent in 2.560 × 1.440 und auf sieben Prozent in Ultra HD. Bei den Frametimes zieht AMD bereits in 2.560 × 1.440 beinahe gleich. Im Vergleich Radeon RX 580 gegen die GeForce GTX 1060 sieht es ähnlich aus, auch wenn die Abstände generell größer sind.

Darüber hinaus fällt auf, dass sich die Radeon RX Vega 64 deutlich mehr von der Radeon RX 580 absetzen kann als in anderen Spielen. Dieser Architektur liegt Final Fantasy XV offensichtlich deutlich besser. Beide Achitekturen haben allerdings ab und zu Probleme mit einigen Partikeleffekten, die beim Schwertkampf zu sehen sind. Allerdings fielen diese in der finalen Version deutlich geringer als noch in der Demo aus. Ab und zu waren auf einem Radeon-Beschleuniger dennoch kurze Ruckler zu spüren.

Was bedeutet das für Spieler von Final Fantasy? Erstens: Es braucht eine schnelle Grafikkarte für das Spiel. Insbesondere ab 2.560 × 1.440 steigen die Anforderungen massiv an und Presets zurück zu schalten bringt erst dann viel, wenn auch die Optik drastisch darunter leidet. Zweitens: Nvidia-Grafikkarten laufen in Final Fantasy XV besser als die Konkurrenzmodelle. Dies gilt bedingt für das Duell Vega gegen Pascal und ziemlich deutlich für Polaris gegen Pascal. Drittens: Wer GameWorks nutzen möchte, ist mit einer GeForce-Grafikkarte deutlich besser bedient. Nur der Verzicht auf Turf senkt die grafische Präsentation allerdings deutlich.

Hohe Anforderungen an den Grafikspeicher

Bei maximalen Texturdetails (selbst ohne High-Resolution Pack) benötigt Final Fantasy XV viel Speicher. Dann reichen selbst 3D-Beschleuniger mit acht Gigabyte nicht mehr aus für einen problemlosen Betrieb. Ab und zu sind auch auf diesen Modellen immer wieder Ruckler zu spüren. Erst ab elf Gigabyte auf der GeForce GTX 1080 Ti verschwinden diese Ruckler.

Allerdings sind volle Details nicht notwendig. Wer die Texturen um eine Stufe herunter stellt, kommt auch schon mit 6.144 MB aus, und zwar ohne an Qualität einzubüßen. Bei den höchsten Texturdetails werden die Texturen schlicht nicht (kaum) komprimiert.

Wer eine Grafikkarte mit weniger als sechs GB Speicher hat, der sollte in Betracht ziehen, die Texturstufe weiter zu reduzieren. 3D-Beschleuniger mit vier Gigabyte laufen einwandfrei bei zweifacher Reduzierung der Texturdetails.

Der Speicherbedarf ist durch die sehr guten Texturen gerechtfertigt

Der Speicherverbrauch von Final Fantasy XV ist also sehr hoch, die Qualität der Texturen ist es aber auch. Vor allem in hohen Auflösungen sind die meisten Texturen knackscharf, was in dieser Form eine Premiere ist. Entsprechend ist der Speicherbedarf gerechtfertigt.

Fazit

Die PC-Version von Final Fantasy XV sieht ein gutes Stück besser aus als die Version auf den Konsolen. Square Enix hat nicht nur viel Arbeit in die Umsetzung gesteckt, sie hat auch einen Effekt: Die Texturen, die Details und einer von vier GameWorks-Effekten machen den Unterschied aus. Das Spiel sieht auf dem PC so je nach Szene gut bis sehr gut aus.

Allerdings braucht es eine schnelle Grafikkarte. Spätestens ab 2.560 × 1.440 sollte es ein 3D-Beschleuniger der Klasse GeForce GTX 1070 oder Radeon RX Vega 56 sein, denn das Leistungs-Tuning durch geringere Grafikdetails ist begrenzt – deutlich schneller wird es erst, wenn es unansehlich wird. Das gilt erst recht, wenn Nvidias GameWorks-Effekte genutzt werden sollen. Essentiell ist aber nur einer der vier Effekte.

Turf ist eine optische Bereicherung

Die mit GameWorks Turf aufpolierte Darstellung von Gras ist in Final Fantasy XV in der Tat toll gelungen. Dieser Effekt sollte also genutzt werden, wenn die Grafikleistung es denn zulässt. Die drei anderen GameWorks-Effekte lassen sich hingegen zwischen ganz nett (VXAO, HairWorks) und kaum zu sehen (ShadowLibs) einordnen und sind daher als optional zu betrachten. Jeder einzelne Effekt kostet auf Grafikkarten von Nvidia weniger Leistung, wer sie alle zusammen mit einer GeForce nutzt, verliert rund 25 Prozent weniger Leistung als auf einer Radeon.

Wesentliche Fehler oder Probleme sind während des Testens der PC-Version wiederum nicht aufgetreten. Wer Final Fantasy XV schon immer einmal spielen wollte und einen schnellen PC sein Eigen nennt, kann und darf also auch zur optisch hübscheren und genauso umfangreichen PC-Version greifen.

Final Fantasy XV Windows Edition im Technik-Test

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