Cloud Storage: ownCloud testet Delta-Sync

Ferdinand Thommes 22 Kommentare
Cloud Storage: ownCloud testet Delta-Sync
Bild: J. Triepke | CC BY 2.0

Delta Sync ermöglicht es, bei kleinen Änderungen statt der kompletten Datei nur noch die geänderten Teile zu synchronisieren. Die von der ownCloud-Community entwickelte Funktion soll die übertragenen Datenmengen bei der Synchronisation erheblich reduzieren.

ownCloud, die Cloud-Computing-Software für den eigenen Server, testet in nächster Zeit die neue Funktion Delta Sync, die die übertragenen Datenmengen, die wir auf unsere Server hoch- und herunterladen, drastisch verkleinern soll. Damit werden nicht nur weniger Daten übertragen sondern auch Zeit und Geld eingespart.

Nicht neu

Die Funktion setzt dabei auf Delta-Updates, wie sie etwa die Linux-Distribution Fedora bereits seit vielen Jahren bei Paket-Updates verwendet. In Debian gibt es das Projekt debdelta mit dem gleichen Ziel, ohne allerdings standardmäßig aktiv zu sein. Bei FreeBSD werden Deltas bereits seit 2005 unterstützt. Google unterstützt Deltas als „Smart Updates“ in Android, Windows nutzt die Technik seit Windows XP und auch Apple spart damit Daten ein.

Sechs Jahre Entwicklung

Delta Sync ist also keine neue Entwicklung, die Umsetzung innerhalb von ownCloud allerdings ein wichtiger Schritt. Insgesamt rund sechs Jahre brauchte es von einem auf GitHub eröffneten Issue bis zur heutigen Ankündigung der Implementierung in ownCloud-Server und Desktop-Client.

Vergleich mit Zsync

Die Testphase der neuen Funktion unterstützt unkomprimierte Dateiformate. Technisch gesehen wird die Ausgangsdatei mit der modifizierten Datei verglichen. Dazu kommt zsync zum Einsatz. die Ankündigung erläutert, Delta Sync sei besonders sinnvoll bei kleinen Änderungen an großen Dateien. Anstatt vorher GByte reichen damit oft KByte aus. Werden dabei Daten mit mehreren Anwendern geteilt, multipliziert sich die Einsparung.

Community-Projekt

Die Umsetzung von Delta Sync war ein Community Projekt, für das auf der Plattform Bountysource der höchste bei ownCloud je ausgelobte Entwicklerbonus von über 2.000 US-Dollar ausgeschrieben war. ownCloud ist die erste Open-Source-Cloud-Computing-Software, die diese Funktion umsetzt. Da diese Erweiterung als Community-Projekt frei ist, könnte Konkurrent Nextcloud die Funktion ebenfalls in seine Software einbauen.