Im Test vor 15 Jahren: Der Intel i865PE/G bot FSB800 auch günstiger

Robert McHardy 19 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Der Intel i865PE/G bot FSB800 auch günstiger

tl;dr: Der High-End-Chipsatz Intel i875P bot Anfang 2003 Unterstützung für FSB800 und Dual-Channel-Speicher für die neuesten Pentium 4, war aber teuer. Mit der i865er-Chipsatz-Serie folgte nur einen Monat später aber auch eine günstigere Option auf FSB800, die im Test vor 15 Jahren fast die gleiche Leistung bot.

Fast ein i875P

Intels i865-Chipsatz-Familie bot nahezu die gleichen Merkmale wie der teurere i875P (Im Test vor 15 Jahren). Dem i865PE und dem i865G (der zusätzlich über eine integrierte Grafikeinheit verfügte) fehlte im Vergleich die Unterstützung von Intels „Performance Acceleration Technology“ (PAT), die die Speicherzugriffe bei Nutzung von Dual-Channel-DDR400 beschleunigte. Um dies zu ermöglichen, verwendete Intel beim i875P-Chipsatz offiziell nur selektierte Chips. In der Praxis ließen sich durch die Nutzung von PAT bis zu zwei Taktzyklen beim Speicherzugriff einsparen. Des Weiteren deaktivierte Intel bei den i865-Chipsätzen die Fähigkeit, Speicher mit automatischer Fehlerkorrektur (ECC) anzusprechen – für die meisten Endanwender war das aber nicht von Relevanz.

Nur der i865P als kleinstes Modell der Serie musste auf den schnellen FSB800, welcher durch einen 200 MHz schnellen Bus mit Quad-Data-Rate-Verfahren erreicht wurde, und DDR400-Dual-Channel verzichten.

Dual-Channel-Chipsätze für den Pentium 4
Features i875P i865PE i865G i865P E7205
Northbridge Features
Northbridge KC82875P KC82865PE KC82865G KC82865P E7205
Package 1005 FCBGA 932 FCBGA 932 FCBGA 932 FCBGA 1077 FCBGA
Frontside-Bus
400 MHz Nein Ja
533 MHz Ja
800 MHz Ja Nein
Hyper-Threading Ja
Perf.-Accel.-Tech. (PAT) Ja Nein
Com.-Strea.-Archi. (CSA) Ja Nein
Integrierte Grafik Nein Ja (266 MHz) Nein
Speichertakt/typ
100 MHz/DDR200 Nein Ja Nein Ja
133 MHz/DDR266 Ja
166 MHz/DDR333 Ja* Ja Nein
200 MHz/DDR400 Ja Nein
* Speicher wird bei FSB800 mit 320 MHz betrieben.
Asynchroner Speichertakt Ja Nein
Speicherbestückung
Speicherkanäle 2
DIMMs pro Kanal 2
DIMMs insgesamt 4
AGP Support
4 × Ja
8 × Ja
Southbridge Features
Southbridge 82801EB/ER 82801DB
Southbridge ICH5/ICH5R ICH4
Package 460 MBGA 421 uBGA
Festplatten-Controller
P-ATA 100 Ja/2 Ch.
P-ATA 133 Nein
S-ATA 150 Ja/2 Ports. Nein
PCI-Slots (max) 6
USB-Unterstützung
USB-Anschlüsse 8 6
USB 2.0 Ja
FireWire Nein
Audio 20 Bit AC'97 Audio
Sonstiges
I/O-Link Hub-Interface (266 MB/s)

Leistung auf Augenhöhe

Abhängig von dem getesteten Mainboard unterschied sich die Leistung des i865(PE) nicht von der des i875P. Vor allem das Asus P4P800 Deluxe konnte sich von den anderen Hauptplatinen mit selbem Chipsatz deutlich absetzen und in der Gesamtwertung den i875P erreichen. Auch dieser war auf der Asus-Platine – dem P4C800 – rund 4 Prozent schneller als bei der Konkurrenz. Die weiteren getesteten Mainboards mit i865PE/G waren etwa 3 Prozent langsamer als der i875P.

Durch die deutlich günstigeren Chipsätze folgten auch bezahlbare Preise der Mainboards im Vergleich zu Intels i875P. Das Asus P4P800 wechselte zum Testzeitpunkt für 152 Euro den Besitzer, während das gleich schnelle P4C800 auf 250 Euro kam. Für Nutzer, die einen Pentium 4 mit Hyper-Threading und schnellen DDR400-Speicher besaßen oder einen kaufen wollten, war der i865PE im Mai 2003 damit der Chipsatz der Wahl.

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In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Bisher in dieser Reihe erschienen sind:

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