Computex: Bunte, effizientere und SFX-Netz­teile auf dem Vormarsch

Nico Schleippmann 32 Kommentare
Computex: Bunte, effizientere und SFX-Netz­teile auf dem Vormarsch
Bild: Cougar

Zur Computex 2018 lässt sich ein klarer Trend hin zu mit RGB-LED beleuchteten und zu Netzteilen mit sehr hoher Leistungsdichte erkennen, immer mehr Neuerscheinungen im SFX-Format zeigen sich. Und in der High-End-Klasse gibt es mehr und mehr Auswahl an Netzteilen mit einem Wirkungsgrad nach 80Plus Titanium.

Antec mit neuer High-End-Serie

Antec bereitet den Marktstart ihrer neuen High-End-Serie Signature vor, die zunächst mit einem Wirkungsgrad nach 80Plus Titanium erscheinen soll, obwohl auf dem Renderbild von „Platinum“ die Rede ist. Als Spezifikationen sind bisher nur die Vollmodularität und eine zehnjährige Garantie bekannt.

Antec Signature Titanium
Antec Signature Titanium (Bild: Antec)

Mehr Effizienz und bessere Ausstattung von Corsair

Corsair stellt zwei bereits bekannte Serien mit höherer Effizienz in Aussicht: Zum einen Vengeance-Silver-Netzteile mit 650 und 750 Watt und zum anderen ein SF450 und SF600 der SF-Platinum-Serie. Bereits zum Test des Vengeance 500 und SF450 konnte festgestellt werden, dass deren Wirkungsgrad nicht weit von der nächst höheren Wirkungsgradzertifizierung – 80Plus Silver beziehungsweise 80Plus Platinum – entfernt liegt, weshalb von geringfügigen Optimierungen der vorhandenen Technik ausgegangen werden kann.

Als zusätzliches Ausstattungsmerkmal der modularen Vengeance-Silver-Netzteile kann ein Schalter auf dem Anschlusspanel identifiziert werden, mit dem zwischen einer Single- und Multi-Rail-Absicherung umgeschaltet werden kann. Außerdem bekommt die Lüftersteuerung einen Semi-Passiv-Modus, sodass der Lüfter bei Schwachlast im Stillstand bleibt. Die SF-Platinum-Serie unterscheidet sich neben dem höheren Wirkungsgrad auch in einer besseren Ausstattung. So gibt es anstatt Flachbandkabeln Sleeve-Ummantelungen für jede einzelne Ader der Kabelstränge. Des Weiteren ist ein SFX-auf-ATX-Adapter im Lieferumfang enthalten. Ab Juli 2018 sollen beide Serien im Handel verfügbar sein.

Cougar mit bunten ATX- und einem SFX-Netzteil(en)

Cougar zeigt auf dem Messestand mit dem ZXM RGB ein 650-Watt-Netzteil, dessen Lüfter einen RGB-LED-Ring besitzt. Über eine separat erhältliche „Cougar Core Box“ wird dem Nutzer ermöglicht die Beleuchtungseffekte aller RGB-LEDs des Systems zentral zu konfigurieren. Mit einer Effizienz nach 80Plus Silver und einem teilmodularen Kabelmanagement ordnet sich das Netzteil ansonsten in der Mittelklasse ein. Mit einem hauseigenen HDB-Lüfter und DC-DC-Abwärtswandlern verspricht sich der Hersteller aber auch viel Qualität.

Mit der BXM-Serie konzentriert sich der Hersteller dagegen auf die wesentlichen Ausstattungsmerkmale eines Einstiegsnetzteils. Ein Wirkungsgrad nach 80Plus Bronze, ein 135-mm-HDB-Lüfter, ein teilmodulares Kabelmanagement und DC-DC-Abwärtswandler sollen die Serie von günstigeren Modellen abheben. Mit Leistungsstufen von 700, 850 und 1.000 Watt wird allerdings nur die Hochleistungsklasse bedient.

Die meisten Cougar-Netzteile werden vom Mutterkonzern HEC hergestellt – nicht aber das neue PXF- und SFX-Netzteil, die wie das GX-S450 von Sirfa/Highpower stammen. Das PXF 1050W ist 80Plus-Platinum-zertifiziert und enthält ausschließlich japanische Kondensatoren. Zusätzlich verfügt es über einen 135-mm-Cougar-HDB-Lüfter und ein vollmodulares Kabelmanagement für maximale Flexibilität.

Das Cougar SFX ist ein SFX-L-Netzteil und wird ausgehend von den technischen Spezifikationen auf derselben Plattform aufbauen, wie bekannte Umsetzungen von be quiet!, Chieftec, Sharkoon und SilverStone. Die technischen Daten des 500-Watt-Netzteils lassen sich mit einer 80Plus-Gold-Zertifizierung, einem vollmodularen Kabelmanagement und einem 120-mm-HDB-Lüfter zusammenfassen.

FSP-Hydro-Netzteile mit und ohne Wasserkühlung

FSP baut die Hydro-Serie aus und liefert mit den Hydro-G2-Pro-Netzteilen eine kompaktere Alternative zur Hydro-G-Serie, was eine Tiefe von nur 150 mm bedeutet. Der Hersteller hebt außerdem hervor, dass die Netzteile zum ab Mitte 2019 verpflichtenden, internationalen Sicherheitsstandard IEC 62368-1 konform sein sollen. Zu den weiteren technischen Spezifikationen zählen eine 80Plus-Gold-Zertifizierung, ein Semi-Passiv-Modus und ein vollmodulares Kabelmanagement. Standardmäßig soll der Lüfter ab einer Auslastung von 30 Prozent anlaufen. Ist eine dauerhafte Belüftung erwünscht, kann der Semi-Passiv-Modus per Schalter deaktiviert werden. Die Netzteile sollen in den kommenden Wochen in Leistungsklassen bis 1.000 Watt erhältlich sein.

Vom wassergekühlten Hydro PTM+ 1200W möchte der taiwanische Hersteller künftig außerdem eine Variante mit 850 Watt anbieten, die kleinere Abmessungen besitzen soll, bis 50 Prozent Auslastung keine Belüftung benötigt und mit einer Preisempfehlung von 400 US-Dollar etwas günstiger wird. Mit angeschlossener Wasserkühlung soll die Ausgangsleistung auf 1.000 Watt gesteigert werden können.

Gigabyte erweitert Aorus auf Netzteile

Ähnlich wie Asus unter der Gaming-Marke ROG das erste Netzteil präsentiert hat, veröffentlicht Gigabyte unter Aorus erstmals zwei Netzteile. Mit den typischen Farben von Schwarz über Grau bis hin zu Orange sollen die Netzteile im perfekten Einklang mit restlicher Aorus-Hardware stehen.

Gigabyte Aorus Gold
Gigabyte Aorus Gold (Bild: Gigabyte)

Die Spezifikationen lesen sich mit 80Plus Gold, einer Vollmodularität, einem 135-mm-Doppelkugellagerlüfter und vollständigen Schutzschaltungen typische für die Oberklasse. Des Weiteren hebt der Hersteller hervor, dass ausschließlich japanische Kondensatoren zum Einsatz kommen und es eine 12-Volt-Single-Rail gibt. Die Präsentationsfolie lässt bisher nur zwei Varianten verlautbaren – eine mit 750 und die andere mit 850 Watt.

SFX-L-Netzteile und Gallium-Nitrid-Hochleistungs-PFC von Sea Sonic

Sea Sonic lässt mit einem Prototyp auf ein sehr effizientes Netzteil hindeuten, das wie das Corsair AX1600i eine Totem-Pole-GaN-PFC besitzt. Die freigelegte Technik zeigt eine einzelne Phase mit diesem 1,6-kW-PFC-Wandler, wohingegen Corsair ein zweiphasiges Layout nutzt. Trotzdem soll die PFC-Effizienz mit bis zu 99 Prozent auf demselben Niveau liegen. Die PFC, wohlgemerkt, mit einer vielerorts vermeldeten Effizienz von 99 Prozent hat das nichts zu tun.

Außerdem stellt Sea Sonic SFX-L-Netzteile der Focus-Gold-Serie mit Ausgangsleistungen von 450 und 650 Watt aus. Diese sind mit ihrer 80Plus-Gold-Zertifizierung der Oberklasse zuzuordnen. Zur weiteren Ausstattung gehört ein vollmodulares Kabelmanagement und ein 120-mm-FDB-Lüfter, der mit einer Semi-Passiv-Lüftersteuerung gepaart ist, sodass bis Auslastungen von 30 Prozent keine Lüftergeräusche vom Netzteil ausgehen. Auf vollständige Schutzschaltungen muss genauso wenig wie auf japanische 105-Grad-Celsius-Kondensatoren verzichtet werden. Bei frühzeitigen Ausfälle soll eine zehnjährige Garantie Sicherheit schaffen.

Synchrone RGB-Beleuchtung und günstiges 80Plus Gold von Thermaltake

Die RGB-Sync-Edition der Toughpower-Grand-RGB-Gold-Serie erlaubt es die RGB-LEDs des eingebauten Riing-Lüfters mit der Mainboard-Beleuchtung zu synchronisieren. Findet keine Synchronisierung statt, kann immer noch auf einen von fünf voreingestellten Beleuchtungs-Modi zurückgegriffen werden, der nach dem Herunterfahren des Systems gespeichert bleibt. Ansonsten bleiben die Spezifikationen zu den bereits erhältlichen Toughpower-Grand-RGB-Gold-Modellen identisch. So gibt es eine 80Plus-Gold-Zertifizierung, einen Semi-Passiv-Modus und ein vollmodulares Kabelmanagement. Die Garantie beträgt nach wie vor 10 Jahre und die Netzteile werden in drei Stufen mit 650, 750 und 850 Watt gestaffelt.

Mit der Toughpower-GX1-Gold-Serie zeigt Thermaltake darüber hinaus eine komplett neue Reihe, die der unteren Oberklasse zugeordnet ist. Eine hohe Effizienz verspricht die 80Plus-Gold-Zertifizierung; ein 120-mm-FDB-Lüfter soll für eine geringe Lautstärke sorgen. DC-DC-Wandler verbessern die Spannungsregelung der Ausgangsschienen, weshalb der Hersteller eine genaue Lastregelung von besser als 3 Prozent bewirbt. Die von CWT gefertigte Technik ist sehr platzsparend, weshalb die nicht-modularen Netzteile in einem nur 140-mm-tiefen Gehäuse unterkommen. Die Serie wird in Leistungsklassen mit 500, 600 und 700 Watt eingeteilt. Die Garantiedauer beläuft sich auf fünf Jahre.