Tesla Autopilot: Version 9 bringt Funktionen für autonomes Fahren

Nicolas La Rocco 63 Kommentare
Tesla Autopilot: Version 9 bringt Funktionen für autonomes Fahren
Bild: Tesla

Tesla-CEO Elon Musk hat auf Twitter einen ersten Ausblick auf das Autopilot-Update Version 9 gegeben. Demnach sollen für Tesla-Besitzer mit der neuen Software-Generation erstmals einzelne Funktionen freigeschaltet werden, die Tesla-Fahrzeuge im weiteren Verlauf der Entwicklung vollständig autonom fahren lassen sollen.

Elon Musk hat sich auf Twitter zu zwei Anfragen von Tesla-Besitzern geäußert und dabei einen kleinen Ausblick auf den Autopilot Version 9 gegeben. Eine Model-3-Besitzerin hatte dem CEO vorgeschlagen, dass der Autopilot über seine Kameras blinkende Fahrzeuge auf anderen Spuren erkennen könnte, um frühzeitig Spurwechsel anderer Autos in die Berechnung mit einzubeziehen. Musk reagierte darauf mit „kommt bald“.

Auf mehr Sicherheit folgt mehr Autonomie

Ein anderer Tesla-Besitzer kritisiert das Verhalten des Autopiloten beim Zusammenführen von zwei Fahrspuren zu einer Spur. Insbesondere bei hohem Verkehrsaufkommen sei das System nicht dazu in der Lage, ein leicht vor dem Tesla fahrendes Auto einscheren zu lassen, sodass sich der Fahrer vom Verhalten des Autopiloten in die Enge getrieben fühlt.

Dieses Verhalten sei mit einem aktuellen Update, das laut Musk derzeit verteilt werde, optimiert worden. Im August soll das Problem mit dem großen Update auf Version 9 vollständig behoben werden. Bisher hätten sich Updates des Autopiloten laut Musk vollständig auf die Sicherheit konzentriert, mit Version 9 sollen nun aber erstmals auch Funktionen des autonomen Fahrens freigeschaltet werden. Das letzte große Autopilot-Update 2018.10.4 von Mitte März brachte zahlreiche Verbesserungen mit, die das selbstständige Fahren zuverlässiger machten und auch bei widrigen Wetterbedingungen zum Tragen kommen.

Von Zuhause zum Parkplatz mit einem Sprachbefehl

Welche Funktionen des autonomen Fahrens Tesla mit der Autopilot-Version 9 aktivieren wird, verrät Musk nicht, auf der Webseite des Herstellers werden die Funktionen allerdings als Gesamtpaket beschrieben. Das ist zum einen der erweiterte Autopilot, dessen Funktionalität gegenwärtig implementiert wird. Nach interner Prüfung und rechtlicher Genehmigung sollen neue Funktionen schrittweise hinzugefügt werden. Zum erweiterten Autopilot zählen Funktionen wie das automatische Wechseln der Fahrspur auf der Autobahn oder das Auf- und Abfahren von dieser. Mit Autosteer+ können Tesla-Fahrzeuge auch komplexere Straßen wie kurvige Landstraßen selbstständig befahren.

Zur sogenannten „Full Self-Driving Capability“ zählt Tesla dann auch die Navigation durch Innenstädte und das Parken. Der Fahrer müsse in diesem Modus nur noch in das Auto steigen und diesem sagen, wohin es fahren soll. Alternativ kann das Auto auf Basis von Terminen im Kalender auch ohne Ansage des Fahrers selbstständig die Fahrt starten. Am Ziel angekommen steigt der Fahrer aus, während der Tesla einen geeigneten Parkplatz sucht. Per App lässt sich das Auto wieder zum Besitzer rufen.

Autonomes fahren kostet fast 10.000 Euro

Bei der Bestellung eines Tesla Model S kostet die erweiterte Autopilot-Funktionalität mit vier statt einer Kamera 6.000 Euro. Diese Option wird für die Bestellung des Pakets „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ vorausgesetzt, das weitere 3.600 Euro kostet und acht statt vier Kameras nutzt. In der Detailbeschreibung heißt es: „Bitte beachten Sie, dass die Funktionalität für autonomes Fahren auf ausgedehnten Softwaretests basiert und rechtliche Zulassung erfordert, die zwischen den einzelnen Rechtsprechungen stark variieren kann. Wir können noch nicht präzise voraussagen, wann die einzelnen Elemente der oben beschriebenen Funktionalität verfügbar sein werden, da sie jeweils die rechtliche Zulassung durch die zuständigen Behörden benötigen.