Quartalszahlen: AMD erreicht höchsten Gewinn seit sieben Jahren

Michael Günsch 187 Kommentare
Quartalszahlen: AMD erreicht höchsten Gewinn seit sieben Jahren
Bild: AMD

Rund 1,76 Milliarden US-Dollar Umsatz hat AMD im zweiten Quartal 2018 erzielt und damit das Vorjahresergebnis um 53 Prozent übertroffen. Der Nettogewinn erreichte mit 116 Millionen US-Dollar den höchsten Wert seit sieben Jahren. Inzwischen soll der Absatz von Ryzen Mobile und Epyc an Fahrt aufnehmen.

AMD feiert höchsten Gewinn seit sieben Jahren

Wir hatten ein hervorragendes zweites Quartal mit einem starken Umsatzwachstum, einer Margenausdehnung und unserem höchsten Quartalsüberschuss in sieben Jahren“, erklärte AMD-CEO Dr. Lisa Su und zeigte sich zuversichtlich, dass die Umsetzung der Roadmaps dem Unternehmen ein weiteres Wachstum der Marktanteile bescheren wird. Die Bruttomarge stieg gegenüber dem zweiten Quartal 2017 um drei Prozentpunkte auf nun 37 Prozent an.

Absatz von Ryzen Mobile verdoppelt

Erneut zeigte sich das Geschäft mit Haupt- und Grafikprozessoren für Client-Systeme bärenstark. Gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz um 64 Prozent auf nun 1,09 Milliarden US-Dollar. Von guten Verkäufen von Radeon-Produkten und fortlaufendem Wachstum bei Ryzen-Produkten, spricht AMD. Während die durchschnittlichen Verkaufspreise für Desktop-Prozessoren gesunken seien, hätten sie bei Notebook-Prozessoren zugelegt.

Der Absatz von Ryzen-Produkten soll im zweistelligen Prozentbereich zugelegt haben, der Absatz von Ryzen Mobile habe sich verdoppelt. Bei den Notebook-Prozessoren erwartet AMD weiteres Wachstum für die zweite Jahreshälfte. Die Partner Acer, Asus, Dell, HP, Huawei, Lenovo und Samsung hätten inzwischen „Dutzende“ Notebooks mit Ryzen Mobile herausgebracht. Erstmals sei AMD mit Ryzen Pro Mobile zudem bei allen drei großen OEMs (Dell, HP, Lenovo) für kommerzielle Notebooks vertreten.

GPU-Absatz durch Cryptomining nimmt weiter ab

Bei den Grafiklösungen der Radeon-Familie sollen die durchschnittlichen Verkaufspreise unter anderem durch die Profi-Modelle für Rechenzentren gestiegen sein. Der Einfluss durch Verkäufe für das Cryptomining nehme weiter ab: Im ersten Quartal 2018 habe der Anteil zehn Prozent am Gesamtumsatz ausgemacht, im zweiten Quartal seien es nur noch sechs Prozent gewesen. Für den weiteren Jahresverlauf rechnet AMD mit weiter sinkenden Absätzen in diesem Bereich.

Über 50 Systeme: Epyc nimmt an Fahrt auf

Die Sparte Enterprise, Embedded and Semi-Custom erwirtschaftete 670 Millionen US-Dollar Umsatz, was 37 Prozent mehr als im Vorjahr bedeutet. Gegenüber dem ersten Quartal des Jahres habe der Bereich durch höhere Umsätze mit Semi-Custom- und Server-Produkten um 26 Prozent zugelegt. Hier spielen vor allem die zunehmenden Verkäufe von Epyc-Prozessoren für Server eine Rolle, die sequenziell im Vergleich zum ersten Quartal 2018 sowohl bei Umsatz als auch beim Absatz nach Stückzahl um über 50 Prozent zugelegt haben sollen. AMD spricht von mittlerweile mehr als 50 Plattformen mit Epyc-Prozessoren.

Auch der Semi-Custom-Bereich soll mehr Umsatz generiert haben, woran vor allem Microsoft und Sony mit Xbox und PlayStation ihren Anteil haben. Inzwischen seien über 100 Millionen Spielkonsolen der aktuellen Generation mit AMD-Chips verkauft worden. Auch bei Embedded-Systemen gebe es Wachstum mit den neuen Epyc/Ryzen-Plattformen.

Ausblick auf das dritte Quartal und die Roadmaps

Für das dritte Quartal 2018 erwartet AMD einen Umsatz von rund 1,7 Milliarden US-Dollar mit 50 Millionen Dollar Spielraum nach oben oder unten. Die Bruttomarge könne auf 38 Prozent ansteigen.

Bereits nächsten Monat will AMD im Bereich der High-End-Desktop-PCs die zweite Generation Ryzen Threadripper auf den Markt bringen. Das Flaggschiff Threadripper 2990X wird erstmals 32 Kerne und 64 Threads in diesem Segment bieten. Zudem wird AMD in Kürze die CPU-Familie Pinnacle Ridge mit den Einsteigermodellen Ryzen 5 2500X und Ryzen 3 2300X nach unten abrunden. Diese werden zusammen mit neuen B450-Mainboards ebenfalls nächsten Monat erwartet.

Laut AMD sollen inzwischen 44 Desktop- und Notebook-Plattformen der Partner auf Ryzen basieren. Bis zum Jahresende soll das Ziel von 60 Systemen erreicht werden.

Bei den Radeon-Grafikkarten sind neue Produkte für Spieler dieses Jahr nicht mehr in Sicht. Dafür soll der Profibereich mit Vega 20 für die Familie Radeon Instinct noch in diesem Jahr die erste 7-nm-GPU erhalten.

Die ersten 7-nm-CPUs sollen im kommenden Jahr mit dem Debüt der Zen-2-Architektur in der Epyc-Familie für Server erscheinen. Lisa Su hat nun verkündet, dass das Sampling der Rome genannten Prozessoren an Partner bereits begonnen habe.

We received first silicone of our next generation 7-nanometer EPYC processor with Zen 2, code-named Rome, in the second quarter. And the silicon quality and bring-up has gone very well. I am happy to report that we've recently started sampling Rome to select partners for early validation and we are on track to launch in 2019, strengthening our already outstanding competitive position in the market.

Lisa Su, CEO AMD

AMD erwartet bis Ende 2018 den Marktanteil bei Servern auf etwa fünf Prozent zu steigern. Die bei TSMC gefertigten Rome-CPUs sollen dabei helfen, den Anteil mittelfristig auf einen zweistelligen Wert zu hieven.

Bei der Frage eines Analysten, wann denn mit den ersten Ryzen der 7-nm-Generation zu rechnen sei, ließ sich Lisa Su nicht auf einen Termin festnageln. Diese sollen definitiv erst nach Rome für Server erscheinen. Ryzen folge (nicht sehr viel) später.